merken
PLUS

13 000 Bürger sind nicht wichtig genug

Abbau der Grundversorgung im Landkreis bleibt beschlossene Sache – Michael Bauschke von den Großenhainer Priraten schreibt: Nicht einmal offiziell eingeladen waren die Petenten, die sich gegen die Schließung...

Abbau der Grundversorgung im Landkreis bleibt beschlossene Sache – Michael Bauschke von den Großenhainer Priraten schreibt:

Nicht einmal offiziell eingeladen waren die Petenten, die sich gegen die Schließung der Geburtenstation in Radebeul engagieren und dafür in wenigen Wochen mehrere Tausend Unterschriften sammelten. Am Donnerstag, dem 28. November, beschloss der Verwaltungsausschuss des Kreistages, dass auch 13  000 Bürger nicht relevant genug sind, um eine erneute Beratung des Kreistages über das Thema Radebeuler Geburtenstation einzuberufen. Dabei hätte diese Anzahl an Bürgern, wenn sie 2009 zur Kreistagswahl gegangen wären, 12 Prozent der Stimmen ausgemacht.

City-Apotheken Dresden
365 Tage für Patienten da
365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

„Wenn jemand in so kurzer Zeit so viele Unterschriften sammelt und das nicht einmal ausreicht, um eine Beratung eines Antrages damit zu bewirken, dann läuft hier einiges falsch“, beschwert sich Sören Skalicks, Vorstandsvorsitzender der Piratenpartei Meißen. „Wäre die Initiative im Vorfeld rechtlich ausreichend beraten worden, würden wir jetzt über ein Bürgerbegehren reden, dafür reichen 20 000 Unterschriften aus und diese Anzahl hätte man in der Zeit problemlos zusammen bekommen.“

Was der Kreistag am 26. September 2013 beschlossen hat, war nicht nur die Schließung der Geburtenstation in Radebeul. Der Beschluss umfasst nämlich das Gesamtkonzept der Elblandkliniken. Und wenn der neue Vorsitzende Ohi dieses durchsetzt, wird die Station nicht die Letzte sein, die geschlossen wird. Ohi plant eine Spezialisierung der Standorte. Dies bedeutet, dass in den einzelnen Standorten noch mehr Stationen schließen werden und die Fahrtwege für die Bürger hier immer länger werden. Die Station in Radebeul war nach unabhängigen Bewertungen die mit Abstand Beste im Landkreis, sogar eine internationale Auszeichnung hat sie vor wenigen Jahren erhalten. Doch weder Qualität noch eine flächendeckend ortsnahe Versorgung scheinen hier im Vordergrund zu stehen.

„Dass eine so wichtige Entscheidung ausschließlich auf finanziellen Aspekten beruht und so sowohl entgegen der Meinung der Bevölkerung als auch unabhängig der Qualität der Versorgung gefällt wird, ist ein Unding.“, so Skalicks weiter. „Der Mensch muss in Mittelpunkt der medizinischen Versorgung stehen. Und ein Klinikum, dass eine Geburtenstation schließt, aber ein Hotel betreibt, tut das nicht.“