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16 Verkehrstote in Mittelsachsen

Die Zahl der Verletzten bei Unfällen ist 2019 gesunken. Fast die Hälfte der Unfallfluchten wird aufgeklärt.

Am Ostermontag 2019 verstarb zwischen Schrebitz und Gallschütz ein 65-jähriger Mopedfahrer.
Am Ostermontag 2019 verstarb zwischen Schrebitz und Gallschütz ein 65-jähriger Mopedfahrer. © Dietmar Thomas/Archiv

Mittelsachsen. Vor fast genau einem Jahr passierte das Unglück. Ein 65-jähriger Mann aus Kiebitz verunglückte Ostermontag bei einem Verkehrsunfall am Abzweig Gallschütz auf der S 41. Er war mit seinem Moped unterwegs, kam von der Gallschützer Straße aus Schrebitz und wollte in Richtung Gallschütz fahren. Dabei musste er die S 41 kreuzen. Es kam zum Zusammenstoß mit einem Ford. 

Dessen 41-jähriger Fahrer erlitt einen Schock, ebenso die 14 und 38 Jahre alten Mitfahrer. Kameraden der Feuerwehr Schrebitz eilten zu Hilfe. Ein besonders schwerer Einsatz für das Team. Denn bei dem Verstorbenen handelte es sich um einen Kameraden der Wehr.

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Weniger Menschen sind auf Mittelsachsens Straßen gestorben.

Der 65-Jährige ist einer von insgesamt 16 Menschen, die im vergangenen Jahr in Mittelsachsen ihr Leben bei einem Verkehrsunfall verloren haben. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik für 2019 hervor, die die Polizeidirektion (PD) Chemnitz am Dienstag veröffentlicht hat. 

Im vergangenen Jahr sind damit drei Menschen weniger auf Mittelsachsens Straßen tödlich verunglückt, als im Jahr 2018. Insgesamt verstarben im Bereich der PD Chemnitz, zu der neben dem Landkreis Mittelsachen die Stadt Chemnitz sowie der Erzgebirgskreis und Abschnitte der Autobahn A 4 sowie A 72 gehören, 40 Menschen infolge eines Verkehrsunfalls, darunter ein Kind.

Die Zahl der Verletzten bei Unfällen ist gesunken.

Die Zahl der Unfälle im Landkreis ist 2019 um knapp 300 auf rund 7.600 gestiegen. Dafür jedoch sank nach Angaben der Statistik die Zahl der Verletzten von 1.097 auf 995. Zurückgegangen ist auch die Zahl der schweren Verletzungen infolge von Verkehrsunfällen.

 So mussten im vergangenen Jahr 290 Personen im Anschluss in einem Krankenhaus behandelt werden, 2018 waren es 334. Mit leichten Verletzungen haben 705 Menschen die Unfälle überstanden, knapp 60 weniger als noch 2018.

In der Region gibt es zahlreiche Unfallschwerpunkte.

Besonders häufig kracht es nach Angaben der PD Chemnitz in der Region Döbeln auf der B 169 in Clanschwitz am Abzweig Hohenwussen, auf der B 175/S 39 in Döbeln, in Hartha auf der K 7533/Umgehungsstraße am Abzweig Ascherhain, in Lüttewitz im Bereich der Kreuzung B 169 und K 7515 am Wolfsgut sowie auf der S 34 zwischen Zschepplitz und Großweitzschen.

 In Döbeln gelten die Bereichen Bahnhof-/Mastener Straße, Burg-Schlachthofstraße sowie Schiller-/Muldenstraße als Unfallhäufungsstellen. Die Schwerpunkte werden Gegenstand der nächsten Verkehrsschau sein, sagte Döbelns Sprecher Thomas Mettcher. Diese finden mehrmals im Jahr unter Beteiligung der jeweiligen Straßenbaulastträger, der örtlich zuständigen Verkehrsbehörde sowie der Polizei statt.

In über 100 Fällen warAlkohol Schuld an dem Unfall.

