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150 neue Jobs für Bautzen

Der IT-Spezialist Itelligence baut ein großes Rechenzentrum – mit Absicht nicht in einem Gewerbegebiet.

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Von Christoph Scharf

Ein guter Tag für den Wirtschaftsstandort Bautzen: Der IT-Dienstleister Itelligence will ein großes Rechenzentrum errichten. Am Rand der Neustadt entstehen 150 neue Arbeitsplätze für Informatiker. Schon jetzt beschäftigt Itelligence in Bautzen rund 170 Mitarbeiter, die sensible Kundendaten von Unternehmen aus aller Welt verwalten. Mit dem neuen Rechenzentrum kommen 5.000 Server und ein repräsentatives Bürogebäude dazu.

Feld weicht Rechenzentrum: Auf diesem Bautzener Grundstück an der Schliebenstraße Ecke Schmoler Weg errichtet die Firma Itelligence bis 2015 einen Neubau für 5000Server.
Feld weicht Rechenzentrum: Auf diesem Bautzener Grundstück an der Schliebenstraße Ecke Schmoler Weg errichtet die Firma Itelligence bis 2015 einen Neubau für 5000Server.

„Bautzen ist genau der richtige Standort für die Erweiterung“, sagt Mirko Kruse, Geschäftsführer Outsourcing & Services Deutschland. In Bautzen ist das Unternehmen 1998 mit zehn Mitarbeitern gestartet. „Hier sind wir groß geworden.“ Vom viel beschworenen Fachkräftemangel will der 40-Jährige nichts hören. Sowohl die Bautzener Berufsakademie als auch die Fachhochschule Görlitz/Zittau und die TU in Dresden würden für qualifizierten Nachwuchs sorgen. Die neuen Mitarbeiter finden ihren künftigen Arbeitsplatz allerdings nicht in einem Gewerbegebiet – sondern auf einem Areal an der Schliebenstraße, wo heute noch Getreide wächst. Das hat seinen Grund: „Aus Sicherheitsgründen müssen unsere Rechenzentren mindestens fünf Kilometer entfernt voneinander stehen“, sagt Mirko Kruse. Das neue Rechenzentrum ist als sogenannter „Zwilling“ für die bestehende Anlage im Gewerbegebiet Salzenforst geplant, zu der es Luftlinie gerade so fünf Kilometer sind. In beiden Zentren werden die selben Daten gespeichert und verwaltet. Durch diese Doppelung sind die Kunden auch bei einem Flugzeugabsturz, einem Brand oder einer Überschwemmung auf der sicheren Seite.

Die Erweiterung in der Bautzener Neustadt ist schon seit Längerem geplant. Itelligence kaufte das 14.000 Quadratmeter große Grundstück schon vor drei Jahren. Die Bedingungen an der Schliebenstraße sind ideal, weil dort spezielle Internet- und Telekommunikationsleitungen bereits anliegen. Nun beginnen die Planungen für den Neubau. „Noch ist die Suche nach einem Architekten nicht abgeschlossen. Aber wir wünschen uns eine moderne, zeitgemäße Architektur“, sagt der Geschäftsführer. Der Neubau, der gleichzeitig das größte Rechenzentrum von Itelligence in Deutschland wird, soll als neue Visitenkarte für das ganze Unternehmen dienen. Da die Planungen noch am Anfang stehen, lässt sich die Höhe der Investition noch nicht bestimmen. Mirko Kruse schätzt allerdings eine Summe in zweistelliger Millionenhöhe.

Der Neubau soll Ende 2015 in Betrieb gehen. Die Bauarbeiten dafür könnten nächstes Jahr beginnen. Bereits jetzt betreibt Itelligence in Bautzen für insgesamt 100.000 Nutzer drei Rechenzentren, die im Gewerbepark Wilthener Straße und in Salzenforst stehen. Das Unternehmen gilt als einer der international führenden IT-Komplettdienstleister im Umfeld des Software-Riesen SAP. Für Itelligence arbeiten in 22 Ländern zwischen Asien und Amerika mehr als 2.800 Menschen. Vergangenes Jahr erzielte die Firma einen Gesamtumsatz von mehr als 400 Millionen Euro.