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Platten werden aufgehübscht

Nach 20 Jahren bekommen die Wohnblöcke am Spitzgrund einen frischen Anstrich. An anderer Stelle fliegt die alte Heizung raus.

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© Arvid Müller

Von Peggy Zill

Coswig. Es wird bunter im Spitzgrund. Die Wohnungsbau und Verwaltungs GmbH Coswig (WBV) verpasst einigen Wohnblöcken an der Moritzburger Straße und an der Friedewaldstraße einen neuen Anstrich in Terrakotta. Das war nach 20 Jahren dringend nötig. „Durch den Wald hatten wir Algen an den Fassaden“, erklärt WBV-Geschäftsführerin Pia Engel. Auch dieses Mal muss auf die Fassadenbewohner Rücksicht genommen werden. Es gibt Fledermäuse, die in spezielle Kästen einziehen sollen. Ein Gutachter begleitet die Auflagen des Naturschutzes.

Welche Farben an die Fassaden kommen, ist im Vorfeld genau festgelegt worden. „Wir können ja nicht ganz so abschweifen von der Umgebung“, erklärt Pia Engel.

An der Moritzburger Straße 98 und 100 sind die Maler derzeit zugange. An der Friedewaldstraße 3 und 5 werden die Arbeiten sich bis ins kommende Jahr ziehen, so Engel. Dann sind die Hofseiten dran. Der letzte Block an der Spitzgrundstraße wird bereits abgerüstet. Und auch die Arbeiten an der Moritzburger Straße 50 und 52 sind fast fertig. Bald werden die neuen Balkone angebaut.

Und noch in diesem Jahr soll der erste Spatenstich für das neue Mehrfamilienhaus hinter den Häusern an der Moritzburger Straße erfolgen. Geplant sind bis zu 14 Wohnungen.

Alle unsanierten Häuser kommen dran

Die Häuser, die im Spitzgrund noch unsaniert sind, sollen in den kommenden Jahren an die Reihe kommen, verspricht Pia Engel. Immer dann, wenn die finanziellen Mittel es erlauben.

Gleichzeitig bekommen die Häuser an der Lindenauer Straße 15 bis 29 eine neue Heizung. Rund 630 000 Euro kostet die Sanierung. Das ist eine der größten Investitionen der WBV in diesem Jahr. Die alte Einrohr- wird durch eine Zweirohrheizung ersetzt. Die Arbeiten, die Anfang Juli begonnen haben, dauern noch bis Anfang Oktober. Für die Mieter im Block ist das keine ganz einfache Zeit. Denn die alten Rohre müssen rausgerissen und die neun Stränge durch die Wohnungen verlegt werden. Mit den Bewohnern wurde dass im Vorfeld abgestimmt und wer wollte, konnte für die Zeit der Bauarbeiten in eine Gästewohnung ziehen. Das Angebot haben laut Pia Engel nur zehn bis 15 Prozent der Mieter angenommen. „Es sind aber auch einige Leerwohnungen dabei“, so die Geschäftsführerin.

Der Umbau soll sich für die Mieter lohnen. Die WBV geht von einer Kostenersparnis von etwa 30 Prozent aus. „Das ist natürlich abhängig vom Nutzer“, so Engel. Denn jede Wohnung wird mit einer Wohnungsstation ausgestattet. In der wird das warme Wasser erzeugt. „So zahlt jeder nur das, was er wirklich verbraucht“, erklärt Pia Engel. Und es soll weniger Streit geben. Bisher bestanden die Heizkosten zu einer Hälfte aus den Grundkosten und zur anderen aus dem tatsächlichen Verbrauch. Das wird nun geändert. Mit der nächsten Abrechnung stellt die WBV auf 30 Prozent Grundkosten und 70 Prozent Verbrauch um. Sparsamkeit zahlt sich so mehr aus. Mit der Modernisierung der Heizung steigt allerdings auch die Miete um 80 Cent pro Quadratmeter.

Aktuell hat die WBV 2 225 Wohnungen im Bestand. Davon waren im vergangenen Jahr nur 217 nicht vermietet. Vor sechs Jahren waren es fast doppelt so viele. Und die Plattenbausiedlungen werden auch bei jüngeren Mietern wieder beliebter: Während 2010 noch mehr Leute eine Wohnung kündigten, als es Neubezüge gab, hat sich auch das zum Positiven gewendet. 2015 begrüßte die WBV 221 neue Mieter und verlor 192.