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Heidenaus neue Luxusadresse: Villa Lützow

Das herrschaftliche Haus in Großsedlitz hat eine wechselvolle Geschichte - und eine spannende Zukunft.

Es sieht nach Jahren des Leerstands nicht danach aus, hat aber eine herrschaftliche Vergangenheit, an die nun angeknüpft werden soll: Schloss bzw. Villa Lützow in Großsedlitz.
Es sieht nach Jahren des Leerstands nicht danach aus, hat aber eine herrschaftliche Vergangenheit, an die nun angeknüpft werden soll: Schloss bzw. Villa Lützow in Großsedlitz. © Norbert Millauer

Hier lebte ein Großgrundbesitzer, hier wurde gelernt und verwaltet, hier erholten sich Kinder. Es war sogar einmal die Rede von einer Schönheitsklinik. Nun sollen hier Heidenaus wohl herrschaftlichsten Wohnungen entstehen: Im Großsedlitzer Haus Lützow, das mal als Schloss und mal als Villa bezeichnet wird. 

Die Schloss-Geschichte

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  • Großgrundbesitzer Lützow ließ die Villa bauen.
  • Als er 1940 starb, zog seine Frau mit der Tochter nach Hamburg. 
  • 1942 erwarb ein Kaufmann die Villa.
  • 1949 zog die Landesschule des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes ein.
  • Von 1957 bis 1990 befand sich ein Kinderkurheim im Schloss.
  • 1991 kaufte das Christliche Jugenddorfwerk das gesamte Areal mit dem Gebäude.
  • 2015 erwarb schließlich die Heidenauer Variant Bauprojektentwicklung GmbH das Objekt, von der es die Ventar-Gesellschaft kaufte.

Eigentümer und Investor ist die in Heidenau und Pirna gut bekannte Ventar-Gesellschaft von Uwe Herrmann. Er hat in Heidenau unter anderem das Wohnhaus am Süd-Bahnhof saniert, baut gerade den Nord-Bahnhof und hat auf der Lugturmstraße einen Drei-Seit-Hof bewohnbar gemacht. In Pirna hat sich Herrmann mit dem Ausbau der Fensterfabrik Hengst einen Namen gemacht. Viele Objekte - und doch sticht Großsedlitz darunter hervor. Nicht nur, weil es ein Schloss ist, sondern weil es eines zweiten Anlaufes bedurfte. 

Im ersten Anlauf hatte Ventar neben dem Schloss-Ausbau auch den Bau von zwei Häusern mit 21 Wohnungen beantragt. Das war der Stadt Heidenau und auch dem Landratsamt, das letztlich über die Bauanträge entscheidet, allerdings zu groß. Nun hat Ventar erst einmal den Ausbau vom Schloss beantragt. Die neuen Wohnungen außerhalb des Schlosses sind für Herrmanns Rechnung - und die künftigen Eigentümer bzw. Mieter wichtig. Der Grund ist der große Park. 

Park treibt Kosten in die Höhe

Den herzurichten, zu pflegen und zu erhalten werde das Teuerste neben dem Haus. Kosten, die auf die Eigentümer bzw. Mieter umgelegt werden. Weil wohl keiner für den Gärtner im Monat 500 Euro zahlen will, müssen mehr Wohnungen her. Wie viele in wie vielen Häusern, will Investor Uwe Herrmann noch nicht sagen. Er rechnet damit, den Bauantrag in den nächsten Wochen einzureichen. 

Fest steht dagegen, dass im Schloss elf Wohnungen entstehen sollen. Darunter auch eine Wohnung, die den vorhandenen Turm einbezieht. Heidenau hätte zwar gern weniger Wohnungen in dem Objekt, damit im Inneren so viel wie möglich an historischer Bausubstanz erhalten bleibt. Doch Heidenaus Wunsch ist nicht bindend. Die Entscheidung trifft das Landratsamt und das habe nichts gegen elf Wohnungen, sagt Herrmann. 

Das Ventar-Prinzip ist die Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden und der spätere Verkauf als Anlegerwohnungen. Das heißt, wer die Wohnungen besitzt, wohnt in der Regel nicht in ihnen, sondern vermietet sie weiter. Ein Prinzip, das funktioniert, wie die bereits realisierten Objekte zeigen. 

Warten auf die Prinzen

Die großen Wohnungen werden über einhundert Quadratmeter groß sein. Damit gehören sie nicht nur zu den größten, sondern auch höchstwahrscheinlich zu den teuersten in Heidenau. Konkrete Preise kann Uwe Herrmann noch nicht nennen. Doch es kann davon ausgegangenen werden, dass der Quadratmeterpreis weit über zehn Euro liegen wird. Manche zweifeln zwar noch, ob Heidenau dafür schon bereit ist. Doch die Entwicklung des Wohnungsmarktes im Speckgürtel von Dresden spricht dafür. In Heidenau gibt es nach wie vor zahlreiche Wohnungen mit Kaltmieten zwischen fünf und sieben Euro pro Quadratmeter. Viel wird im mittleren Segment gebaut. Das höhere wird bisher noch wenig bedient. Für die Mischung in der Kommune werde es jedoch auch gebraucht, sagt die Stadt.

Heidenaus Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU) spricht in dem Zusammenhang gern von den Prinzen, die wohl ins Großsedlitzer Lützow-Schloss einziehen. Er bezieht das weniger auf die Geschichte des Schlosses als vielmehr auf den üblicherweise Prinzen nachgesagten Reichtum. 

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