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Pläne für Ausmusterung von Panzern werden überprüft

Die Ausrüstung der Bundeswehr lässt zu wünschen übrig. Gleichzeitig steigen im Zuge der Ukraine-Krise die Anforderungen an die Truppe. Das passt nicht zusammen. Jetzt handelt das Ministerium.

Berlin. Angesichts der Ukraine-Krise überprüft das Verteidigungsministerium seine Kürzungspläne für die großen Waffensysteme der Bundeswehr. Im Herbst 2011 hatte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) im Zuge der Bundeswehrreform beschlossen, unter anderem die Zahl der „Leopard 2“-Kampfpanzer von 350 auf 225 und die Beschaffung neuer Schützenpanzer „Puma“ von 410 auf 350 zu reduzieren. Die Ausmusterungen würden nun überprüft, bestätigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Donnerstag einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“. Er betonte aber, dass keine kurzfristigen Entscheidungen zu erwarten seien.

Bereits im November hatte sich das Ministerium angesichts der veränderten Bedrohungslage für die Anschaffung 131 zusätzlicher Radpanzer vom Typ „Boxer“ im Wert von 620 Millionen Euro entschieden. Der Haushaltsausschuss hat bereits zugestimmt. Die Bundeswehrreform von 2011 sah bisher die Anschaffung von nur 272 „Boxern“ vor. Nun sollen es bis 2020 insgesamt 403 werden.

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Die Grünen sprachen sich gegen die Anschaffung von mehr Panzern aus. Sicherheitspolitisch und finanziell sei das abwegig, sagte Verteidigungsexpertin Agnieszka Brugger.

Der Bundeswehrverband unterstützt die Überprüfung der Kürzungsliste dagegen. „Die Regierung muss sich von alten Entscheidungen lösen, beispielsweise von den Obergrenzen für Stückzahlen bei Großgerät“, sagte der Vorsitzende André Wüstner der Deutschen Presse-Agentur. „Sie muss die Bundeswehr materiell wieder voll ausstatten, denn ich bin mir sicher, dass das auch vor dem Hintergrund der sicherheitspolitischen Lage, der Krisen und Konflikte, mehr als geboten ist.“ (dpa)