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230 Tage ohne Wasser

Der Riesaer Hafen lag 2019 oft auf dem Trockenen. Das merkt man auch bei der Verteilung der Güter auf Schiff, Lkw und Bahn.

Im Hafen Riesa wurden im Frühjahr so viele Schiffe beladen, wie lange nicht. Dennoch werden die meisten Güter nach wie vor per Lkw oder Güterzug transportiert.
Im Hafen Riesa wurden im Frühjahr so viele Schiffe beladen, wie lange nicht. Dennoch werden die meisten Güter nach wie vor per Lkw oder Güterzug transportiert. © Sebastian Schultz

Riesa. Im Frühjahr 2020 waren in Riesa so viele Schiffe auf der Elbe unterwegs, wie lange nicht. Der höhere Wasserstand nach dem Winter machte es möglich. Nun liegen die Zahlen vor, wie sich der Gütertransport im Vorjahr auf Schiff, Güterzug und Lkw verteilte. Das hatten die Grünen per Kleiner Anfrage im Wirtschaftsministerium nachgefragt.

Minister Martin Dulig (SPD) bezieht sich bei seiner Antwort auf Zahlen des Hafenbetreibers Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe (SBO). Demnach sei die Elbe in Riesa im Vorjahr an 229 Tagen zu flach gewesen, um für die Binnenschifffahrt nutzbar zu sein. Davon spricht man, wenn die Fahrrinne im Fluss weniger als 1,40 Meter tief ist.

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Umgeschlagen wurden im Riesaer Hafen 2019 dennoch mehr als 1,2 Millionen Tonnen Güter. Deutlich mehr als die Hälfte davon entfallen allerdings auf den Lkw-Transport. Es folgt die Bahn mit gut einem Drittel der Gütermenge. Das Transportmittel Schiff macht mit 45.000 Tonnen nicht mal vier Prozent des Güterumschlags aus.

Beim Containerumschlag entfällt der Löwenanteil auf die Schiene: von reichlich 44.000 Containern insgesamt wurden vergangenes Jahr gut 33.000 per Güterzug transportiert, knapp 9.000 per Lkw und knapp 2.500 per Schiff - das sind reichlich fünf Prozent. Die Verteilung liegt damit ähnlich wie im Vorjahr, das ebenfalls von häufigen Ebbe-Perioden geprägt war.

Aus der Antwort auf die Grünen-Anfrage geht zudem hervor, dass im Jahr 2019 im Hafen Riesa 9.865 Tonnen Gefahrgut umgeschlagen wurden. Wie sich das auf die Wege Wasser/Straße/Schiene verteilt, ist dabei nicht aufgeschlüsselt.

Wie SBO-Chef Heiko Loroff Ende April sagte, seien im ersten Quartal 2020 fast 20 Prozent mehr Güter umgeschlagen worden als im selben Vorjahreszeitraum. Der Anteil der Verladungen per Schiff habe sich dabei gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt.

Aktuell liegt der Wasserstand der Elbe am Pegel Riesa bei knapp 1,60 Meter - 80 Zentimeter unter dem sogenannten mittleren Wasserstand. (SZ/csf)

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