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Plan für neuen Kanal unter der Elbe

Das Dresdner Abwassernetz soll noch flutsicherer werden. Deshalb wird eine Leitung ab der Prießnitz-Mündung gebaut.

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© Steffen Füssel

Von Peter Hilbert

Die Dresdner Stadtentwässerung will das rechtselbische Kanalnetz so ausbauen, dass es besser für Starkregen oder eine Flut gewappnet ist. Das Hochwasser 2013 hatte die Schwachstellen aufgezeigt. Eine davon war an der Prießnitz-Mündung, wo das Abwasser schlecht abfließen konnte, eine andere in Pieschen. Dort mussten am Ballhaus Watzke mobile Pumpen aufgebaut werden, um das Kanalsystem vorm Kollaps zu schützen.

Jetzt will die Stadtentwässerung kräftig investieren, erläutert der technische Geschäftsführer Johannes Pohl. Geplant ist eine Abwasserleitung unter der Elbe, ein sogenannter Düker. Der soll auf etwa 600 Metern von der Prießnitz-Mündung nach Johannstadt verlaufen. Vorbei am Fährgarten führt er zum Käthe-Kollwitz-Ufer, wo die Leitung an den Altstädter Abfangkanal angeschlossen wird, der Hauptverbindung zum Klärwerk Kaditz. Auf der Altstädter Seite sorgt das Hochwasser-Pumpwerk Johannstadt bei einer Flut oder Starkregen dafür, überschüssiges Abwasser in die Elbe zu befördern und so das Kanalnetz zu entlasten. Den Härtetest im Juni 2013 hatte die Anlage hervorragend bestanden.

Für den Düker will die Stadtentwässerung rund 6,2 Millionen Euro investieren. Erste Arbeiten beginnen Ende dieses Jahres. 2018 soll die Leitung fertig sein.

Außerdem prüft die Stadtentwässerung ein zweites Vorhaben. „Wir überlegen, die Regenwasserpumpen am Klärwerk Kaditz für die Neustädter Seite zu ertüchtigen“, sagt Pohl. Mit einem stärkeren Druck könnte Abwasser bei Starkregen oder einer Flut in die Elbe gepumpt werden. So würde das Neustädter Abwassernetz in diesen Fällen funktionsfähig bleiben.