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1 800 Stunden im Einsatz

Ottendorfs Feuerwehren hatten 2014 reichlich zu tun. Doch nicht immer ist jeder Einsatz am Ende auch berechtigt.

© Bernd Goldammer

Von Sebastian Kositz

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Meterhoch lodern die Flammen, Rauch steigt in den nächtlichen Himmel auf. Stundenlang hält der Brand in der alten „Plasta“ an der Dresdner Straße die Feuerwehr Anfang September in Atem. Gleich drei Gebäude des früheren Presswerks stehen lichterloh in Flammen. Erst nach etwa zwölf Stunden gelingt es den Feuerwehrleuten aus Ottendorf-Okrilla und den umliegenden Gemeinden, auch die letzten Glutnester zu löschen. Ein Einsatz, der den freiwilligen Helfern alles abverlangt hat und der definitiv bei den Kameraden noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Für die Feuerwehren in Ottendorf war das Feuer im früheren Presswerk zugleich der größte Einsatz im vergangenen Jahr. Insgesamt mussten die aktiven Mitglieder der vier Wehren aus Ottendorf, Medingen, Hermsdorf und Grünberg 2014 einhundert Mal ausrücken. Bei einem knappen Drittel der Einsätze handelte es sich um Brände. Jeder zweite Einsatz ist hingegen unter der Rubrik „Technische Hilfeleistungen“ verbucht. Ein Begriff, der viele verschiedene Gründe zusammenfasst. Die Beseitigung von Sturmschäden und das Auspumpen von Kellern gehört ebenso dazu wie das Bergen von Fahrzeugen, das Aufnehmen von Ölspuren, die Tierrettung oder die Gefahrguteinsätze. Bei Letzterem sind allen voran die Feuerwehrleute aus Medingen gefragt. Die Medinger Wehr gehört zum Gefahrgutzug im Gebiet des Altkreises Kamenz und war unter anderem auch im Mai vor Ort, als wegen eines mit Chemikalien beladenen defekten Lastwagens die A 4 zwischen Ohorn und Burkau über Stunden komplett gesperrt werden musste.

Unterm Strich addieren sich die Einsätze der Feuerwehrleute aus Ottendorf-Okrilla für das vergangene Jahr auf 1 800 Stunden. Ein Kraftakt, den die allermeisten Einsatzkräfte in ihrer Freizeit und neben ihrem regulären Job stemmen. Doch nicht immer ist jeder Alarm auch ein Ernstfall. Oft schlagen in hiesigen Unternehmen Brandmeldeanlagen an, ohne dass es tatsächlich brennt. Allein die Ottendorfer Wehr verweist für 2014 auf zwölf dieser eigentlich unnötigen Einsätze, im Jahr zuvor waren es sogar noch 18 Fehlalarme. „Sehr oft liegt es daran, dass die Brandmeldeanlagen in den Firmen nicht richtig gewartet werden und bei einem Defekt Alarm auslösen“, erklärt Ottendorfs Gemeindewehrleiter Rico Pfeiffer. Aber: Insgesamt habe sich die Situation in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. „Wir haben viele Gespräche in den Unternehmen geführt, für das Thema sensibilisiert“, sagt Rico Pfeiffer. Auch der Umstand, dass die Gemeinde den Firmen derartige Einsätze in Rechnung stellt, habe inzwischen einiges bewirkt. Doch ganz vermeiden lassen sich Fehlalarme offenbar nicht. Seit Beginn dieses Jahres musste die Ottendorfer Feuerwehr bereits dreimal deshalb ausrücken.

Dank vieler Investitionen in den vergangenen Jahren sieht Rico Pfeiffer die Wehren in Ottendorf in Sachen Einsatztechnik gut aufgestellt. Erst vor eineinhalb Jahren hat die Gemeindeverwaltung für die Feuerwehr in Ottendorf ein neues Drehleiterfahrzeug beschafft, dafür etwa 600 000 Euro auf den Tisch geblättert. „Wir haben moderne Fahrzeuge, fahren nicht noch mit Technik aus DDR-Zeiten herum. Da war die Gemeinde stets sehr vorbildlich hinterher“, bedankt sich Rico Pfeiffer.

Allerdings kommen inzwischen auch wieder die ersten nach dem Mauerfall neu angeschafften Fahrzeuge in die Jahre. „In Hermsdorf haben wir ein Fahrzeug, das mittlerweile auch schon wieder zwei Jahrzehnte alt ist“, erklärt der Gemeindewehrleiter. Auch ein Einsatzwagen in Grünberg war bereits Mitte der 1990er-Jahre neu angeschafft worden. Nicht alles daran sei technisch auf dem neuesten Stand, abgesehen vom ganz normalen Verschleiß. „Wir müssen langsam darüber nachdenken, diese Fahrzeuge zu ersetzen“, sagt Rico Pfeiffer. Das sei zwar nicht sofort nötig, müsse aber schon jetzt bei den finanziellen Planungen der Verwaltungsmitarbeiter im Ottendorfer Rathaus für die folgenden Jahre mit im Hinterkopf behalten werden.

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