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30 Bäume für Straßenausbau gefällt

Grund ist die Verbreiterung der Straße zwischen Lomnitz und Ottendorf. Wann das passiert, ist noch offen.

Von Thomas Drendel

Der Anblick ist erschreckend. Entlang der Straße zwischen Lomnitz und Ottendorf stand bis vor wenigen Wochen eine Allee mit zahlreichen Laubbäumen. Jetzt reiht sich nur noch ein Baumstumpf an den nächsten. Einwohner von Lomnitz sind entsetzt. Die große Zahl der Bäume, die hier umgesägt wurden, ist schon erschreckend, sagt Anwohnerin Cornelia Reuter. Was viele Einwohner schon vermutet haben, das bestätigt jetzt das Landratsamt in Bautzen. „Sie wurden in Vorbereitung des Ausbaus der Straße zwischen Ottendorf und Lomnitz gefällt“, sagt Mitarbeiterin Sabine Rötschke. Nach ihren Angaben sind insgesamt 30 Bäume der Kettensäge zum Opfer gefallen. Von den eigentlichen Straßenbauarbeiten ist noch nichts zu sehen, dennoch mussten die Bäume schon gefällt werden, sagt die Mitarbeiterin. „Nach den Vorschriften ist Holzeinschlag in der vegetationsarmen Zeit, also im Winter, zu erledigen. Deshalb der frühe Zeitpunkt.“

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Über den Beginn der Bauarbeiten an der Straße hüllt sich das Landratsamt weiter in Schweigen. „Bei dem Bau handelt es sich um ein komplexes Vorhaben. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können wir den genauen Termin des Beginns noch nicht benennen“, sagt Sabine Rötschke. Sobald er bekannt ist, wird die Öffentlichkeit informiert, erklärt sie. Der Baubeginn wird seit Jahren verschoben. Fehlendes Geld, ungeklärte Grundstücksfragen waren die Gründe für den mehrmaligen Aufschub. Mitte März war bekannt geworden, dass Fachleute ein Gutachten zum Verhalten der Fledermäuse im Wald bei Lomnitz erstellen. Notwendig ist das wegen der vorgesehenen Verbreiterung der Seitenstreifen, hieß es aus dem Landratsamt. Dabei wird ausgewertet, ob die Flugrouten der Tiere unterbrochen werden. Danach wird entschieden, ob die Randstreifen wie gefordert 7,50 Meter breit ausgebaut werden können oder nur 4,50 Meter breit sind. Außerdem gibt es weiterhin Grundstückstreitigkeiten. Wegen der häufigen Verschiebung des Baubeginns sind die Anwohner sauer. So schreib Peter Urban aus Lomnitz an die SZ: „Es ist keine paar Wochen her, da waren es noch ganz andere Gründe, welche es angeblich nicht ermöglichen, diese Straße zu sanieren und nun plötzlich die Fledermäuse, ich glaub es ja wohl nicht. Hier werden einfach die Leute hingehalten und vertröstet. Ich bin der festen Überzeugung, dass es nicht gewollt ist, hier etwas zu ändern“, schimpft er. Auch der Wachauer Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU) drängt auf eine schnelle Sanierung der Straße. „Mittlerweile weichen viele Autofahrer über die Straße von Lomnitz nach Seifersdorf aus. Sie ist für eine so große Belastung nicht gemacht. Es zeigen sich bereits erste Schäden“, sagt er. Die Straße zwischen Ottendorf und Lomnitz sei auch die schlechteste Kreisstraße. Hier müsse endlich etwas passieren. Nach den vorliegenden Plänen des Landratsamtes soll sie auf einer Länge von knapp drei Kilometern saniert werden. Sie wird in dem Bauabschnitt auf sechs Meter verbreitert. An den Ortseingängen von Lomnitz und Ottendorf sind Mittelinseln vorgesehen. Sie sollen die Autofahrer zum Abbremsen zwingen. Außerdem sind Straßendurchlässe für die Ableitung des Oberflächenwassers geplant. Die Baukosten betragen rund 1,2 Millionen Euro.