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Pizza-Tag zum Reden

Wie der Software-Entwickler Saxonia Systems Fachkräfte gewinnt und im Unternehmen hält.

© Sven Ellger

Von Bettina Klemm

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Die Suche nach guten Fachleuten für die IT-Branche beginnt in der Schule. Von diesem Ansatz ist Viola Klein überzeugt. Die Firmenmitgründerin und heutige Geschäftsführerin der Holding und Aufsichtsrätin der Saxonia Systems AG bedauert, dass der Informatikunterricht an sächsischen Schulen erst in der 7. Klasse beginnt, und zudem in den meisten Fällen nicht ausreichend ist. „Ohne IT kommt heute keine Branche mehr aus“, sagt Klein. Deshalb sollten die Grundlagen zu jeder Ausbildung gehören.

Doch um als Dienstleister deutschlandweit Spitze zu sein, benötigt Saxonia Systems Fachkräfte. Die Besten, fordert Klein. 25 neue Mitarbeiter hat das Unternehmen im vergangenen Jahr eingestellt. Derzeit beschäftigt es 225, überwiegend am Hauptsitz in Dresden, sowie in München, Hamburg, Leipzig und Görlitz aber auch im Ausland. 2013 lag der Umsatz bei 20,6 Millionen Euro, das waren zwei Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor. Auch für dieses Jahr peilt das Unternehmen weiteres Wachstum an. Das Konzept einer individuellen Softwareentwicklung im Kundenauftrag gehe auf. Große Konzerne und anspruchsvolle Unternehmen gehören zu den Kunden.

Doch um deren Ansprüche zu erfüllen, sind exzellente Fachleute erforderlich. „Natürlich bieten wir Arbeitsbedingungen, die es ermöglichen, Beruf und Familie zu vereinbaren“, sagt Viola Klein. Doch flexible Arbeitszeiten, Elternzeit für Väter und die Nutzung moderner Internet-Technologien haben mittlerweile fast alle Unternehmen der Branche. „Wir zahlen für jedes Kind unter sechs Jahre einen Betreuungszuschuss von 150 Euro im Monat, und wir haben Kita-Belegplätze bei der Stadt gekauft“, zählt Klein auf. Fahrradkeller und Kickertische zum Abreagieren seien eher schon selbstverständlich. Noch wichtiger als diese Faktoren sei ein gutes Betriebsklima, bei dem alle Mitarbeiter einbezogen und auch übers kleinste Detail per Intranet informiert werden. Kommunikation sei das Wichtigste. Um zu erreichen, dass die Mitarbeiter miteinander reden, wurde der Pizza-Freitag eingeführt. Beim gemeinsamen Essen fällt es leichter, über die Arbeit, aber auch über Gott und die Welt zu sprechen. Viola Klein und Firmen-Mitgründer Andreas Mönch setzen verstärkt auch auf Frauen. Die reden naturgemäß besser miteinander. Anfang Juli hat Saxonia Systems das Kongresszentrum gemietet, um mit allen Mitarbeitern über aktuelle und künftige Projekte zu sprechen. Zu den Superentwicklungen gehört dabei die eigene Softwareentwicklung „Ein Team ein Office“. Dabei arbeiten die Mitarbeiter beispielsweise in Görlitz und Budapest mit denen in Dresden an einem Projekt zusammen. Über große Bildschirme entsteht der Eindruck eines Großraumbüros. Auch Dokumente lassen sich in dem virtuellen Büro mit verschiedenen Standorten hin- und herschieben.

Auch wenn das im Moment das Spitzenprodukt ist, beginnt Saxonia ganz klein. Um gute Bedingungen für Schüler zu schaffen, hat die AG im vergangenen Jahr im Schülerrechenzentrum ein Computerkabinett im Wert von 14.000 Euro ausgestattet. „Wir unterstützen damit die Begabtenförderung für Schüler ab der 4. Klasse“, erklärt Vorstand Mönch. Zusätzlich übernimmt das Unternehmen seit 2009 für zwei Schülerinnen des Rechenzentrums die Jahresgebühr und lädt diese regelmäßig zum Besuch im Unternehmen ein.

„Gute Leute finden wir durch die enge Zusammenarbeit mit den Hochschulen“, sagt Klein. So unterstützt ihr Unternehmen die Betreuung von Praktikums- und Masterarbeiten. Bei der Zusammenarbeit mit den Hoch- und Fachschulen fiel auf, dass sie oft mit ähnlichen Problemen kämpfen. Durch den gezielten Austausch mit Politik und Wirtschaft könnte so manches gelöst werden. Um die Hochschulen stärker miteinander zu vernetzen, lädt Saxonia Systems seit 2007 zum Professoren-Stammtisch ein. Vorigen Monat war es schon der zehnte. Um Frauen zu fördern, hat Viola Klein den Saxonia Special Woman Award erfunden. Er wird am 3. Juli zum vierten Mal für die beste Diplomarbeit vergeben. Die Skulptur zeigt übrigens eine Frau mit Karriereleiter.

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