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Plötzlich Weihnachtskind

Die fünfjährige Lotta Kirchhübel ist Pirnas Weihnachtskind 2018. Dabei war der Plan ihrer Familie ein ganz anderer.

© Norbert Millauer

Von Maximilian Helm

Görlitz – Immer eine Reise wert

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Pirna. Hin- und hergerissen zwischen Freude und Scham steht die kleine Lotta vor dem großen Banner mit ihrem Gesicht. Und dabei sollen es noch mehr werden: Allein über dreißig großformatige Poster im Dresdner Raum, mehrere Zehntausend Postkarten und Hunderte Plakate sind geplant. Und auf jedem Einzelnen ist die Fünfjährige abgebildet. Lotta, in festlichem Kostüm, fröhlich an einem Zimtstern knabbernd.

Das Pirnaer Weihnachtskind ist seit vier Jahren das Werbegesicht für die weihnachtlichen Veranstaltungen der Stadt unter dem Motto „Pirna – Weihnachten wie gemalt“. Dabei können sich Eltern mit ihrem Kind bewerben. Aus den Bewerbungen wird dann eine Vorauswahl getroffen, es geht vor allem darum, möglichst fotogen zu sein. Dieses Jahr wurden acht Kinder von der verantwortlichen Dresdner Agentur eingeladen. „Gesucht war ein Kind das fröhlich und vor allem auch ein bisschen frech ist. Beim Casting hat Lotta dann sofort überzeugt.“, sagt Annika Becher von der Agentur Zastrow und Zastrow.

Den ersten Auftritt am Montag, den sie gemeinsam mit dem Pirnaer Oberbürgermeister bestreitet, meistert sie ohne Probleme. Hin und wieder berichtigt sie das Stadtoberhaupt sogar – schließlich ist es ihr Gesicht auf dem eben enthüllten Poster.

Dabei war Lottas Kandidatur ein wenig zufällig. Ihre große Schwester Hannah war vor einigen Jahren im SZ-Weihnachtskalender zu sehen. Ihre Eltern dachten, das Pirnaer Weihnachtskind wäre ein Kalendermotiv und schickten Lotta, die sonst in den Kindergarten geht, zum Casting, wo sie überzeugte. „Das Ganze ist daraufhin etwas eskaliert“, gesteht ihre Mutter Doris lachend. Lotta wird jetzt gemeinsam mit dem Oberbürgermeister den Canaletto-Weihnachtsmarkt eröffnen.

Zudem wird sie beim Stollenfest, bei der Blaulichterparade und auch beim Adventsleuchten dabei sein.

Das Fotoshooting zum Kampagnenmotiv hat Lotta auch schon hinter sich gebracht. „Ich hatte wirklich Sorgen, weil sie nach dem Tag im Kindergarten sehr erschöpft war“, erzählt Mutter Doris. Doch dann sei das Foto nach nicht einmal einer Stunde im Kasten gewesen. Lotta ist wohl schon jetzt ein echter Profi.

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