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Gegen Gemeinde-Willen: Wie das Riesen-Windrad wächst

Die Schöpstaler wollten keine neue Anlage. Der Stromerzeuger ersetzt eine alte – nur wird alles größer als bisher.

Der Windpark an der Autobahn A4 nahe der Fichtenhöhe
Der Windpark an der Autobahn A4 nahe der Fichtenhöhe © André Schulze

Im Schöpstaler Windpark Charlottenhof wird aktuell eine neue Windkraftanlage errichtet. Alles ging ganz schnell. „Innerhalb von einem Tag wurde die alte Anlage abgebaut“, sagt Bürgermeister Bernd Kalkbrenner. Auch eine Straße sei hergerichtet worden. Nun wächst die Anlage in die Höhe. Repowering, so hat der Bürgermeister gehört, sei das. Dabei werden alte Anlagen durch leistungsstärkere und in der Regel auch bedeutend größere Anlagen ersetzt.

Großen Einfluss auf das, was da passiere, habe die Gemeinde nicht. „Wir waren zuvor aufgefordert worden, unsere Stellungnahme abzugeben“, sagt der Bürgermeister. Der Gemeinderat habe der Errichtung des Stromerzeugers nicht zugestimmt. „Wir wollten die neue Anlage nicht unbedingt haben“, sagt Bernd Kalkbrenner.

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„Wir tun was für den Umweltschutz“

Doch einen direkten Einfluss, ob sie gebaut wird oder nicht, habe die Kommune nicht. Mehr kann er auch nicht dazu sagen und verweist an den Betreiber. Das ist die OWE Oberlausitzer Windenergie GmbH & Co. KG Windkraftanlage Schöpstal KG. Das Unternehmen will mit der SZ über den Bau nicht sprechen.

Eine Auskunft gibt es nicht. Nur so viel wird betont: „Wir tun was für den Umweltschutz.“ Zwölf Windräder stehen auf dem Windfeld Charlottenhof, wo der Windriese steht. Innerhalb und in der Nähe gibt es damit insgesamt 29 Windkraftanlagen. Die Zahlen gehen aus einem Bericht zur Umweltverträglichkeitsprüfung hervor. Sie wurden letztes Jahr im Landkreisjournal veröffentlicht.

Erneuerung wird fast doppelt so hoch

Da sind auch weitere Eckdaten über das, was im Schöpstal in die Höhe wächst, zu finden. Dabei handelt es sich um eine Enercon E-92 mit einer Nabenhöhe von rund 138 Metern und einer Gesamthöhe etwa 184 Metern. Damit wird die neue Anlage fast doppelt so hoch, wie die rückgebaute Anlage. Die ragte 100 Meter in Richtung Himmel.

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Ab wann das neue Schöpstaler Windrad Strom erzeugt, ist offen. Der Genehmigungsbescheid für den Bau wurde im Januar 2019 erteilt, teilt die Pressestelle des Landkreises auf Nachfrage mit. Das Datum der Nutzungsaufnahme müsse spätestens zwei Wochen vorher dem Umweltamt und dem Bundesamt für Umweltschutz mitgeteilt werden. „Bislang liegt dem Umweltamt des Landkreises Görlitz diese Anzeige nicht vor“, sagt Kreissprecherin Franziska Glaubitz. Die Behörde weiß ansonsten nichts über weitere Anträge für das Windfeld Charlottenhof zum möglichen Bau repowerter Windkraft-Anlagen.

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