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De Maizières Büro plakatiert

Das Büro von Thomas de Maizière in Großenhain wurde in der Nacht von Aktivisten „besucht“. Ein sogenanntes „Kommando Großenhain“ hinterließ Botschaften und kündigte weitere Taten an.

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© Screenshot szo

Großenhain. In der Nacht zum 11. August hat ein selbsternanntes „Kommando Großenhain“ das Wahlkreisbüro des Bundesinnenministers Thomas de Maizière in Großenhain „besucht“. Zu der Aktion bekennt sich die Gruppe in einer an Medien gesendeten Pressemitteilung und in einem am Donnerstag ins Internet gestellten Video.

In dem Clip ist zu sehen, wie in weißen Anzügen gekleidete Personen Plakate mit Bildern vom Grenzzaun in Idomeni und dem Mittelmeer an Scheiben kleben. „Auch wenn wir jetzt ein Paar harte Bilder aushalten müssen, unser Ansatz ist richtig“, wird auf den Plakaten eine Rechtfertigung des Ministers zum EU-Türkei-Deal zitiert. Außerdem legten die Aktivisten Schuhe vor die Tür, die sie nach eigenen Angaben vom Strand des griechischen Lagers Moria auf der Insel Lesbos gefunden hätten. Mit der Aktion will das „Kommando Großenhain“ nach eigenem Bekunden auf die „tödliche EU-Außenpolitik im Allgemeinen und die menschenverachtende deutsche Politik im Speziellen“ aufmerksam machen.

Außerdem kündigten die Plakat-Kleber weitere Taten an. Diese sollen sich unter anderem auch gegen die geplanten Einheitsfeierlichkeiten zum 3. Oktober in Dresden richten.

Der Fall ist bei der Polizei bereits aktenkundig. Beamte waren vor Ort und stellten die Plakate sicher. „Es liegt aber keine Sachbeschädigung vor“, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Dresden auf Anfrage. Die Akteure hätten mit Tapetenleim gearbeitet, der noch gar nicht trocken gewesen sei. Deshalb habe man die Plakate ohne Probleme entfernen können.

Ob die Aktivisten tatsächlich aus Großenhain kommen, wird von Experten bezweifelt. (szo)