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19 Jahre im Bau und immer noch nicht fertig

Die Oberschule in Coswigs Zentrum wird in Schritten umgebaut. Nun bekommt das Haus einen Lift. Fertig saniert ist die Schule damit aber nicht.

© Norbert Millauer

Von Philipp Siebert

Schon wieder. An der Leonhard-Frank-Oberschule im Coswiger Stadtzentrum wird gebaut. Seit 1994 geht das so. Das Schulhaus verändert sich in kleinen Schritten. Mal die Fassade oder der Sportplatz. Auch die Klassenräume wurden neu gemacht. Je nachdem, wie viel Geld im Stadtsäckel übrig war oder Fördergelder flossen.

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Nun ist allmählich das Ende in Sicht: Für rund 160 000 Euro bekommt die Schule einen neuen Aufzug. Der Lift wird dringend benötigt. In den letzten Jahren besuchten regelmäßig körperbehinderte Kinder die Schule. Derzeit lernt eine Schülerin, die auf eine Gehhilfe angewiesen ist, in der Schule. „In der Vergangenheit haben bei uns schon einige Kinder, die einen Rollstuhl brauchten, den Abschluss gemacht“, sagt Schulleiterin Monika Rosemann.

Bislang stand für diese Schüler nur ein Treppenlift vom dritten zum vierten Stock zur Verfügung. „Der Rest des Schulhauses ist noch nicht barrierefrei“, sagt Schulamtsleiter Stefan Sári. Um die Klassenräume zu wechseln oder in der Pause auf den Hof zu kommen, sind die Kinder bisher auf Hilfe angewiesen.

Mit dem neuen Lift soll sich das ändern. Der wurde bereits an der Nordseite des Gebäudes zwischen den Klassenräumen und dem Treppenhaus in Richtung Wettinplatz von außen an der Fassade angebracht. Was noch fehlt, ist die Betriebserlaubnis. Die wird gerade vom Bauamt geprüft und soll demnächst erteilt werden.

Das Schulamt will den Lift schnellstmöglich in Betrieb nehmen. Über den erreichen die Kinder zukünftig die ersten drei Etagen des Gebäudes. Das Dachgeschoss wird weiterhin nur über den schon vorhandenen Treppenlift erreichbar sein. Das ist aber noch nicht das Ende der unendlichen Umbaugeschichte an der Oberschule. „Der vordere Pausenhof müsste auch noch neu hergerichtet werden“, sagt Schulleiterin Rosemann. Dort sind die Wege noch nicht befestigt. Das Gelände vermülle zudem immer mehr.

Das Problem ist im Schulamt bekannt. Seit einigen Jahren nimmt sich die Stadt die Verschönerung des Hofes bereits vor. Doch bislang fehlte das Geld. Denn Fördermittel gibt es dafür nicht.

Das Rathaus hofft daher auf zusätzliche Mittel über die Ablösebeträge der Grundstücksbesitzer im Sanierungsgebiet Innenstadt. Etwa die Hälfte der Hauseigentümer haben ihren Anteil für die Aufwertung des Stadtzentrums bereits bezahlt. Von diesem Geld wird auch der jetzige Umbau beglichen – und davon sollen auch die noch anstehenden Arbeiten finanziert werden.

Wann der Rest der Schule saniert wird, steht aber noch nicht fest. „Wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr das Geld dafür haben“, so Sári. Dann geht der Umbau der Schule ins 20. Jahr.