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Dohna: Gärtners Motorräder bekommen neues Haus

Schon im Frühjahr will der Familienbetrieb seine Motorräder am neuen Standort verkaufen. Die Renner dieses Jahres gibt es noch dort, wo Senior Gärtner begann.

Spatenstich in Dohna: Tommy, Günter und Matthias Gärtner und Bürgermeister Ralf Müller (v.l).
Spatenstich in Dohna: Tommy, Günter und Matthias Gärtner und Bürgermeister Ralf Müller (v.l). © Egbert Kamprath

Motorräder haben zu jeder Zeit ihre Fans. Ob die Zweiräder nun MZ heißen oder Yamaha. Und doch hat sich in den über 50 Jahren, die die Gärtners ihre Werkstatt und ihr Geschäft in Dohna haben mehr als der Name der Motorräder geändert. Heute sind es drei Generationen, die den Familienbetrieb führen. Günter Gärtner hat 1968 mit der Reparatur von MZ-Motorrädern begonnen, Sohn Matthias macht weiter und inzwischen ist auch Enkel Tommy eingestiegen. Und alle drei zusammen bauen nun auf der Müglitztalstraße ihr Motorradhaus.

Neue Führerscheinregelung macht es leichter

Gebaut haben die Gärtners in all den Jahren immer viel. Auf beiden Seiten der Straße und jede mögliche Lücke zu. 2002/03 kam auch ein Bekleidungshaus dazu. Nun sind sie Yamaha-Vertreter auch für das Gebiet Dresden. Und da reicht so ein "Stückwerk" nicht mehr. Schon vor fünf Jahren war es schwer, das neue Innenkonzept umzusetzen. Vor zwei Jahren bekamen sie ein Grundstück von der Stadt angeboten.

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Das wird ein richtiger Entdeckersommer. Pünktlich zum Start der Sommerferien fahren Familien immer mittwochs günstig durch die Region.

Das erste Corona-Jahr war für die Branche ein gutes Jahr, sagt Matthias Gärtner. Die Hersteller konnten liefern und die neue Führerscheinregelung machte möglich, dass mehr Leute eine 125-Kubikmeter-Maschine fahren konnten. Nur ein Problem gab es im ersten Lockdown: Spazierfahrten mit dem Motorrad waren verboten.

Wartezeiten von bis zu drei Monaten

Das zweite Corona-Jahr bringt Wartezeiten von bis zu drei Monaten. In den Laden gehen und ein Motorrad oder Fahrrad kaufen, das war mal. Wobei Gärtners ja auch nicht einfach nur verkaufen und reparieren, sondern den Fahrzeugen ihren eigenen Stil, das Gärtner-Label, geben. Simpel gesagt, zwei Räder, Motor und noch ein paar Dinge sind Grundausstattung, alles andere ist individuell und Handwerk.

Die drei an meisten gefragtesten Motorräder zurzeit und das teuerste:

  • Tenere: Ein leichtes Reise-Enduro ohne zu viel Elektronik. Preis: rund 10.000 Euro.
  • MT07: Das meistverkaufte Motorrad aus der Einstiegsklasse. Preis: rund 7.000 Euro.
  • MT125: Der Favorit für die Jugend und Neulinge. Preis: rund 5.000 Euro.
  • Für eine Niken GT bezahlt man rund 16.500 Euro - dafür hat man aber auch vorn zwei Räder.

Tommy Gärtner studiert zwar Fahrzeugtechnik in Dresden, hat sich inzwischen aber zum Baubetreuer entwickelt, während Vater Matthias der Chefverkäufer ist. Zum Saisonstart 2022 im Februar soll das Motorradhaus fertig sein - dem Mangel an Baumaterial zum Trotz. "Wir bauen ja nicht mit Holz", sagt Tommy Gärtner. Doch was wird mit dem ebenfalls knapp werdenden Blech für das Dach? "Die Kapazitäten sind schon reserviert." Zum doppelten Start nächstes Jahr soll es auch einen E-Roller von Yamaha geben. Und dann sollen auch E-Bikes dazu kommen.

Die bisherigen Räume werden künftig zum Einlagern der Motorräder genutzt. So wie Autohäuser die Sommer- bzw. Winterräder ihrer Kunden lagern, nehmen die Gärtners über den Winter die Zweiräder in Obhut. Bisher waren sie ausgebucht, künftig haben sie dann wieder Kapazitäten - genau wie im neuen Motorradhaus mehr Arbeitsbühnen zur Verfügung stehen.

Viel Platz für viele Motorräder: So soll das neue Gebäude der Gärtners an der Müglitztalstraße in Dohna aussehen.
Viel Platz für viele Motorräder: So soll das neue Gebäude der Gärtners an der Müglitztalstraße in Dohna aussehen. © T. Gärtner

Mehr Arbeit wird auch mehr Personal bedeuten. Im September kommt auch wieder ein Lehrling dazu. Ohne den Neubau wäre das wohl nicht der Fall, sagt Matthias Gärtner.

Der Wechsel- und der sportliche Fahrer

Er ist der, der immer mal sein Motorrad wechselt, damit er den Kunden sagen kann, was welches Motorrad kann und leistet. Er ist auch für die Veranstaltungen zuständig. Von der Lady-Tour über Rollerausfahrten bis zur Alpen-Tour. Zwischendurch gibt es immer wieder Ausfahrten mit Vorführbikes.

Tommy fährt aktuell noch eine MT07. Sobald er aber 20 ist, wird die Drosselung der Maschine auf 48 PS wieder herausgenommen. "Ich bin doch eher der sportliche Fahrer", sagt Tommy. Eine R7 wäre auch mal eine Option für ihn. Das sind die voll verkleideten Maschinen in der Kategorie Supersportler.

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