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Wo Pirna künftig investieren will

Schulhäuser, Sporthallen P+R-Parkplatz: 2021/2022 sollen 34 Millionen Euro verbaut werden. Ein SZ-Überblick zeigt die größten Projekte exklusiv.

Hedda Feron, Schulleiterin des evangelischen Schulzentrums Pirna, im Herbst 2020 in der neuen Turnhalle: Ab März 2021 soll hier Sport getrieben werden.
Hedda Feron, Schulleiterin des evangelischen Schulzentrums Pirna, im Herbst 2020 in der neuen Turnhalle: Ab März 2021 soll hier Sport getrieben werden. © Daniel Schäfer

Die finanzielle Situation von Pirna ist angespannt. Schon seit geraumer Zeit hatte sich abgezeichnet, dass die Stadt die notwendigen Eigenmittel für Investitionen nicht mehr aus eigener Kraft erwirtschaften kann.

Zudem muss das Rathaus aufgrund der Corona-Pandemie Einnahmeverluste hinnehmen. Wie hoch sie ausfallen, steht noch nicht abschließend fest. Ebenso unklar ist, in welcher Höhe Fördermittel und anderen finanzielle Zuweisungen in den Jahren 2021 und 2022 fließen werden.

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Gleichwohl haben Verwaltung und Stadtrat einen ausgeglichenen Haushalt für 2021/22 auf den Weg gebracht, obwohl viele Parameter noch ungewiss sind. Denn der Corona-Krise zum Trotz galt die Prämisse: Pirna will auf alle Fälle weiter investieren. Sämtliche Ausgaben auf Null zu fahren, stand nie zur Debatte; einen Stillstand galt es unbedingt zu vermeiden.

So will Pirna in diesem und im nächsten Jahr ordentlich investieren, geplant sind Ausgaben von über 34 Millionen Euro - 15,6 Millionen Euro im Jahr 2021, im Jahr 2022 dann 18,6 Millionen Euro. Um die Eigenmittel dafür aufzubringen, muss die Stadt allerdings weitere Kredite aufnehmen. Sächsische.de stellt die größten Projekte vor.

Anbau am Schiller-Gymnasium

Der Anbau am Schiller-Gymnasium soll nun in diesem Jahr fertig werden. Die Arbeiten für die Erweiterung hatten bereits im Herbst 2018 begonnen. Nach dem ursprünglichen Plan sollte der Neubau zum Beginn des Schuljahres 2020/21 ans Netz gehen.

Doch weil die Fördermittelzusage später eingetroffen war als vorgesehen, verschoben sich sowohl Baustart als auch Bauende. Hinzu kam: Mehrere Angebote für zuvor ausgeschriebene Aufträge lagen weit über der städtischen Kostenschätzung. Diese Mehrkosten hätte Pirna niemals stemmen können. Daher hob die Stadt einige der Ausschreibungen auf und wiederholte das Prozedere. Die Folge war allerdings ein enormer Bauverzug.

Das Schiller-Gymnasium benötigt diesen Anbau, um künftig mehr Schüler aufnehmen zu können. Das angestammte Schulhaus ist dafür zu klein. Die Baukosten liegen derzeit bei etwa acht Millionen Euro, in diesem Jahr sind für das Projekt 1,18 Millionen Euro im Haushalt eingeplant.

Neubau einer Kita am Reitplatz

Weil der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen steigt, will die Stadt am Reitplatz - das Gelände hinter der Sporthalle des Schiller-Gymnasiums an der Seminarstraße - noch eine weitere neue Kindertagesstätte errichten. Eine baugleiche Kita steht bereits auf dem Areal, sie ging im September 2020 in Betrieb.

In der neuen Kita soll es einmal 100 Plätze geben. Der Baustart ist für dieses Jahr geplant. In den Jahren 2021 und 2022 sind für das Projekt jeweils zwei Millionen Euro im Etat eingeplant.

