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PLUS Kamenz

15 Millionen Euro für den Lessing-Campus

Der Freistaat Sachsen fördert den Umbau und die Erweiterung des Kamenzer Gymnasiums. Davon profitieren nicht nur die Schüler.

So wird der Schulcampus an der Oststraße in Kamenz aussehen. Der historische Teil (r.) wird energetisch saniert. Der Neubau beherbergt auch die neue Lessing-Bibliothek. Fehlt nur die Turnhalle. Vorerst wird mit einem Shuttle an den Flugplatz gependelt.
So wird der Schulcampus an der Oststraße in Kamenz aussehen. Der historische Teil (r.) wird energetisch saniert. Der Neubau beherbergt auch die neue Lessing-Bibliothek. Fehlt nur die Turnhalle. Vorerst wird mit einem Shuttle an den Flugplatz gependelt. © René Plaul

Kamenz. Die Kamenzer Lessingschule wird in den nächsten zwei Jahren umfangreich saniert und erhält einen modernen Anbau an ihre bestehende historische Substanz. Ein Schulcampus, der seinesgleichen in der Region sucht, entsteht mitten in der Stadt. In bester Lage eines Gründerzeitviertels. Und ist somit durch das EFRE-Programm „Nachhaltige Stadtentwicklung“ förderfähig. Dennoch: Um das Mega-Bauprojekt zu stemmen, muss der Landkreis Bautzen kräftig investieren. Zusammen mit der parallel laufenden Sanierung der 2. Oberschule Kamenz stehen immerhin rund 40 Millionen Euro auf der Agenda. „Das ist die größte Investition des Landkreises der letzten Jahre“, betonte Landrat Michael Harig am Donnerstag.

Nach acht langen Jahren zähen Ringens standen bei einem festlichen Zusammentreffen in der Aula der Lessingschule endlich alle Zeichen auf Zukunft. Am Donnerstagvormittag weilte Staatsminister Thomas Schmidt mit zwei spektakulären Fördermittelbescheiden in Kamenz. Mit insgesamt 15 Millionen Euro unterstützt das Land das Projekt. Ein Teil fließt in den modernen Neubau, der unterhalb der bisherigen Schule errichtet wird. Der andere Teil kommt der energetischen Sanierung des Altbaus zugute. 

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Außerdem bekommt die Stadtbibliothek „Gotthold Ephraim Lessing“ in diesem Zuge eine neue Unterkunft mit allen Raffinessen, die man sich in der Branche wünschen kann. „Eine solch hohe Förderung ist heutzutage keineswegs selbstverständlich“, sagte Harig. Und unterstrich nochmals die Bedeutung des urbanen Zentrums, welches hier entsteht. „Der neue Schulcampus hat Strahlkraft nach außen, auch weil Schüler aus dem gesamten ländlichen Bereich hier künftig lernen werden. Die Große Kreisstadt Kamenz etabliert sich damit als Mittelzentrum“, hieß es.

Mehr als ein gewöhnlicher Unterrichtsort

Die Diskussion um die einzelnen Schulstandorte wäre allerdings keine Einfache gewesen. „Die Kapazität des bereits vorhandenen Kamenzer Gymnasiums war eigentlich ausreichend. Eher hatte die 2. Oberschule an der Saarstraße eine Sanierung dringend nötig“, so Michael Harig. Und doch entschied man sich, ein Exempel zu statuieren und beide Projekte anzugehen. „Hier geht es eben auch um Stadtentwicklung, die wir in Sachsen künftig stärker in den Fokus rücken werden“, so Thomas Schmidt, dessen neuer Ministerposten auch das Wort „Regionalentwicklung“ im Namen führt. „Das Gymnasium wird mehr als ein gewöhnlicher Unterrichtsort sein. Zusammen mit der Bibliothek und den nahen anderen Schulen, wie dem Berufsschulzentrum und der frisch sanierten 2. Oberschule, kann man schon von einem Campus sprechen“, sagte er.

Die Bauarbeiten starten bereits in den nächsten Wochen. Für den Neubau sind leider auch ein paar Baumfällungen nötig, welche aber durch Ersatzpflanzungen ausgeglichen werden. Anschließend geht es an die Vorbereitung der Fläche, auf der künftig der große Neubau stehen soll. Noch lernen momentan die Schülerinnen und Schüler der 2. Oberschule vor Ort. Sie sollen spätestens in den nächsten Herbstferien wieder in ihr Stammhaus zurückziehen, das bis dahin rundum erneuert ist. 

Anschließend beginnt eine wirklich sportlich bemessene und harte Bauzeit. „Wir wünschen uns einen schnellen Verlauf für das Bauvorhaben, und dass alles kosten- und zeitgerecht über die Bühne läuft“, so der Landrat. Bei der momentanen Baukonjunktur sei das leider aktuell alles andere als leicht. Doch die Zeit drängt. Das Land Sachsen hat längst eine Nachnutzung für die bald leer stehenden Gebäude des bisherigen Gymnasiums am Rand der Stadt gefunden. Auch dank der Mitarbeit des Landtagsabgeordneten Aloysius Mikwauschk ist es gelungen, dass wichtige Bereiche der technischen Infrastruktur des Landes Sachsens hier in Kamenz ansässig werden. Der Staatsbetrieb „Sächsischer Informatik- Dienst“ will Ende 2022 einziehen. Bis dahin muss der neue Lessing-Campus also auf jeden Fall bezugsfertig sein. „Wir haben eine volkswirtschaftliche Verantwortung. Leerstände wären fatal“, so Michael Harig.

Rückenwind aus Dresden

Auch der Kamenzer Oberbürgermeister Roland Dantz strahlte Donnerstagvormittag: „Dass der Freistaat uns hier mit blanker Münze entgegenkommt, ist sehr erfreulich. Das ist Rückenwind aus Dresden, den unsere Region braucht. Auch den Kreisräten danken wir für ihren weitsichtigen Beschluss. Wir drücken durch den Erhalt der Lessingschule an diesem Standort unsere Verbundenheit mit unserer eigenen Geschichte aus,“, sagte er. „Und wir brauchen Zukunft!“ Mit einer aktuellen Einwohnerzahl von nur 17.000 läge man hinter den Hochrechnungen zurück. „Wir mussten in den letzten Jahren einen ganz schönen Aderlass verkraften“, so Dantz.

Und Schulleiter Wolfgang Rafelt brachte die Sicht seines ganzen Kollegiums auf den Punkt: „Wir freuen uns riesig auf das, was kommt. Neben allen modernen Zukunftsaussichten ist der größte Wert, der entsteht, die Nähe zur Stadt. Wir spürten schon, dass wir in den letzten Jahren etwas abgehangen waren vom Geschehen. Das wird ein spannender Austausch!“

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