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Pirnas Fähre auf Landgang

Die „Bärenstein“ bekommt derzeit in Dresden den Schiffs-TÜV. Der läuft ein bisschen anders ab, als man es von seinem Auto kennt.

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Von Alexander Müller

Irgendwas stimmt hier nicht. Das sagen sich seit Anfang November viele Menschen, die in Pirna mit der Fähre zwischen Copitz und der Altstadt über die Elbe übersetzen. Das Schiff ist größer und komfortabler als sonst und besitzt sogar einen beheizten Fahrgastraum. Was ist denn da plötzlich los?

Ganz einfach: Die „Bärenstein“, Pirnas eigentliche Fähre, befindet sich derzeit auf Landgang. „Landrevision“ heißt das fachlich richtig. Besser zu erklären ist das mit „Schiffs-TÜV“. „Der muss aller fünf Jahre gemacht werden“, berichtet Bernhard Rabending, Ingenieur der Schiffswerft Laubegast in Dresden, auf welcher die „Bärenstein“ derzeit liegt.

Ähnlich wie ein Auto, muss sich also auch Pirnas Fähre einer strengen Kontrolle unterziehen lassen. „Wir prüfen zum Beispiel, wie dick noch die Außenhaut ist“, erzählt Vorarbeiter Falk Naumann. Mit dem Auge, aber auch per Ultraschall. Die Fähre könnte ja einmal auf den Boden aufgesetzt haben. Das passiert aber eher selten. „Die größere Abnutzung kommt eigentlich von innen“, erläutert der Vorarbeiter. Etwa durch Rost. Damit der aber nicht zur wirklichen Gefahr wird, gibt es sogenannte „Opferanoden“. Das sind kleine Metallstücken, die den Rost anziehen und sich damit „opfern“. Die müssen bei Bedarf ausgetauscht werden.

Aber es gibt natürlich auch noch vieles andere, was kontrolliert werden muss. Die Schiffsschraube zum Beispiel oder der Unterwasseranstrich oder das Ruder. Auch einen Ölwechsel wird es geben und die Kabelbäume des Dieselmotors werden auf Scheuerstellen untersucht.

Noch bis Anfang Januar wird die „Bärenstein“ auf dem Trockenen liegen. Größere Schäden haben die Werfmitarbeiter bisher nicht entdeckt. „Sie könnte mal einen neuen Anstrich brauchen“, erzählt Ingenieur Bernhard Rabending. „Aber das wurde nicht mit beauftragt.“ 13.000 Euro lässt sich die Oberelbische Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz (OVPS) das Ganze kosten. Bei der zurzeit in Insolvenz befindlichen Laubegaster Werft hat man erst überlegt, ob man diesen Auftrag überhaupt annimmt. Doch weil es dafür noch freie Kapazitäten gab, hatte sich der Insolvenzverwalter dafür entschieden.

Wenn die 1997 ebenfalls in der Laubegaster Werft erbaute „Bärenstein“ wieder in Pirna ihren Dienst tut, wird der Besucher wenig von der Revision bemerken. Und das, obwohl dabei auch die Heizungsanlage erweitert wird. Doch die nutzt nur dem Kapitän und der Technik, damit die nicht frieren. Aber den Passagieren würde eine Heizung sowieso nichts bringen. Die „Bärenstein“ ist offen. Die kleine Fähre ist übrigens bei Hochwasser nicht so gefährdet wie ihre Vorgängerin. Weil die sich 2002 losriss, musste sie später gesprengt werden.