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Pirnaer Chemiewerk bereitet Wiederaufbau von Produktionsanlage vor

Noch dieses Jahr will Schill & Seilacher die P1-Anlage wieder in Betrieb nehmen. Noch ist das allerdings nicht genehmigt.

© Daniel Förster

Von Christian Eissner

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Das Schlittschuhlaufen im FEZ “Hains“ ist ein herrlicher Spaß – egal ob als Eisprinzessin oder -prinz, mit Pirouetten drehen oder als blutiger Anfänger.

Pirna. Das Chemie-Unternehmen Schill & Seilacher beginnt an seinem Standort in Pirna-Neundorf mit dem Neubau der sogenannten P1-Anlage. Die Anlage zur Herstellung verschiedener Chemikalien war bei einer schweren Explosion im Dezember 2014 zerstört worden und ist seither stillgelegt. Wie das Unternehmen mitteilt, startete die Bauvorbereitung in dieser Woche. „Am 30. Januar werden wir einen Demontagekran aufstellen und Baustrom sowie einen Wasseranschluss für die Baustelle installieren. Im Anschluss werden die verbliebenen Bestandteile der alten Anlage zurückgebaut beziehungsweise instandgesetzt“, informiert Werkleiter Uwe Dittrich. „Dies betrifft alte Wände, Stahlträgerkonstruktionen sowie die Reste der alten technischen Gebäudeausrüstung. Außerdem wird die Bodenwanne auf ihre Dichtigkeit untersucht und gegebenenfalls instandgesetzt.“

Die eigentliche Wiederrichtung der P1-Anlage kann Schill & Seilacher aber noch nicht beginnen – es fehlt die immissionsschutzrechtliche Genehmigung zum Betrieb dieser Produktionsstätte. Das Vorhaben durchläuft zurzeit ein Genehmigungsverfahren mit Beteiligung der Öffentlichkeit. Einen ersten Erörterungstermin hatte es bereits Anfang Dezember gegeben; die Frist, Einwände vorzubringen, wurde nun noch einmal verlängert. Hintergrund sind neue EU-Vorschriften zur Umweltverträglichkeitsprüfung.

Schill & Seilacher will die zerstörte, wichtigste Produktionsanlage im Pirnaer Werk in modernisierter Form wieder aufbauen. Für Sicherheit sollen unter anderem eine explosionsfeste Einhausung der Anlage, ein verbessertes Notfall-Management und eine zusätzliche Notstromversorgung sorgen. Mit einer Lärmschutzwand, einem versetzten Schornstein-Standort und einer technisch aufgerüsteten Abluftreinigungsanlage verspricht Schill & Seilacher zudem, die Geräusch- und Geruchsbelästigung für die Anwohner zu reduzieren.

Das Chemiewerk ist unmittelbar von Wohngrundstücken umgeben. Bei der Explosion der P1-Anlage am 1. Dezember 2014 hatten Trümmerteile benachbarte Häuser beschädigt. Entsprechend groß ist die Angst der Anwohner vor einem weiteren Zwischenfall. Werkleiter Uwe Dittrich hält dem entgegen, die Anlage werde „so sicher wie nur möglich“ gestaltet. Das Unternehmen möchte sie nach eigenen Angaben gern in der zweiten Hälfte dieses Jahres in Betrieb nehmen.

Einwendungen zur P1-Anlage können erneut bis einschließlich 19. Februar schriftlich an das Landratsamt und die Stadtverwaltung Pirna geschickt werden. Nach Informationen von Schill & Seilacher wird auf Anfrage auch noch einmal Einsicht in die Unterlagen gewährt. Sollte es inhaltlich neue Einwendungen geben, ist für den 26. Februar, 10 Uhr, ein erneuter Anhörungstermin im großen Ratssaal des Pirnaer Rathauses geplant.