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Weniger Arbeitslose im Landkreis SOE

Das Frühjahr bringt wieder mehr Menschen in Jobs. Langzeitarbeitslose profitieren davon kaum.

Symbolfoto
Symbolfoto © dpa

Im April haben sich 1.023 Personen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge neu arbeitslos gemeldet. Das waren 116 mehr als im März. Demgegenüber konnten aber auch 1.293 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, das waren 150 mehr als im März. Wie die Arbeitsagentur mitteilt, beträgt die Arbeitslosenquote genau fünf Prozent. Damit liegt der Landkreis unter dem bundesweiten Schnitt von 6,0 Prozent und auch unter dem von Sachsen (6,3 Prozent).

Trotz der Auswirkungen der Corona-Maßnahmen zeige sich der Arbeitsmarkt "nach wie vor robust", heißt es von der Arbeitsagentur. Der wichtigste Stabilisator ist dabei die Kurzarbeit. "Allerdings ist es für all jene schwerer geworden, die auch ohne Krisenzeit größerer Unterstützung bedürfen. Unterm Strich hat Corona maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die seit vielen Jahren kontinuierlich rückläufige Zahl der Langzeitarbeitslosen wieder deutlich erhöht hat", erklärt die Chefin der Pirnaer Agentur für Arbeit, Gerlinde Hildebrand.

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Fast 8.000 Beschäftigte in Kurzarbeit

Die aktuelle Zahl der Kurzarbeit festzustellen, ist allerdings schwierig. Unternehmen melden diese vorsorglich bei der Arbeitsagentur an. In welchem Ausmaß dann tatsächlich die Arbeit reduziert werden musste, wird erst bei der Abrechnung klar, für die Unternehmen drei Monate Zeit haben.

Demnach liegen nun für den Monat Dezember 2020, dem ersten nach Ausrufen des harten Lockdowns, Zahlen vor. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hatten 1.196 Betriebe konjunkturelles Kurzarbeitergeld für insgesamt 7.623 beschäftigte Frauen und Männer beantragt. Das ist etwas mehr als im ersten Lockdown im März vorigen Jahres. Im Januar dürfte sich die Zahl noch mal erhöht haben.

Trotz der Frühjahrsbelebung gab es auch im April Anzeigen zur Kurzarbeit. Dazu gehörten im Landkreis hauptsächlich Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Baugewerbe und dem Handel.

Entgegen der Entwicklung der anderen Personengruppen steigt die Zahl der Langzeitarbeitslosen seit einem Jahr kontinuierlich an. 2.611 Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge waren im April davon betroffen. Das sind 26 mehr als im März und 725 mehr als ein Jahr zuvor. Somit verzeichnet die Arbeitsagentur bei Langzeitarbeitslosen, die länger als ein Jahr arbeitslos sind, ein Plus von 38,4 Prozent.

Die Förderprogramme und die Präventionsarbeit, die in der Vor-Corona-Zeit gute Wirkung gezeigt hatten, funktionieren jetzt nicht mehr. Eine Ursache ist, dass Qualifizierungsmaßnahmen nicht mehr stattfinden konnten. "Hier kommt nach der Krisenbewältigung viel Arbeit auf uns zu“, erklärt Hildebrand.

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