Schulhaus an der Nicolaistraße

Das Schulhaus an der Nicolaistraße in der Pirnaer Innenstadt war einst Domizil des Schiller-Gymnasiums. Seit dem Auszug der Bildungsstätte diente das Gebäude hauptsächlich als Interimsquartier, beispielsweise für die evangelische Grundschule und die Pestalozzi-Oberschule.

Inzwischen ist die Stadt dringend auf das Gebäude angewiesen. Zum Start des Schuljahres 2020/21 richtete das Rathaus dort die neue Grundschule "Am Friedenspark" ein, zudem hat dort der Awo-Hort seinen Sitz.

Das Problem ist allerdings: Das Haus ist vom Zustand her nicht mehr ganz taufrisch. Daher will Pirna das Gebäude grundlegend sanieren lassen. Die Bauarbeiten beginnen Ende Januar, sie sollen im Sommer 2024 beendet sein.

Die Kosten liegen bei rund 9,5 Millionen Euro. Für die Sanierung erhält Pirna Fördermittel in Höhe von 5,4 Millionen Euro.

Sporthalle an der Einsteinstraße

Auf der Sportanlage des "ESV Lokomotive Pirna" an der Einsteinstraße soll eine neue große Sporthalle entstehen, ausgestattet mit moderner Technik sowie mit für den laufenden Sportbetrieb ausreichend dimensionierten Umkleide-, Sanitär-, Vereins- und Geräteräumen.

Der Neubau ist notwendig, weil die alte Halle inzwischen arg in die Jahre gekommen und auch zu klein für die steigende Nachfrage nach Hallenzeiten geworden ist. Pirna benötigt dringend weitere Hallenkapazitäten, sowohl für den Schul- als auch für den Vereinssport.

Für das Projekt sind in diesem Jahr 350.000 Euro, für 2022 dann 3,4 Millionen Euro im Haushalt eingeplant.

Sporthalle am evangelischen Schulzentrum

Am evangelischen Schulzentrum an der Rottwerndorfer Straße entsteht derzeit eine neue Dreifeld-Sporthalle. Sie soll einerseits der Schule als Sportstätte dienen. Bislang mussten die Schüler zum Sportunterricht hauptsächlich ins aktiv-Sportzentrum oder ins Seidewitztal zum Kohlbergstadion gehen. Andererseits benötigt Pirna die Halle als zusätzliches Angebot für den Vereinssport.

Die Sporthalle soll voraussichtlich im März 2021 fertig werden. Der Neubau kostet über fünf Millionen Euro. Das Land schießt Fördermittel in Höhe von 3,9 Millionen Euro zu. Pirna hat in diesem Jahr 1,3 Millionen Euro im Haushalt eingeplant. Die Stadt kommt bei diesem Projekt auch für den Großteil der eigentlich vom Schulverein aufzubringenden Eigenmittel auf, weil der Verein nicht mehr die ausreichenden Rücklagen dafür hatte. Denn der Verein muss bereits die Sanierung und den Ausbau der Roten Kasernen zum Schulzentrum mit einem Volumen von rund zehn Millionen Euro aus eigener Kraft stemmen - ohne jegliche Fördermittel.

Erweiterung des P+R-Parkplatzes

Weil Parkplätze für Pendler, Reisende und Touristen in Bahnhofsnähe rar sind, plant Pirna einen riesigen neuen P+R-Parkplatz. Nach Plänen des Rathauses soll dieser Parkplatz auf einem städtischen Grundstück entstehen, dass zwischen der Bahnstrecke, der Elbe sowie der Straße "Am Elbufer" liegt, der Standort befindet sich in der Nähe des Pirnaer Rudervereins. Vorgesehen sind auf dem Parkplatz Pkw-, Motorrad- und Fahrradstellplätze, Elektro-Ladesäulen und vieles mehr. Zudem soll die bestehende Unterführung am Bahnhof bis zum Parkplatz verlängert werden, damit die Menschen die Bahnsteige auf direktem Weg erreichen können.

Die Gesamtkosten für dieses Projekt stehen noch nicht abschließend fest. Aber im Haushalt sind im Jahr 2022 zumindest schon mal 1,2 Millionen Euro für dieses Vorhaben eingeplant.

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