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Bischofswerda

Plötzlich Nachwuchs

Dass die Schönhörnchen Zuwachs erwarten, ahnte im Seniorenhäusl Großharthau niemand. Entdeckt wurde das Tierbaby eher zufällig.

Possierlich: Die Schönhörnchen haben im Seniorenhäusl in Großharthau viele Fans. Der Hausmeister sorgt dafür, dass sich die tierischen Mitbewohner immer wohlfühlen. © Steffen Unger

Großharthau. Das Seniorenhäusl hat einen neuen Mitbewohner. Und zwar einen tierischen. Denn das Schönhörnchen-Paar, welches gemeinsam mit einem Weißbüschel-äffchen und zwei Streifenhörnchen das Gehege im Foyer bewohnt, bescherte den Großharthauern jetzt unerwarteten Zuwachs. Zum ersten Mal seit dem Einzug der schönen Exoten vor fast genau einem Jahr.

Mitbekommen habe man von der bevorstehenden Nachkommenschaft rein optisch allerdings eher nichts, verrät Heimleiter Roman Wobst. Das Weibchen sei nicht viel dicker gewesen als sonst. Kein Gedanke also daran, dass es trächtig sein könnte. Doch Heidi Freudenberg, die das Gehege von ihrem Büro aus gut im Blick hat und die tierischen Bewohner auch schon an ihren Lauten ganz gut unterscheiden kann, hatte da so ein Gefühl. Schließlich turnte das Pärchen auffällig oft um seine kleine Behausung in der Voliere herum. „Und mir war auch, als ob ich dort eine Nase, die herausguckt, gesehen habe.“ Also drängelte sie den Hausmeister, der sich in erster Linie um die tierischen Mitbewohner kümmert, doch mal das Dach des kleinen Häuschens zu lüpfen.

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Tatsächlich fand sich ein klitzekleines Fellknäuel darin. Ungefähr so groß wie eine Zigarettenschachtel. Da der Schönhörnchennachwuchs nackt auf die Welt kommt – das wissen die Großharthauer inzwischen aus der entsprechenden Fachliteratur – lebte der tierische Zuwachs also schon ein Weilchen unentdeckt und wohlbehütet in der hölzernen Behausung. Inzwischen hat sich das Nager-Baby toll entwickelt, hat gut zugenommen und ist in kurzer Zeit auch ganz schön gewachsen. Von seinen Eltern ist es nur noch durch die rosa Streifen zu unterscheiden, die bei Mama und Papa Schönhörnchen strahlend weiß sind. Ihrer besonderen Fellfärbung verdanken die Nagetiere wahrscheinlich auch ihren Namen. Denn mit ihrem tiefschwarzen Rücken, dem rötlichen bis orangefarbenen Bauch und den weißen Streifen sehen die Kleinsäuger wirklich echt schön aus.

Begeisterte Heimbewohner

Noch ist der Nachwuchs dieser Exoten etwas scheu, weiß Heidi Freudenberg. „Aber er zeigt sich schon.“ Dieser Tage sei das Jungtier sogar mal fast eine Stunde draußen gewesen, habe in aller Seelenruhe gefressen. Was die Verwaltungsmitarbeiterin gleich mit dem Handy gefilmt hat. „Das war aber auch zu niedlich.“ Überhaupt hält Heidi Freudenberg ganz oft mit der Handykamera fest, was so im Gehege abgeht.

Das interessiert auch die Heimbewohner. Die Bank vor der Voliere im Flur ist deshalb ein beliebter Platz. „Manche verbringen den ganzen Vormittag hier“, weiß Heidi Freudenberg. Sie schauen zu, wie die Streifenhörnchen wieselflink von einem Ast zum anderen springen oder ständig durch den Kriechgang von drinnen nach draußen und von draußen nach drinnen flitzen. Die graubraunen Nager mit den schwarzen Streifen auf dem Rücken sind nur halb so groß wie die Schönhörnchen. Dafür doppelt so quirlig, so Heimleiter Roman Wobst. „Sie haben einen enormen Bewegungsdrang.“ Das Weißbüscheläffchen hingegen mag es eher ruhig. Oft sucht es sich ein ruhiges Plätzchen, wo es ungestört chillen kann. Sein Lieblingsplatz ist aber die Wärmelampe. „Da hängt er immer davor und wärmt sich den Bauch“, verrät die Mitarbeiterin. Wenn es draußen wieder wärmer ist, genießt das Äffchen auch gern die Sonnenstrahlen in der Außenvoliere.

Seit das Großharthauer Pflegeheim vor zehn Jahren eröffnet wurde, gehören Tiere im Foyer dazu. Anfangs waren es nur Äffchen. Die putzigen Tierchen sind auch bei Spaziergängern und Besuchern sehr beliebt. „Da kommen viele gucken“, weiß Heidi Freudenberg. Vor allem auch Kinder.