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21 Fragen & Antworten zum Thema Garten

Kleingärtner in Sachsen haben jetzt mit Trockenheit und Nachtfrost zu kämpfen. Fachleute erklären, wie es in den Beeten trotzdem blüht und gedeiht.

Ein schöner Rasen braucht Pflege – was stört, wird entfernt.
Ein schöner Rasen braucht Pflege – was stört, wird entfernt. © 123rf

Die kalten Nächte Anfang April haben ihre Spuren hinterlassen: Die frischen Triebe von Rosen, Hortensien, sibirischem Hartriegel und Sommerflieder sind vielerorts erfroren. Ihre braunen, trockenen Knospen lassen die Blütenträume vieler Hobbygärtner zerplatzen. „Sind meine Pflanzen noch zu retten – und wenn ja, wie?“, sind die beiden Fragen, die unseren Gartenfachleuten im SZ-Telefonforum am häufigsten gestellt worden sind. Die Fachberaterinnen Helma Bartholomay und Katrin Keiner sowie der langjährige Gartenmeister des Pillnitzer Schlosses, Wolfgang Friebel, haben sie und andere Fragen an ihren Telefonen zu Hause beantwortet.

1. Was mache ich jetzt mit meinen erfrorenen Rosen?

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Wer seine Rosen noch nicht geschnitten hat, sollte das jetzt wie immer tun. Dafür schneidet man den Trieb über einer nach außenstehenden schlafenden (kleinen) Knospe leicht schräg ab. Bei bereits geschnittenen und nun erfrorenen Neutrieben muss man entscheiden, ob man noch einmal nachschneidet oder auf den neuen Austrieb wartet.

2. Wie helfe ich meinen Hortensien?

Sie können jetzt ohne Bedenken kräftig geschnitten werden, da auf eventuelle Knospen nun keine Rücksicht mehr genommen werden muss. Auch kann gleichzeitig ein Auslichten eventuell zu dichter Sträucher erfolgen. Je nach Art und Sorte kann es aber dazu führen, dass in diesem Jahr keine oder nur wenige Knospen gebildet werden und die Pflanzen nicht blühen. Rispenhortensien können generell im Frühjahr kräftig zurückgeschnitten werden, da diese am einjährigen Trieb blühen. Bei Strauchpaeonien sollte man noch etwas warten, bis sich wieder ein neuer Trieb gebildet hat und dann vorsichtig das Erfrorene entfernen.

3. Wie und wann schneide ich meinen Roseneibisch?

Je nach Gehölzgröße kann er um bis zu ein Drittel zurückgeschnitten werden. Der richtige Zeitpunkt dafür ist jetzt. So erreichen Sie einen guten Neutrieb und eine ordentliche Blüte.

4. Seit zwei Jahren ist mein Rasen voller Moos. Was kann ich dagegen tun?

Moos mag es schattig, feucht und liebt sauren Boden. Sie können Ihrem Rasen helfen, indem Sie vertikutieren, bei zu festem Boden Sand zur besseren Lüftung und gegen Staunässe einarbeiten und eisenbetonten Dünger ausbringen. Wenn der pH-Wert unter sechs liegt, können Sie kalken. Mähen Sie nicht zu tief und entfernen Sie im Herbst das Laub.

Nicht nur Maulwürfe hinterlassen Spuren im Garten, auch Tiere wie Dachs und Fuchs.
Nicht nur Maulwürfe hinterlassen Spuren im Garten, auch Tiere wie Dachs und Fuchs. © dpa-tmn

5. Auf meiner Rasenfläche sind faustgroße, aufgewühlte Löcher. Was könnte die Ursache sein?

Dafür kommen verschiedene Tiere infrage, etwa Vögel, die nach Würmern und Larven wühlen. Manchmal scharren aber auch größere Tiere wie Dachs oder Waschbär.

6. Wie säe ich Lücken im Rasen nach?

Bei großen Schäden kann es manchmal besser sein, die Flächen neu anzulegen. Meist reicht es aber, bei kleinen und mittleren Lücken, die Flächen ordentlich abzurechen und neu zu säen. Dafür gibt es spezielle Ausbesserungssets, die neben dem Samen auch Dünger und Substrat enthalten.

7. Meine Wiese ist voller kleiner gelber Blumen. Wie kann ich die bekämpfen?

Wildkräuter sind für viele Insekten wichtig. Überlegen Sie daher erst einmal, ob die Blumen wirklich stören. Handelt es sich um Scharbockskraut, haben Sie wirklich ein hartnäckiges Unkraut, das eigentlich nur mit der Hand mühsam aus dem Boden entfernt werden kann. Das muss man tun, bevor die Pflanzen blühen und dann sehr schnell ihre Samen weiterverbreiten. Da Scharbockskraut gern auf sauren Böden wächst, kann man durch Kalkung die Bedingungen etwas verschlechtern. Wenn es keine andere Möglichkeit gibt, kommt auch Rasenunkrautvernichter infrage. Diese chemischen Mittel dürfen aber nicht überall eingesetzt werden. Lassen Sie sich, wenn es wieder erlaubt ist, im Handel beraten und nehmen ein Stück der Pflanze mit, um sie bestimmen zu lassen.

Scharbockskraut muss mühsam mit der Hand aus dem Boden entfernt werden.
Scharbockskraut muss mühsam mit der Hand aus dem Boden entfernt werden. © Pixabay

8. Wann kann ich meine Krokuswiese vertikutieren?

Dafür ist der Herbst geeignet, denn dann sind die Pflanzen in der Ruhephase und werden beim Vertikutieren nicht an der Zwiebel verletzt.

9. Kann ich abgeblühte Frühblüher schon einpflanzen?

Ja, das können Sie machen.

