merken
PLUS Sachsen

1.100 neue Lehrer zum Schuljahresstart

Trotzdem wird der Bedarf nicht gedeckt. In Bautzen fehlen Grundschullehrer, in Chemnitz wird es an Oberschulen eng.

Sachsen konnte 184 Lehrerstellen nicht besetzen.
Sachsen konnte 184 Lehrerstellen nicht besetzen. © Symbolfoto: dpa/Daniel Karmann

Dresden. Sachsen startet am kommenden Montag in das neue Schuljahr. 1.100 neue Lehrer wurden gesucht, um den Bedarf an den Schulen zu decken. 916 Stellen konnte das Kultusministerium zum 14. August besetzen. Etwa 80 Angebote des Landesamtes seien noch offen, sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Donnerstag. Im vergangenen Schuljahr konnten nur 870 von 1.100 Stellen besetzt werden.

Der Minister zeigte sich angesichts der leicht gestiegenen Lehrereinstellungen zuversichtlich. „Wir sehen Licht am Ende des Tunnels und das Licht wird heller“, sagte er. „Dennoch wird das neue Schuljahr uns Anstrengungen abverlangen. Aber wir werden diese meistern.“ Für die freien Stellen hatten sich etwa 1.223 ausgebildete Lehrer beworben. 234 Lehrer kommen aus anderen Bundesländern.

Anzeige
Eine Pflegeimmobilie als Kapitalanlage
Eine Pflegeimmobilie als Kapitalanlage

In Hainichen kann ab sofort sicher, sorglos und sozial wertvoll Geld angelegt werden.

Zu den 916 Stellen, die mit grundständig ausgebildeten Lehrern besetzt sind, kommen noch 198 Seiteneinsteiger. Sie wurden schon im Mai eingestellt und können nach einer dreimonatigen Qualifikation am Montag in den Schulen anfangen. Der Anteil der Seiteneinsteiger liegt damit bei etwa 20 Prozent, im vergangenen Schuljahr waren es noch 35 Prozent.

Trotzdem bleibt der Lehrermangel spürbar. In Ostsachsen sind zum Schuljahresbeginn noch 99 Stellen offen – mehr als die Hälfte der zu besetzenden Stellen. Die meisten Lehrer fehlen an Grund- und Oberschulen. In der Region Chemnitz konnten nur 60 Prozent der freien Stellen besetzt werden. Von den 81 gesuchten Oberschullehrern wurden nur 16 eingestellt. Piwarz rechnet deswegen „mit erheblichen Schwierigkeiten“, den Unterricht abzudecken. Das soll über erneute Stellenausschreibungen, Abordnungen aus anderen Schulen und das Programm Unterrichtsversorgung geschehen.

Kultusminister Christian Piwarz (CDU) stellte die Zahlen zum Schuljahresbeginn 2019/20 vor. 
Kultusminister Christian Piwarz (CDU) stellte die Zahlen zum Schuljahresbeginn 2019/20 vor.  ©  dpa/Sebastian Kahnert

An Grundschulen in Dresden und Leipzig sowie an Gymnasien in ganz Sachsen sind sogar mehr Lehrer eingestellt worden als geplant. „Wir haben versucht, möglichst viele Einstellungen zu realisieren“, sagte Piwarz. Nicht besetzte Stellen an Oberschulen wurden dafür in Stellen für Gymnasiallehrer umgewandelt. „Ich will mir den Vorwurf nicht gefallen lassen, dass wir Lehrer nicht einstellen, obwohl wir sie in Sachsen brauchen.“

Die Wünsche der jungen Lehrergeneration entsprächen  leider nicht immer den Einstellungsbedarfen, sage Jens Weichelt vom Sächsischen Lehrerverband. Fast die Hälfte der grundständig ausgebildeten Bewerber ist Gymnasiallehrer und mehr als 70 Prozent der Junglehrer wollen nach Dresden oder Leipzig. „Wo es keine Bewerber gibt, kann man sie auch nicht einstellen, verbeamten und gut bezahlen“, so Weichelt. 

Um mehr Lehrer in den ländlichen Raum zu locken, bietet Sachsen einen Zuschlag: Wer während seiner Ausbildung in einer Bedarfsregion unterrichtet und sich verpflichtet, nach dem zweiten Staatsexamen für mindestens fünf Jahre an einer Schule im ländlichen Raum zu arbeiten, bekommt 1.000 Euro mehr. Ein Drittel der 453 Referendare, die zum 1. August ihren Vorbereitungsdienst begonnen haben, nutzt diesen Anwärtersonderzuschlag.  

Weiterführende Artikel

Die Schulpolitik geht in die richtige Richtung

Die Schulpolitik geht in die richtige Richtung

In Sachsen fehlen zum Schuljahresbeginn erneut Lehrer. SZ-Bildungsredakteurin Andrea Schawe erkennt dennoch gute Ansätze. Ein Kommentar. 

Ab Montag gelten auch die neuen Stundentafeln und Lehrpläne, unter anderem wird Gemeinschaftskunde ab Klasse 7 zur Pflicht und die Medienbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung gestärkt. Zum neuen Schuljahr werden außerdem 114 Schulassistenten zur Unterstützung der Schulen und Lehrkräfte eingestellt.

Nach vorläufigen Zahlen lernen im Schuljahr 2019/2020  etwa 481.300 Schülerinnen und Schüler an 1.772 öffentlichen und freien Schulen. Damit sind die Schülerzahlen und die Zahl der Schulen erneut gestiegen.

Mehr zum Thema Sachsen