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Kamenz: Boom beim Baustoffhändler

Heimwerker mit mehr Zeit wegen Corona und Firmen mit vollen Auftragsbüchern sorgen bei H+K Baustoffe für Umsatz. Nur in einem Punkt wirkt sich die Krise negativ aus.

Seit acht Jahren führt Oliver Käbisch die Firma H+K Baustoffe in Kamenz. Das Familienunternehmen wurde vor 30 Jahren gegründet.
Seit acht Jahren führt Oliver Käbisch die Firma H+K Baustoffe in Kamenz. Das Familienunternehmen wurde vor 30 Jahren gegründet. © René Plaul

Kamenz.  Von Corona-Krise ist und war hier im großen Abhollager der H+K Baustoffe  GmbH nicht viel zu merken. Mehrere Gabelstapler kreuzen auch an diesem Dienstagvormittag ihre Wege, die Großhandelskunden stehen Schlange. Neue Ware steht bereits vor den Toren. Denn das Bauhandwerk boomt. Auch oder gerade wegen der Krise. Häuslebauer legten in den letzten Monaten daheim verstärkt Hand an.

"Man investiert in Eigentum, die Unsicherheit wegen der Zukunft der Finanzen scheint groß zu sein. Außerdem hatten viele Leute plötzlich ganz viel Zeit ", sagt  H+K-Baustoffe-Chef Oliver Käbisch.  Auch die kleinen und größeren Firmen der Region haben alle Hände voll zu tun. "Man muss sich allein in Kamenz umschauen, was hier gerade alles bewegt wird. Baustellen und Straßensperrungen, wohin das Auge blickt", sagt Oliver Käbisch. 

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Die Jubiläumsfeier fällt aus

Der 48-Jährige hat seit 2012 das Ruder der Geschäftsleitung fest in der Hand. Eigentlich wollten er, die Familie, über 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie viele Kunden am letzten Wochenende zünftig feiern. "Wir nutzen zu solchen Anlässen gern gleich ein ganzes Wochenende. Aber leider musste unser 30. Geburtstag diesmal ausfallen", bedauert der Chef. Der Auftritt des Spielmannszuges wurde abgesagt wie viele andere Aktionen auch. Alle waren traurig, aber große Festivitäten sind aktuell nicht zu stemmen mit Abstandsregeln und Hygiene-Verordnungen.

Dabei hätte es einiges zu feiern gegeben. Nicht zuletzt, dass kein einziger der Belegschaft wegen Corona in Kurzarbeit geschickt werden musste. "Ein riesiges Dankeschön geht an alle unsere treuen Kunden, die zuverlässigen Mitarbeiter sowie Dienstleister! Und nicht zuletzt an unsere Familien!" Die Zeiten sind turbulent. