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20 Jahre irisches Flair in Zittau

Im Irish Pub auf der Neustadt kann man viel erleben und sich wie in Irland fühlen. Überraschend ist immer wieder, was die Gäste so mitgehen lassen.

© Matthias Weber

Elke Mäffert erinnert sich noch gut an den 28. Februar 1998. Den ganzen Tag hatte sie mit vielen Helfern zwei Räume in der Bautzner Straße renoviert. Fünf Tage später sollte schließlich ihr Irish Pub „The Real Ones“ offiziell eröffnet werden und es war noch viel zu tun. Nach zwölf Stunden Arbeit mit Farbe und Pinsel blieben sie alle gleich da und feierten gemeinsam den Einstand in der neuen Kneipe. Dabei schienen sie vom Pech verfolgt, denn erst einmal fiel die Musikanlage aus.

Doch kurze Zeit später kam ein waschechter Ire zur Tür herein und fragte, ob er bei ihnen Musik machen darf. In Irland ist es üblich, dass die Gäste im örtlichen Pub Livemusik spielen. Natürlich hatte Elke Mäffert nichts dagegen und so verbreitete sich gleich am ersten Abend irisches Flair im „Real Ones“. Genau so hatte sich das die Chefin gewünscht. In ihrem Pub sollten sich die Zittauer und ihre Gäste treffen und gemeinsam Spaß haben. Nach dem ersten Auftritt des Iren bei der Eröffnungsparty blieb Livemusik ein fester Bestandteil des Konzepts. Vor allem im Winter treten viele Bands wie zum Beispiel Zix Hands, Voss oder Dorfgespräch auf.

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Doch in der Bautzner Straße blieb der Pub nicht lange. Nach fünf Jahren zog er um auf die Neustadt in den ehemaligen „Goldenen Stern“. Es folgten zwei Monate intensiver Arbeit. Gemeinsam mit Freunden und Bekannten verwandelten sie die uralte Kneipe in einen gemütlichen Pub. Elke Mäffert ist ihren Helfern heute noch dankbar. Sie alle haben sich mächtig ins Zeug gelegt, damit sie so schnell wie möglich wieder öffnen konnten. „Ohne sie hätten wir das nie geschafft“, sagt sie. Am ersten Mai 2003 wurde das „The Real Ones“ auf der Neustadt eröffnet – und ist bis heute dort geblieben.

Die Idee, ausgerechnet einen Irish Pub zu eröffnen, brachte die Wirtin von der Nordseeinsel Amrum mit. Das Flair und die Atmosphäre im dortigen Pub hat sie tief beeindruckt und das wollte sie auch den Zittauern bieten. Sie fuhr vorher sogar extra nach Irland, um sich dort umzusehen und sich Anregungen zu holen. Die Zittauer nahmen das Konzept an, manche Stammgäste halten ihr schon seit 20 Jahren die Treue. Doch nicht nur Einheimische kommen in den Pub, sondern auch viele Studenten, besonders seit er auf der Neustadt ist. Das hat Tradition, denn zu DDR-Zeiten war „Der Goldene Stern“ eine Studentenkneipe. So kommt es, dass immer mal wieder ehemalige Studenten im Pub sitzen und alte Zeiten aufleben lassen.

Elke Mäffert freut sich darüber und erinnert sich besonders gern an die „Große Singe im goldenen Stern“, bei der die Band des Faschingsclubs der Hochschule im Stern eine CD aufgenommen hat. Bei dieser Party sei es im Stern beinah wie früher gewesen, sagt sie.

Ein Auto in der Eingangstür

In 20 Jahren erlebt man aber nicht nur schöne Sachen. Einmal wurde es sogar richtig gefährlich, als vor ungefähr einem Jahr plötzlich ein Auto in der Eingangstür stand. Der Fahrer war beim Rückwärtsausparken durch die Terrasse gefegt und wurde erst von der Mauer am Eingang aufgehalten. Noch heute streitet sie sich deswegen mit der Versicherung. „Bloß gut, dass damals niemand verletzt wurde“, sagt die Pub-Mannschaft übereinstimmend. Die besteht neben der Wirtin aus zwei Festangestellten und zwei Pauschalkräften. „Wir sind wie eine Familie“, sagt Paul Offermann, einer der zwei Festangestellten. Die Chefin ist sehr stolz auf ihr Personal, das ihr schon über viele Jahre die Treue hält. Selbst die meisten Pauschalkräfte, die oft Studenten oder Auszubildende sind und daher häufig wechseln, halten auch später den Kontakt und kommen immer wieder mal zu Besuch. Dann erzählen sie von sich und erfahren das Neueste aus dem Pub.

Zum Beispiel, was gerade die Hitliste der geklauten Dinge anführt. Auch Elke Mäffert kämpft wie viele Wirte mit der Sammelleidenschaft mancher ihrer Gäste. Deko, Tischdecken und vor allem Gläser verschwinden immer wieder in deren Taschen. Manchmal sind auch kuriose Dinge darunter. Zum Beispiel zur Fußball-WM 2006. Da klebten in den Urinalen des Männerklos als Werbegag kleine Tore. Davor hing ein Ball an einem Faden. Den konnten die Herren beim Pinkeln versenken. Das wurde gut angenommen. Bis eines Tages die Tore verschwunden waren. Jemand hatte sie mitgenommen. Die Wirtin kann sich immer noch nicht recht vorstellen, wer so etwas bei sich zu Hause haben möchte.

Doch die weitaus meisten ihrer Gäste sind nicht so, sagt Elke Mäffert. Am Sonnabend will sie mit ihnen ihr 20-jähriges Jubiläum feiern. Dafür hat sie sich etwas Besonderes einfallen lassen und bietet original irische Gerichte wie Eierkuchen mit Baileys oder irischem Lachs auf Gemüsebett mit Minzkartoffeln an. Natürlich gibt es auch Livemusik. Diesmal spielt die Cover- Band Zix Hands und selbstverständlich ist an diesem Abend der Eintritt frei.

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