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SOE: Langzeitarbeitslosigkeit steigt signifikant

Im Vergleich zum Vorjahr gab es im August 2021 ein Plus von über 20 Prozent. Daran hat Corona maßgeblich Schuld.

© Daniel Förster

Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist im August im Vergleich zum Juli weiter zurückgegangen, teilt die Arbeitsagentur mit. Insgesamt sind 5.779 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind 94 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 4,5 Prozent.

Einen Anteil an dieser Entwicklung hat die Kurzarbeit. Sie sorgt auch über ein Jahr nach Beginn der Corona-Krise dafür, dass viele Menschen im Landkreis weiter beschäftigt sind. Im April dieses Jahres hatten noch 1.190 Betriebe Kurzarbeitergeld für ihre Beschäftigten beantragt. Seit dem Frühjahr gingen die Anzeigen dafür kontinuierlich zurück. Im August beantragten nur noch zehn lokale Unternehmen vereinzelt Kurzarbeitergeld neu an.

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Beim Blick auf die Langzeitarbeitslosigkeit ist die Corona-Krise deutlich spürbar. Insgesamt 2.479 Menschen im Landkreis waren im August länger als ein Jahr ohne Beschäftigung. Das ist im Vergleich zum Juli zwar ein leichter Rückgang, im Vergleich zum Vorjahresmonat jedoch ein deutliches Plus. Damals waren nur 1.890 Menschen länger als ein Jahr ohne Job, was einem Unterschied von über 21 Prozent entspricht.

© SZ Grafik

Im Vergleich zum Vorjahr ist in allen Regionen - Pirna, Freital, Sebnitz und Dippoldiswalde - die Arbeitslosigkeit zurückgegangen. Den stärksten Rückgang gab es im Raum Pirna und Freital, während sie in Sebnitz und Dippoldiswalde unverändert blieb. In Dippoldiswalde ist die Quote mit 3,5 Prozent aktuell am geringsten, in Pirna mit 5 Prozent am größten.

© SZ Grafik

Mehr Zeitarbeiter gesucht

Laut Arbeitsagentur wächst in der Sächsischen Schweiz und im Osterzgebirge die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften. Personal wird neben der Zeitarbeit (76 Stellen) insbesondere in den Bereichen Gewerbe (45), Gesundheit und Soziales (47) sowie im Handel/Kfz (44), in der Verwaltung (39) und dem Gastgewerbe (32) gesucht. Insgesamt 393 neue Stellen wurden im August erfasst. Derzeit sind damit 2.186 Stellen in der Region unbesetzt. Die Top drei der Branchen, in denen es unbesetzte Stellen gibt, verteilen sich wie folgt: Den Spitzenplatz belegt das verarbeitende Gewerbe (338), gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen (248) und dem Baugewerbe (239).

„Die Unternehmen in der Region suchen Personal und auch Nachwuchs“, sagt Dana Vogt, die Bereichsleiterin der Pirnaer Arbeitsagentur. Vor allem im August, wenn traditionell das neue Ausbildungsjahr beginnt. Firmen haben bisher 997 Berufsausbildungsstellen bei der Arbeitsagentur Pirna gemeldet. Das sind zwölf mehr als im Vorjahr. Im Juli waren aber noch genau 439 Ausbildungsangebote unbesetzt, was etwa 44 Prozent entspricht. Die meisten freien Ausbildungsstellen im Landkreis gibt es für angehende Zerspanungsmechaniker/in (27), Bäckereiverkäufer/in (18), Kaufmann/-frau im Einzelhandel (16) und Verkäufer/in (15). Dem gegenüber stehen 299 Bewerber, die noch auf der Suche nach einer Lehrstelle sind.

Obwohl der Ausbildungsbeginn kurz bevor steht, hätten Jugendliche, die noch auf der Suche sind, gute Chancen fündig zu werden. „Ihre Devise sollte jetzt lauten: Ganz schnell zur Berufsberatung kommen und die eigene Ausbildung klarmachen!“, sagt Dana Vogt von der Agentur für Arbeit Pirna.

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