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Planungsbüro vergisst Gasanschluss

Die neue Heizung des Sebnitzer Goethe-Gymnasiums wurde ohne Netzanschluss geplant. Jetzt muss die Stadt draufzahlen.

© Dirk Zschiedrich

Von Dirk Schulze

Sebnitz. So ganz ohne Gas produziert selbst die modernste Heizungsanlage keine Wärme – auch wenn Berater mit noch so viel heißer Luft dafür werben. Diese Erfahrung durften die Verantwortlichen der Stadt Sebnitz in diesem Jahr machen. Im Spätsommer ließ die Stadt im Goethe-Gymnasium ein Blockheizkraftwerk inklusive Gaskessel installieren. Die neue Anlage löste die altersschwache Ölheizung ab und soll vor allem die Betriebskosten senken. Bis zu 26 000 Euro jährlich ließen sich dadurch einsparen, rechnete Burkhard Zschau vom Energieberatungsunternehmen Faktor i3 vor fast genau zwei Jahren im Sebnitzer Stadtrat vor. Während die alte Heizung Unmengen an Strom fraß, erzeugt das neue Blockheizkraftwerk zusätzlich zur Wärme auch noch elektrische Energie.

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Die Rechnung bekamen die Sebnitzer Stadträte kurz vor Weihnachten auf den Tisch. Die von den Planern ursprünglich auf 125 000 Euro geschätzten Kosten sind nun auf über 162 000 Euro angewachsen. Neben den mittlerweile üblichen Kostensteigerungen infolge der hohen Nachfrage in der Baubranche schlägt der Gasanschluss der Enso mit knapp 25 000 Euro zu Buche, die nicht einkalkuliert waren. Der erforderliche Netzanschluss sei durch das Planungsbüro schlicht und einfach vergessen worden, erklärte Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU). Das sei zwar schmerzlich, die Kosten hätten sich aber so oder so nicht vermeiden lassen, da das Gymnasium bisher keinen Gasanschluss besaß.

Den entstandenen Aufpreis muss die Stadt allerdings jetzt aus der eigenen Kasse begleichen. Die beanspruchten Fördermittel lassen sich im Nachgang nicht mehr aufstocken. Zu den über 100 000 Euro Mehrkosten für die Turnhalle der Knöchel-Oberschule (SZ berichtete) kommen damit weitere rund 38 000 Euro für Sebnitz hinzu. Die jährlichen Einsparungen durch die neue Heizungsanlage des Gymnasiums wurden mittlerweile nach unten korrigiert. Statt der vor zwei Jahren angekündigten 26 000 Euro sind es nun noch 15 000 Euro, die pro Jahr weniger anfallen sollen.