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Landkreis erwischt in Schönau 22 Raser

Unterdessen hat die Gemeinde mit dem Kreis über Schritte gegen zu schnelles Fahren verhandelt. Dabei ging es um einen stationären Blitzer und eine 30er-Zone.

Eine solche Tafel, die dem Autofahrer anzeigt, ob er im richtigen Tempo unterwegs ist, ist in Schönau-Berzdorf geplant.
Eine solche Tafel, die dem Autofahrer anzeigt, ob er im richtigen Tempo unterwegs ist, ist in Schönau-Berzdorf geplant. © Dirk Zschiedrich (2018)

Seit das Thema Raserei auf Schönaus Hauptstraße durch einen aus Protest abgestellten Bauwagen in aller Munde ist, wird vor Ort gelegentlich die Geschwindigkeit gemessen. Eine eigene Blitzaktion bestätigte auf Nachfrage jetzt auch der Landkreis, der mit seinem Messgerät am Freitag vor rund einem Monat die Geschwindigkeiten gemessen hat. Am 21. Juni wurden demnach zwischen 13.39 Uhr bis 14.39 Uhr die Fahrzeuge an der Haltestelle des früheren Gasthofs Sonne in Fahrtrichtung Tauchritz kontrolliert.

In dieser Stunde haben 156 Fahrzeuge die Messstelle passiert, teilt der Landkreis auf Nachfrage mit. Die Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern hielten 22 der Fahrer nicht ein. "Der negative Spitzenreiter war mit einer Geschwindigkeit von 81 km/h unterwegs", sagte Kreissprecherin Julia Bjar. Der Landkreis Görlitz habe infolge dessen 21 Verwarngelder und ein Bußgeld verhängt. Generell aber bewege sich die Anzahl der Überschreitungen "im normalen Bereich". Ähnliches hatte auch die Polizei bei einer eigenen Messung eine Woche vor dem Landkreis bereits festgestellt: Hierbei hatten sich 27 der 500 gemessenen Fahrzeugführer nicht an die 50 gehalten.

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Dass gehandelt werden muss, um mehr Tempodisziplin im Ort generell durchzusetzen, ist aber dennoch unumstritten. Dazu hat es in dieser Woche erste Gespräche der Gemeinde mit dem Landkreis gegeben, bestätigte Schönau-Berzdorfs Bürgermeister Christian Hänel (parteilos) auf Nachfrage. Die Bilanz: Schon ab der neuen Woche soll in Schönau eine Smiley-Tafel aufgestellt werden, die den Autofahrern mit lachendem und verärgertem Gesicht anzeigt, ob sie sich an die Vorschriften halten. "Die Tafel soll im Ort wandern und im Nieder-, Mittel- und Oberdorf je 14 Tage postiert werden", erklärt Christian Hänel. Abgesehen vom erzieherischen Effekt messen solche Tafeln nebenbei auch die gefahrenen Geschwindigkeiten - freilich ohne Nummernschilder zu speichern. Auf diese Weise ergebe sich ein Bild über die Geschwindigkeiten, die im Ort tatsächlich gefahren werden, hofft Hänel.

Große Hoffnungen darauf, dass die Gemeinde an ihrer Hauptstraße vielleicht sogar einen stationären Blitzer bekommt, macht sich der Bürgermeister allerdings nicht: "Es ist noch nicht endgültig entschieden, aber möglicherweise haben wir dafür zu wenig Verkehr", fasst er die Gespräche zusammen. Stationäre Blitzer werden - auch aus Wirtschaftlichkeitsgründen - eigentlich nur auf viel befahrenen Bundesstraßen aufgestellt. Immerhin sind fünfstellige Betriebskosten und das Einbringen der Schleifen in die Straße ein hoher Aufwand. Zudem müsste sich an den Kosten auch die Gemeinde mit 4.000 bis 5.000 Euro beteiligen - Geld, das die Gemeinde derzeit nicht ohne weiteres ausgeben kann.

Gut sieht es hingegen für einen anderen Wunsch aus: "Wir würden gern bei der Auffahrt zum Hutberg Tempo 30 einführen, damit die Schul- und Kindergartenkinder auf ihrem Weg sicher sind", sagt Christian Hänel. Die Kurve nahe der Kirche und einer Bushaltestelle ist ohnehin unübersichtlich, wegen der Nähe zu den Kindereinrichtungen stehen die Chancen aber generell gut. Das habe das Straßenverkehrsamt zunächst signalisiert, erklärte Hänel. "Es wird im September noch einmal eine Verkehrsschau geben, wo die Situation früh morgens bei der Ankunft der Schulbusse genau betrachtet wird", sagt der Bürgermeister. Danach wird eine endgültige Entscheidung fallen.

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