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22-jähriger Löbauer fast zu Tode geprügelt

In der Nacht vom 3. August sollen drei junge Männer einen Löbauer lebensgefährlich verletzt haben. Der Grund sei Eifersucht gewesen.

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Von Madeleine Friedrich

Wegen versuchten Totschlags sitzt seit Mittwoch ein 20-jähriger Löbauer in Haft, weil er im Wohngebiet an der Ettlinger Straße in Löbau einen 22-Jährigen fast umgebracht haben soll. Laut Aussage der dafür zuständigen Staatsanwaltschaft Görlitz soll sich der Vorfall am Dienstag, dem 3. August, kurz nach Mitternacht ereignet haben.

Dem Löbauer wird vorgeworfen, in Begleitung eines 19- und eines 26-jährigen Mannes dem Opfer bei einem Garagenkomplex mehrere Tage lang aufgelauert zu haben. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand von Polizei und Staatsanwaltschaft schlug vor allem der 20-jährige Beteiligte vor Ort auf den Löbauer ein. Danach wurde der bereits völlig benommene Mann zusätzlich in seine Wohnung geschleppt. Dort attackierten die Täter weiter unter anderem gegen Kopf und Oberkörper. Ein von dem 20-Jährigen Haupttatverdächtigen ausgeführter Messerstich verfehlte zum Glück das Ziel, hieß es in einer Erklärung der Staatsanwaltschaft.

Mit der Drohung an andere anwesende Wohnungsinsassen, dass ihnen Vergleichbares passieren würde, wenn sie die Polizei informierten, verabschiedete sich das gewaltbereite Trio, nicht ohne die Mobiltelefone der Anwesenden einzusammeln. Auch ein Laptop wurde aus der Wohnung entwendet. Nur weil die Tatverdächtigen das Mobiltelefon des Opfers in der Wohnung vergaßen, konnten die anderen Personen in der Wohnung zeitnah den Rettungsdienst rufen. Damit wurde das Leben des 22-jährigen Opfers durch eine Notoperation gerade noch gerettet. Er hat unter anderem einen Jochbein- sowie einen Unterkieferbruch und erlitt einen Leberriss.

Als Grund für den gewalttätigen Überfall gab der Hauptverdächtige an, dass der 22-Jährige Löbauer ihm die Freundin ausgespannt haben soll. Gerüchten zufolge sollen zwei der Täter rechter Gesinnung sein und sich entsprechend–unter anderem mit Springerstiefeln –kleiden. Auch ein Hund soll bei der Tat dabei gewesen sein. Von Seiten der Polizei wird ein politisch motivierter Tathintergrund momentan allerdings ausgeschlossen. Es handele sich definitiv um einen Konflikt zwischenmenschlicher Art, heißt es vom Sprecher des Löbauer Reviers, Martin Jentzsch.

Das 22-jährige Löbauer Opfer wohnte erst seit kurzer Zeit mit seinem Bruder an der Ettlinger Straße. Im Fall eines Totschlags kann der Beschuldigte bei einem Gerichtsverfahren mit einer Freiheitsstrafe von fünf bis 15 Jahren rechnen. Da der Hauptverdächtige zur Tatzeit 20Jahre alt war und somit noch als Heranwachsender gilt, könnte bei ihm auch das Jugendstrafmaß angewendet werden. In dem Fall wäre die Höchststrafe nur zehn Jahre.