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Wismut-Standort Königstein bis 2025 saniert

Das Bundeswirtschaftsministerium hat das Sanierungsprogramm bestätigt. Es bleiben trotzdem noch Langzeitaufgaben.

Die Neutralisationsstraße der Wasserbehandlung am Wismut-Standort Königstein-Leupoldishain wird noch lange in Betrieb bleiben.
Die Neutralisationsstraße der Wasserbehandlung am Wismut-Standort Königstein-Leupoldishain wird noch lange in Betrieb bleiben. © SZ/Gunnar Klehm

Wer an der Sanierung der Hinterlassenschaften des Uranbergbaus in Sachsen und Thüringen beteiligt ist, hat nun Planungssicherheit bis zum Jahr 2050. Denn bis dahin ist das Sanierungsprogramm der Wismut GmbH datiert, das jetzt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) bestätigt wurde.

Dazu gehört auch die Sanierung am Wismut-Standort im Königsteiner Ortsteil Leupoldishain. Dort ist der "Abschluss der physischen Arbeiten" bis 2025 vorgesehen. zu diesen zählen etwa der Rückbau weiterer, nicht mehr benötigter Gebäude und die anschließende Begrünung der Flächen.

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Sieben Milliarden Euro für Sanierung

Das Bundesministerium, das auch Gesellschafter der Wismut GmbH ist, braucht eine langfristige Planung. Als Betrachtungszeitraum waren die 30 Jahre im Voraus vorgegeben. Neben den Arbeitsaufgaben hat die Wismut GmbH auch den Finanzbedarf bis 2050 angemeldet.

Für die Sanierung der ehemaligen Uranbergbaugebiete in Thüringen und Sachsen wurden seit 1990 rund 6,8 Milliarden Euro an Bundesmitteln ausgegeben. Die Wismut GmbH ist rechtlich nicht für die Sanierung aller Hinterlassenschaften des ehemaligen Uranerzbergbaues im Freistaat Sachsen verantwortlich. Deshalb ist in einem Verwaltungsabkommen zu den Wismut-Altstandorten geregelt, dass der Freistaat Sachsen und die Wismut GmbH die Sanierungsarbeiten durchführen und je zur Hälfte finanzieren. Bund und Freistaat stellen bis 2035 zusätzlich 229 Millionen Euro zur Verfügung, teilt Sachsens Wirtschaftsministerium mit.

Dieses Jahr ist ein weiterer Test geplant

Am Wismut-Standort in Leupoldishain bleibt nach der Kernsanierung vor allem das Wassermanagement die wichtigste Aufgabe. Die Grube ist zwar längst geschlossen und geflutet. Die Wässer sind jedoch kontaminiert. "Eine langfristige Wasserbehandlung ist aus strahlenschutz- und wasserrechtlichen Gründen an fast allen Standorten zwingend notwendig", teilt die Wismut GmbH mit.

In Leupoldishain ist das auch der Fall. Der bei der Behandlung anfallende Schlamm wird direkt vor Ort auf einer speziellen Halde entsorgt. Auch dort sind langfristig Nachsorgemaßnahmen nötig, um unter anderem sicherzustellen, dass der Zustand der Abdeckungen und sonstigen technischen Systeme langfristig erhalten bleibt. "Hierzu zählen das Pflegen des Bewuchses und das Unterhalten von Wirtschaftswegen, Gräben und Hochwasserschutzeinrichtungen", teilt die Wismut GmbH mit.

Derzeit beschäftigt das Unternehmen noch 890 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In Leupoldishain sind es rund 100. Dort läuft eine neue, verkleinerte Wasserbehandlungsanlage noch im Probebetrieb, soll aber in nächster Zeit in den bestimmungsgemäßen Betrieb überführt werden. Ab dem 2. Halbjahr 2021 ist zudem ein weiterer hydraulischer Test geplant.

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Bei der Sanierung der ehemaligen Uran-Grube Königstein geht es ein Schrittchen weiter zur kompletten Flutung - unter strenger Überwachung.

Dabei wird der Wasserstand in der geschlossenen Grube erhöht, die bisher nur zu zwei Dritteln geflutet ist. Der Test soll Erkenntnisse für die weitere Flutung der Grube bringen wird, etwa dahingehend, ob kontaminiertes Wasser über Grundwasserleiter austritt.

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