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Die drei wichtigsten Tunnel-Fragen

Die Bahnstrecke Dresden - Prag ist ein besonderes Vorhaben. Jetzt gab es auch eine virtuelle Info-Veranstaltung, bei der 135 Teilnehmer online fragen konnten.

Diesmal nicht draußen, sondern online: Bahn-Projektleiter Kay Müller beantwortete Fragen von 135 Leuten zur Neubaustrecke Dresden - Prag.
Diesmal nicht draußen, sondern online: Bahn-Projektleiter Kay Müller beantwortete Fragen von 135 Leuten zur Neubaustrecke Dresden - Prag. © Daniel Schäfer

Es war ein Versuch: eine Online-Info-Veranstaltung zum Bahnprojekt Dresden/Prag. Wie viele betraten den virtuellen Raum? Am Ende waren es mehr, als unter den Pandemie-Bedingungen in jeden reellen Raum gepasst hätten. Kein Wunder, ist die Bahnstrecke Dresden - Prag doch für die Region ein Vorhaben von enormem Ausmaß.

Die neue Strecke soll zwischen Heidenau und Pirna von der bestehenden Elbtalstrecke abzweigen und durch einen mindestens 25 Kilometer langen Tunnel bis nach Tschechien verlaufen. Die Baukosten liegen geschätzt bei 1,3 Milliarden Euro, 2039 könnte das gigantische Projekt fertig sein. Heidenau, Cotta/Dohma, das Osterzgebirge werden davon, in welcher Form auch immer, betroffen sein. Die 135 Teilnehmer der digitalen Informationsveranstaltung am Mittwoch stellten dabei in anderthalb Stunden Fragen, die Bahn-Projektleiter Kay Müller beantwortete.

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Die drei wichtigsten hat Sächsische de. notiert:

Warum sind noch zwei Varianten, also eine mit Volltunnel und eine teiloffene, im Rennen?

Beide Varianten sind aus der Sicht der Raumordnungsbehörde umsetzbar. Um rechtssicher zu einer Vorzugsvariante zu kommen, werden sowohl eine teiloffene als auch eine Volltunnelvariante untersucht. Für die Bewertung gelten einheitliche Kriterien. Der Ausgang ist nach Aussagen der Bahn nach wie vor offen. 

Wie werden die Tunnel aussehen?

Wie die Tunnelröhren im Detail aussehen und dann gebaut werden, hängt sowohl von der geologischen Beschaffenheit des Gesteins ab, als auch von der Höhe der Überdeckung über dem Tunnel. Der wird für jedes Gleis eine eigene Tunnelröhre haben. Beide Röhren werden in regelmäßigen Abständen mit Verbindungsstollen verbunden. Über diese erfolgen im Havariefall die Flucht und der Einsatz von Rettungsdiensten. Wie die Tunnel genau gebaut werden, kann erst nach vertiefenden Baugrunderkundungen festgelegt werden. Dazu gehören unter anderem die Bohrungen, von denen derzeit noch eine in Großsedlitz erfolgt. 

Wie wird der Überholbahnhof in Heidenau aussehen?

Das weiß auch die Bahn noch nicht. Sie hat jetzt den Planungsauftrag für die Ausfädelung der Neubaustrecke in Heidenau vergeben. Bis der Planer konkrete Entwürfe vorstellt, wird es dauern. Die Bahn will bis 2024 eine Vorzugsvariante für die Neubaustrecke erarbeiten. Bis dahin soll es weitere Informationsveranstaltungen und Möglichkeiten zur Beteiligung für die Bürger geben. 

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Auf der Internetseite zum  Vorhaben werden in Kürze der Mitschnitt der Veranstaltung vom Mittwoch sowie weitere Informationen veröffentlicht. Die Resonanz sei sehr gut gewesen, sagt die Bahn. Mehrfach sei der Wunsch nach regelmäßigen digitalen Runden geäußert worden, sagt Bahnsprecher Michael Baufeld. Deshalb sollten auch  Präsenzveranstaltungen künftig online gestreamt werden. 

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