10. Die Pelargonien sind im Keller hochgeschossen. Was mache ich?

Schneiden Sie vergeilte Triebe zurück. Die neuen Triebe sind dann fester und nicht so empfindlich für Sonnenbrand und Läuse.

11. Meine Tomatensämlinge schießen in die Länge.

Sie haben zu wenig Licht, dadurch werden die Triebe zu lang und dünn und können leicht abbrechen. Setzen Sie die Sämlinge noch einmal tiefer in die Erde und gönnen ihnen dann einen Platz mit längerer Sonneneinstrahlung oder eine Pflanzlampe. Sechs bis acht Stunden Licht wären ideal.

12. Ich hatte im letzten Jahr Spinnmilben im Gewächshaus. Was muss ich jetzt beachten?

Bevor Sie es neu bepflanzen, müssen Sie es gründlich reinigen und bei Krankheitsbefall im Vorjahr Ausschwefeln. Dafür gibt es im Gartenbedarf sogenannte Schwefelschnitten, die auch in der Weinherstellung zum Ausschwefeln der Fässer genutzt werden. Sorgen Sie für eine hohe Luftfeuchtigkeit, wenn Sie Gurken anbauen. Kontrollieren Sie sie regelmäßig auf Befall. Im Gewächshaus sind Nützlinge wie Raubmilben sinnvoll. Sie können gegebenenfalls Pflanzenschutzmittel anwenden.

Gurke und Tomate: Im Salat passen sie perfekt zusammen, aber auch im Gewächshaus?
Gurke und Tomate: Im Salat passen sie perfekt zusammen, aber auch im Gewächshaus? © Pixabay

13. Vertragen sich Gurke und Tomate im Gewächshaus?

Die Ansprüche an Boden, Wärme und Nährstoffe sind ähnlich. Aber die Gurke möchte eine hohe Luftfeuchtigkeit, die Tomate nicht. Wenn Sie die Gurken im Gewächshaus hinten anbauen, die Tomaten vorn an der Tür – und das ganze mit einer Folie trennen, sollte es aber funktionieren.

14. Ich habe 2019 Gurken aus gekauften Samen gezogen. Sie waren bitter. Warum?

Sie hatten wahrscheinlich ungünstige Wachstumsbedingungen. Extreme Hitze oder Trockenheit fördern die Bildung von Bitterstoffen. Wenn Sie Ihre Pflanzen nicht regelmäßig gießen können, sollten Sie sich ein Bewässerungssystem zulegen.

15. Im vergangenen Jahr hatten meine Tomaten dunkle Stellen unten an den Früchten. Woran kann das liegen?

Das ist die Blütenendfäule, die meist durch Kalziummangel und unregelmäßige Wassergaben hervorgerufen wird. Gießen Sie dieses Jahr regelmäßig und düngen eventuell mit einem Flüssigdünger nach.

16. Mein Pflaumenbaum trägt gut, aber fast alle Früchte sind madig. Was kann ich tun?

Das liegt am Pflaumenwickler. Seine Raupen überwintern meist unter der Rinde der Bäume. Sie können sie abbürsten und im Hausmüll entsorgen. Schütteln sie die befallenen Früchte ab und entsorgen auch die im Müll. Keinesfalls liegen lassen oder auf den Kompost werfen! Das Ausbringen von sogenannten Pheromonfallen ab etwa Mai kann helfen. Bringen Sie im Herbst einen Wellpappgürtel um den Stamm an und entsorgen ihn etwa im November im Müll. Überwinternde Tiere werden davon angelockt.

17. Warum sind Blätter und Früchte meiner Stachelbeere jedes Jahr weiß?

Es könnte sich um den Amerikanischen Stachelbeermehltau handeln. Lichten Sie regelmäßig aus. Dadurch trocknet die Pflanze nach dem Regen schnell ab. Schneiden Sie befallene Pflanzenteile großzügig ab und behandeln Sie sie evtl. mit einem systemischen Fungizid. Wenn Sie das nicht möchten, bleibt nur Neukauf: Greifen Sie dann auf eine weniger anfällige Stachelbeersorte zurück.

© Pixabay

18. Die roten Johannisbeeren haben aufgeblasene rötliche Blätter. Was ist das?

Vermutlich ist das die Johannisbeerblasenlaus, gegen die man schon mit einfachen Mitteln vorgehen kann. Zupfen Sie die betroffenen Blätter ab oder schneiden die Spitzen ab. Sie können sie auch mit einem Brennnesseltee oder Fitlösung besprühen.

19. Was mache ich bei Kartoffelkäferbefall?

Da hilft nur eine regelmäßige Kontrolle der Unterblätter, an der die Tiere ihre Eier ablegen. Entfernen Sie diese. Die Käfer lassen sich am besten morgens absammeln, wenn sie noch träge sind. Sie können auch Gesteinsmehl und Kaffeesatz sowie Brühen oder Jauchen aus Minze, Farn, Meerrettich oder Rainfarn als Appetithemmer auf den Blättern ausbringen.

20. Wo bekomme ich jetzt Pflanzenschutzmittel her?

In Gärtnereien und Baumschulen mit Sachkundenachweis. Baumärkte bieten zum Teil einen Lieferservice an. Sie können auch online bestellen.

21. Im Herbst habe ich eine Thuja gesetzt. Jetzt hat sie braune Stellen. Woran kann das liegen?

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Möglicherweise haben Sie sie nicht genügend gegossen. Thujas sind immergrüne Gehölze, die bei frostfreiem und trockenem Wetter gewässert werden müssen, insbesondere neu gesetzte Pflanzen. Gießen Sie jetzt viel, damit die Pflanze Wurzeln bilden kann. Das stärkt auch ihre Abwehrkräfte gegen Krankheiten.

  • notiert von Susanne Plecher

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