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100 Jahre in der Luft

1914 landete das erste Flugzeug in Großenhain – an diesem Wochenende wird das Jubiläum gefeiert.

Von Udo Lemke

Irgendetwas war in den vergangenen 100 Jahren über Großenhain immer in der Luft. Das erste Fluggerät, das hier ankam, war eine sogenannte Stahl-Taube, deren Flügelform den Samen einer tropischen Kürbispflanze nachempfunden worden war. Am 21. Februar 1914 setzten Flugzeugführer Leutnant Emil Clemens und Beobachter Leutnant Rudolf Hasenohr mit der Stahl-Taube auf.

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Auch die anderen frühen Maschinen sahen mit ihren Drahtverspannungen, Leinwandflügeln und Holzpropellern für heutige Verhältnisse nicht sehr vertrauenerweckend aus. Aber sie hielten sich in der Luft – das Flugwesen, es entwickelte sich. Einen fantastischen Blick in dessen Pionierzeit und die folgenden Jahrzehnte gewährt das Fliegende Museum am Flugplatz Großenhain auch an diesem Sonnabend und Sonntag, wenn dessen 100-jähriges Jubiläum mit einer großen Air-Show gefeiert wird. Das Fliegende Museum zeigt etwa 20 flugfähige Oldtimer-Flugzeuge und einige davon werden sich auch in die Lüfte erheben. Dazu passen die leider schon ausverkauften Rundflugangebote mit einer Ju 52, dem seinerzeit hochmodernen Ganzmetallflugzeug.

Mit Manfred von Richthofen, dem sogenannten Roten Baron, erhielt der erfolgreichste Jagdflieger des Ersten Weltkriegs seine erste kurze fliegerische Ausbildung in Großenhain. Das Fliegende Museum zeigt eine Fokker Dr. I, das Dreidecker-Jagdflugzeug, mit dem Manfred von Richthofen 19 seiner 80 Luftsiege erzielte und in der er 1918 auch den Tod fand.

Als Gäste haben sich heutige Flieger von der Bundeswehr und der Marine in Großenhain angesagt. Auf der 2 400 Meter langen und 48 Meter breiten Startbahn wird eine C-160 Transall, das Transportflugzeug der Bundeswehr, mit seinen 40 Metern Flügelspannweite landen. Auch ein Hubschrauber Eurocopter 135 wird zu sehen sein. Für Gäste des Flugplatzfestes bietet das Lufttransportgeschwader 63 aus Hohn in Schleswig-Holstein Führungen durch die Transall an.

Demonstrationsvorführungen wird auch ein in der ehemaligen Sowjetunion entwickelter Helikopter, der Mil Mi-2, in Großenhain fliegen. Das Besondere dabei: Die in Großenhain zu sehende Maschine wurde vom oberfränkischen Lederwarenfabrikanten Valerian Kießling von der spartanischen Militärmaschine zur Luxus-Leder- Variante umgestaltet.

Natürlich zählt das umfangreiche Flugprogramm zu den Höhepunkten der Veranstaltung – was vom Verbandskunstflug bis zum Modellflug alles bietet, was man von einem geschichtsträchtigen Jubiläum erwarten kann! Dabei werden mehr als 50 verschiedene historische und moderne Flugzeugtypen zu erleben sein.

Damit aber nicht genug – nicht nur in der Luft, sondern auch am Boden wird einiges geboten. So werden der Militär-Historische Förderverein e. V. Garnisonsstadt Großenhain und dessen Partner zahlreiche Kettenfahrzeuge wie Panzer und mehrere Dutzend historischer Radfahrzeuge, Pkw und Motorräder präsentieren. Und wer einmal mit einem Panzer mitfahren will, kann dies ebenfalls tun. Natürlich wird in Großenhain auch für das leibliche Wohl gesorgt sein. Es gibt eine Schausteller- und eine Kinderwiese mit Hüpfburg, wobei Kinder bis 14 Jahre freien Eintritt aufs Festgelände haben.

www.grossflugtage.de