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Dippoldiswalde

Plan vom Bad noch nicht begraben

Glashüttes Ortsvorsteher Maik Lehmann will weiter für ein Naturbad kämpfen. Er glaubt, gute Argumente dafür zu haben.

So könnte das Naturbad Glashütte nach den Plänen der  Wasserwerkstatt Bamberg aussehen.
So könnte das Naturbad Glashütte nach den Plänen der Wasserwerkstatt Bamberg aussehen. © Wasserwerkstatt

Eine knappe Mehrheit der Glashütter Wähler hatte sich am 1. September gegen den Bau eines Naturbades ausgesprochen. Bei der Wahlbeteiligung von 72,8 Prozent votierten 1 957 Wähler (48,65 Prozent) für den Bau des Bades, 2 016, und damit 50,12 Prozent, waren dagegen.

Für ihn und die Befürworter des Bades sei das eine Enttäuschung gewesen, erklärt Glashüttes Ortsvorsteher Maik Lehmann (Wählervereinigung Zeitlos), der gut zwei Wochen nach der Abstimmung einen offenen Brief veröffentlicht hat.

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Lehmann mutmaßt, dass die im Vorfeld genannte Investitionssumme und die späteren Folgekosten eine zu große Rolle gespielt haben könnten. „Nach meiner Auffassung sind die Kosten viel zu hoch angesetzt worden“, so Lehmann. Er kenne Zahlen von im Betrieb befindlichen Bädern. Dort fallen die Zuschüsse geringer aus, als die für das Glashütter Bad kalkulierten. Die Verwaltung sprach zuletzt von jährlichen Kosten von 168 000 Euro. Lehmann kritisiert, dass im Vorfeld nur von Ausgaben die Rede war. Die Einnahmen, die das Bad erzielen wird, spielten in der Diskussion keine Rolle. Ausgeblendet wurde auch ein Vorschlag des Badvereins. Der hatte sich im Dezember 2018 gegründet und angeboten, bei der Reinigung des Bades und des Geländes mitzuhelfen. Das würde Kosten sparen, so Lehmann. Auf dem Stimmzettel fehlte auch der Hinweis, dass es 2021 eine Änderung des Steuerrechts geben wird. Die Stadt werde dann vorsteuerabzugsberechtigt. Das würde sich kostenreduzierend auf die Badkosten auswirken, so Lehmann. Er ärgert sich, dass solche und andere Argumente wenig berücksichtigt wurden.

Einer Stadt wie Glashütte, die in den nächsten Jahren wachsen möchte, stünde ein größeres Freizeit- und Kulturangebot gut zu Gesicht. Und Schwimmen sei nicht nur Sport, sondern fördert auch die Gesundheit. Auch dieser Gedanke habe auf dem Stimmzettel gefehlt.

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Lehmann kann sich vorstellen, dass es erneut einen Bürgerentscheid geben könnte. Dann sollten die Vor- und Nachteile und die Kosten objektiv – das heißt auf den Erkenntnissen des Badvereins basierend – dargestellt werden. Dies wäre nach dem Ergebnis des letzten Bürgerentscheides für ihn nachvollziehbar. Der Ortsvorsteher weist in seinem Brief auch darauf hin, dass nicht der Ortschaftsrat Glashütte den Beschluss für eine Studie zum Standort am Bretthäusel gefasst hat, sondern der Stadtrat – und das mit sieben zu sechs Stimmen bei drei Enthaltungen. Sein Ortschaftsrat hatte nur eine beratende Funktion.

Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/freital und www.sächsische.de/dippoldiswalde vorbei.

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