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Pirna

Volksbank zahlt noch keine Dividende

Mit Nachdruck hat die Finanzaufsicht an die Geldinstitute appelliert, wegen Corona Ausschüttungen zurückzuhalten. Dabei sind die Mittel wie in Pirna dafür da.

Auch Volksbanken wurde ein Dividendenstopp nahegelegt. 2019 zahlte das Pirnaer Geldhaus drei Prozent.
Auch Volksbanken wurde ein Dividendenstopp nahegelegt. 2019 zahlte das Pirnaer Geldhaus drei Prozent. © SZ/Uwe Soeder

Fast 10.000 Mitglieder und damit Teilhaber der Volksbank Pirna müssen in diesem Jahr weiter auf eine Dividende warten. Über eine Teilausschüttung des Gewinns sollte die Vertreterversammlung entscheiden, die aber wegen Corona bislang nicht zusammentreten konnte. Wahre Ursache für den Schwebezustand ist jedoch eine Aufforderung der Europäischen Zentralbank, der sich auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) angeschlossen hat. Danach sollen die Geldinstitute ihre Mittel zusammenhalten, um für die Risiken aus der Corona-Krise gewappnet zu sein.

Damit würden Genossenschafter bundesweit leer ausgehen. Egal, wie gut ihre Bank tatsächlich dasteht. Für die Volksbank Pirna sagt Vorstand Hauke Haensel: "Eine Dividendenzahlung ist bei uns nicht eine Frage des Könnens oder Wollens, sondern lediglich des Dürfens." Die Regionalbank habe 2019 gute Ergebnisse erzielt. Im vergangenen Jahr gab es für 2018 noch drei Prozent auf die Genossenschaftseinlagen. 

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Eine Rechtsgrundlage für einen Dividendenstopp gibt es nicht, stellt Steffen Steudel, Sprecher beim Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, klar. Dennoch haben dem Vernehmen nach viele Institute aus Furcht vor Schikanen der Bafin Zahlungen zurückgehalten. Hinter den Kulissen war von Drohgebärden der Aufsicht die Rede. Allerdings gebe es auch Beispiele für Banken, die an ihre Genossenschafter gezahlt hätten, ohne hinterher von der Bafin akribisch durchgeprüft worden zu sein, heißt es. 

Beim Bundesverband der Volksbanken verweist man darauf, dass die Bafin die Sache durchaus differenziert sieht. Danach kann eine Bank Dividenden zahlen, wenn sie über eine nachhaltig positive Ertragsprognose verfügt und ihre Kapitalsituation auch in einer anhaltenden Stressphase weiterhin ausreichende Puffer ausweist. Verbandssprecher Steudel: "Wir finden es gut, dass die Bafin bei dieser Frage eine Differenzierung nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit vorgenommen hat. Gleichzeitig sind wir zuversichtlich, dass viele Mitglieder wie gewohnt eine Ausschüttung erhalten." 

Nach den Worten von Hauke Haensel wird bei der Volksbank Pirna noch überlegt, ob eine Vertreterversammlung dieses Jahr oder erst nächstes Jahr stattfinden kann. "Wir beobachten ganz genau, was im Umfeld passiert."

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