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13 Menschen aus politischen Motiven getötet

Die seit der Wende in Sachsen  ermittelten Täter stammen vor allem aus dem rechten Lager. Nur einer war kein Deutscher. 

Der Gedenkstein auf dem Jorge-Gomondai-Platz erinnert an den Mosambikaner, der 1991 nach einer Hetzjagd durch rechte Jugendliche in Dresden starb.
Der Gedenkstein auf dem Jorge-Gomondai-Platz erinnert an den Mosambikaner, der 1991 nach einer Hetzjagd durch rechte Jugendliche in Dresden starb. © André Wirsig

Dresden. Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) hat jetzt auf Anfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Carsten Hütter eine aktuelle Übersicht über alle politisch motivierte Tötungsdelikte seit der Wende veröffentlicht. Demnach war der Tod des Mosambikaners Jorge Gomondai, der im Frühjahr 1991 nach einer Hetzjagd durch rechte Jugendliche in Dresden starb, der erste Fall dieser Art. Die Täter wurden dreieinhalb Jahre später zu Bewährungs- und einer Haftstrafe verurteilt. 

Insgesamt wurden nach Angaben des Ministers bis Ende vergangenen Jahres 13 Menschen in Sachsen aus politischen Motiven getötet. Acht der Opfer waren Deutsche. Jeweils ein Getöteter stammte aus Syrien, Portugal, Ägypten, dem Irak sowie aus Mosambik.

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Die ermittelten und rechtskräftig verurteilten Täter kamen fast ausschließlich aus dem rechten Milieu. Bis auf einen Russen handelte es sich dabei allen um Deutsche. Nur in einem Fall, bei dem ein Deutscher im August 2018 in Chemnitz starb und der zurzeit vor Gericht verhandelt wird, führt die Statistik mit einem Syrer einen ausländischen mutmaßlichen Täter auf.

Wöller verweist in seiner Antwort auf die AfD-Anfrage darauf, dass es sich bei der Einstufung der einzelnen Fälle als politisch motivierte Tötungsdelikte stets um eine vorläufige Einschätzung für die Polizeiarbeit handelt. Alle Delikte würden regelmäßig überprüft und bei neuen Erkenntnissen gegebenenfalls neu eingestuft. Das gelte auch für den aktuellen Chemnitzer Fall.

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