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Gewinner und Verlierer der E-Autos

Ein Wandel, zwei Dohnaer Betriebe, zwei Wege: Redakteurin Heike Sabel über die Verantwortung von Chefs und Konsequenzen.

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Müssen die Druckguss-Mitarbeiter jetzt für fehlende Entscheidungen in der Vergangenheit bezahlen?
Müssen die Druckguss-Mitarbeiter jetzt für fehlende Entscheidungen in der Vergangenheit bezahlen? © Marko Förster

Auto fahren war ein Menschheitstraum. Jetzt wird er, nicht nur wegen der Kraftstoffpreise, manchmal zum Albtraum. Statt Benzin oder Diesel soll künftig häufiger Strom getankt werden. Was inzwischen immer mehr öffentlich diskutiert wird, hat seinen Anfang vor Jahren genommen. Damals ahnte wohl kaum jemand, dass das so konkrete Auswirkungen auf Dohna hat. Hier sind Gewinner und Verlierer des Wandels nah beieinander.

Die Druckguss-Mitarbeiter müssen nun vielleicht die Konsequenzen für fehlende Entscheidungen in der Vergangenheit bezahlen. Wie war das mit der Strafe für den, der zu spät kommt? Aber das hilft den Druckguss-Leuten jetzt auch nicht mehr. Alles schaut nun auf den Insolvenzverwalter. Schafft er es, dem Betrieb und den Mitarbeitern noch eine Zukunft zu organisieren? In Pirna ist es für die KTSN gelungen, in Neustadt und Polenz gibt es zwar eine Lösung, doch es scheitert noch am Geld für deren Realisierung.

Ein anderer Dohnaer Betrieb will es besser machen: die Fluorchemie. Hier wird hergestellt, was künftig noch mehr gebraucht wird: Flusssäure. Kaum einer denkt bei den Batterien für die Elektro-Autos daran, dass die Flusssäure für die viel wichtiger ist als das immer im Mittelpunkt stehende Lithium. Die Fluorchemie will die Zukunft nicht verpassen und nicht nur das, sie will sie mitbestimmen. Deshalb soll auch der Firmenhauptsitz von Frankfurt/Main nach Dohna verlegt werden.

Als das Auto erfunden war, wurde es zwar stets moderner gemacht, fuhr aber im Prinzip lange ohne große Veränderungen. Jetzt ist nicht nur das Tempo der Autos schneller geworden, sondern auch die Zerfallszeit von Lösungen und Entscheidungen kürzer. Die richtigen zum richtigen Zeitpunkt zu treffen, ist die Verantwortung von Chefs für die Mitarbeiter.