„Bei 123 Unfällen stand mindestens einer der Beteiligten unter Einfluss von Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln“, informierte Jana Ulbricht, Sprecherin der PD Chemnitz. Das sind knapp zehn Fälle mehr als im Vorjahr. 

Deutlich gestiegen ist die Zahl derjenigen, die von der Polizei mit Alkohol am Steuer erwischt wurden, noch bevor es einen Unfall gab. 445 alkoholisierte Fahrzeugführer wurden 2019 aus dem Verkehr gezogen, 2018 waren es 298. 

Doch der Alkohol ist nicht die Hauptursache für die Unfälle im Bereich der PD Chemnitz. Vielmehr spielen hier ungenügende Sicherheitsabstände, unangepasste Geschwindigkeiten sowie Fehler beim Wenden oder Rückwärtsfahren eine Rolle.

Zahl der Unfallfluchten erreicht höchstes Niveau seit fünf Jahren.

„Fast jeder fünfte Unfall im Landkreis Mittelsachsen war eine Unfallflucht“, sagt Jana Ulbricht. Insgesamt wurden 1.482 Fälle registriert, bei denen die Verursacher sich unerlaubt vom Unfallort entfernt haben. Das sind 75 Fälle mehr als 2018.

 „Die Aufklärungsquote liegt bei 48,2 Prozent“, sagt die Sprecherin der PD Chemnitz. Im Bereich der gesamten PD liegen die Zahlen auf dem höchsten Niveau der vergangenen fünf Jahre. Festgestellt worden sind demnach insgesamt 5.278 Fälle, eine Steigerung um 220 gegenüber dem Vorjahr.

Jeder vierte Unfall wird von einem Fahrer über 65 Jahre verursacht.

Im Bereich der PD Chemnitz gab es im vergangenen Jahr insgesamt 24.418 Unfälle. An jedem vierten davon war ein Fahrer von 65 Jahren oder älter beteiligt. „Diese Anzahl spiegelt sich auch bei der Anzahl der Verletzten und Getöteten dieser Altersgruppe wieder“, sagt Ulbricht.

 14 Senioren verloren 2019 ihr Leben am Steuer. An jedem sechsten Unfall waren statistisch gesehen Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren beteiligt. Aus dieser Altersgruppe verstarben fünf Menschen bei Verkehrsunfällen.

Mehr Motorradfahrer starbeninfolge eines Unfalls.

An 2,5 Prozent der Unfälle im Bereich der PD Chemnitz waren 2019 motorisierte Zweiräder beteiligt. Der Anteil ist gesunken. Auch wurden weniger Zweiradfahrer bei den Unfällen verletzt. Allerdings sind 2019 Personen bei diesen Unfällen verstorben, 2018 waren es sechs. 

Gestiegen ist auch die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Rad- oder Pedelecfahrern. Sie machen 2,8 Prozent aller Unfälle aus. Fünf Radfahrer verloren dabei ihr Leben. An 1,7 Prozent der Unfälle waren 2019 Fußgänger beteiligt. Sieben von ihnen überlebten die Unfälle nicht. 2018 waren es elf. 

Auf einen neuen Höchstwert, die vergangenen fünf Jahre betrachtet, gestiegen ist die Zahl der Wildunfälle im Raum Chemnitz. Sie machen knapp 12 Prozent aller Unfälle aus.

Über 1.100 Unfälle aufknapp 110 Kilometern Autobahn.

Über 1.100 mal hat es im vergangenen Jahr auf den Autobahnabschnitten gekracht, für die die PD Chemnitz zuständig ist. Seit dem 1. Juli 2019 sind dies auf der A 4 die Abschnitte zwischen Berbersdorf und Wüstenbrand sowie auf der A 72 der Bereich Röta bis Hartenstein. 

Bei den Unfällen auf den rund 110 Kilometern Autobahn sind 2019 im Bereich der PD Chemnitz 225 Personen verletzt worden, 86 davon schwer. Fünf Verkehrsteilnehmer verloren in den Bereichen ihr Leben. Bei rund 17 Prozent dieser Unfälle flohen die Verursacher unerlaubt von der Unfallstelle.

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