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Pirna feiert Rettung von Autozulieferer

Aus KTSN ist Eissmann geworden. Für das Familienunternehmen aus Bad Urach ist Pirna wie ein Sechser im Lotto. Warum und was sich außer dem Namen noch ändert.

Nun ist der Wechsel auch von außen sichtbar: Aus der KTSN ist Eissmann geworden.
Nun ist der Wechsel auch von außen sichtbar: Aus der KTSN ist Eissmann geworden. © Daniel Schäfer

Bratwurstduft, Regentropfen und Pause an den Maschinen: Am Freitagvormittag wurde bei der Firma Eissmann in Pirna gefeiert. Der Grund ist ein Ende und ein Anfang. Die Insolvenz ist erfolgreich abgeschlossen worden, die Bad Uracher Eissmann-Group hat die Pirnaer KTSN übernommen. Was bereits im Frühjahr besiegelt wurde, ist seit Freitag auch zu sehen. Am Firmengebäude wurde, gut sichtbar von der S172, das Schild mit dem neuen Namen enthüllt.

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Vor einem Jahr war die KTSN in Schwierigkeiten gekommen. Die Krise der Automobilbranche - gepaart mit der Corona-Pandemie - brachte den Einbruch. Für die Eissmann-Group erwies sich das als Sechser im Lotto, sagt nun Eissmann-Chef Wolfgang Braun in Pirna. Er begrüßt die rund 300 Pirnaer im Eissmann-Team, zu dem auch der polnische KTSN-Standort und künftig ebenso der mexikanische gehören. Äußeres Zeichen für die Zugehörigkeit sind schon vor der Enthüllung des Schildes die T-Shirts der Mitarbeiter.

Wolfgang Braun ist Vorsitzender der Eissmann-Geschäftsführung und sprach am Freitag zu den Pirnaern.
Wolfgang Braun ist Vorsitzender der Eissmann-Geschäftsführung und sprach am Freitag zu den Pirnaern. © Daniel Schäfer

Petra Schöne ist eine von ihnen. Sie ist seit 27 Jahren im Betrieb und damit eine der Dienstältesten. Die Maschinenbedienerin hat immer in Schichten gearbeitet. Und irgendwie ist es immer weitergegangen. Deshalb hatte sie auch diesmal gehofft. Nun kann sie beruhigt sein. Zumindest für die sechs Jahre bis zu ihrer Rente scheint ihr Arbeitsplatz sicher. Dass er das für alle auch weit darüber hinaus ist, versprechen am Freitag Wolfgang Braun sowie der Pirnaer Chef Robert Kozielski.

BMW, Mercedes und VW interessieren sich

Mercedes, BMW und der VW-Konzern fragen nach den Zulieferprodukten von Eissmann. "Nun müssen aus der Begeisterung Aufträge gemacht werden", sagt Braun. Es wird auf die Entwicklung des Pirnaer Standortes zum Premiumsegment gesetzt. Damit sollen die Arbeitsplätze gesichert und erweitert werden, sagt Kozielski. Er motiviert die Leute, indem er ihnen sagt, wie große Klasse sie sind, um ihnen dann aber auch zu sagen: Es ist noch ein weiter Weg. Bratwurst und stillstehende Maschinen wird es selten geben. Stattdessen "mehr Push". Kozielski bittet um Nachsehen für manche Härte und lässt keinen Zweifel daran, dass der Weg kein Spaziergang wird.

Pirnas Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos) gab der volle Parkplatz an der Firma immer Hoffnung auf ein gutes Ende, wie er sagt. In der Tat war ohne Unterbrechung weitergearbeitet worden. Jetzt bietet Hanke den neuen Eigentümern eine immer offene Tür an, in der Hoffnung, dass es eine zweite Situation wie vor einem Jahr nicht gibt.

Neben KTSN zwei weitere Firmen pleite

Die KTSN war der erste der drei insolventen Autozulieferer in der Region, der gerettet wurde. Jetzt folgte Veritas mit Betrieben in Neustadt und Polenz. Das Unternehmen hat ein amerikanischer Konzern gekauft. Gekämpft wird noch um Druckguss in Dohna. Die Firma hat bereits zum zweiten Mal Probleme. Obwohl es gut aussieht, hält sich der Insolvenzverwalter mit allzu optimistischen Prognosen noch zurück.

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