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Dohnas Chemie-Doktor verstorben

Christian Rocktäschel gründete vor 30 Jahren die Fluorchemie und sicherte damit den Standort und die Arbeitsplätze. Das werden die Dohnaer ihm nicht vergessen.

Von Heike Sabel
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Dr. Christian Rocktäschel hat den Dohnaer Chemiebetrieb gerettet und war vor fünf Jahren das letzte Mal hier zu Gast.
Dr. Christian Rocktäschel hat den Dohnaer Chemiebetrieb gerettet und war vor fünf Jahren das letzte Mal hier zu Gast. © SZ-Archiv

Vor fünf Jahren hatte Christian Rocktäschel seinen letzten großen Auftritt in Dohna. Anlässlich 25 Jahre Privatisierung der Fluorchemie kam er nach Dohna, um hier mit den Leuten zu feiern. Für die war er "der Doktor" und wird es immer bleiben. Vor Weihnachten ist der gebürtige Dresdner 84-jährig verstorben.

Rocktäschel privatisierte 1992 die Produktion der Flusssäure. Er gründete die Fluorchemie GmbH und kaufte sie der Dohna Chemie GmbH ab, die damals das Dohnaer Chemiewerk von der Treuhand übernommen hatte. "Als Gesellschafter der Fluorchemie Dohna GmbH hat er es geschafft, die bei der Übernahme von der Treuhand garantierten Arbeitsplätze dauerhaft zu sichern", sagt Bürgermeister Ralf Müller (CDU). Er hat Rocktäschel nur einmal persönlich getroffen, bei der Feier im Sommer 2017.

Müllers Vorgänger Friedhelm Putzke (Freie Wähler) war auch bei dieser Feier und kannte Rocktäschel näher. Mit Trauer und großer Dankbarkeit für das, was Rocktäschel für Dohna vollbracht hat, habe er die Todesnachricht gelesen. "Er war nicht nur Gesellschafter, er war unverwüstlicher, verlässlicher Macher vor Ort", sagt Putzke über Rocktäschel.

Fluorchemie hat große Pläne

Rocktäschel hatte den Dohnaer Betrieb mehrfach gerettet. Vier Jahre nach dem Kauf kam er mit der Stilllegung der Natriumfluorid-Anlage der Anordnung durch den Stadtrat zuvor. Beim Jahrhunderthochwasser 2002 produzierte das Werk drei Wochen nachdem es komplett überschwemmt war wieder.

Später zog sich Christian Rocktäschel aus der Führung seines Unternehmens zurück und übertrug die Anteile seiner Familie. Heute beschäftigt die Gruppe rund 200 Mitarbeiter und bietet Ausbildungsplätze in verschiedenen Bereichen an.

Die Fluorchemie hat jetzt große Pläne. Sie will in die Herstellung von Batterien für die Elektroautos einsteigen, in Dohna investieren und den Firmensitz der Gruppe von Frankfurt/Main hierher verlegen.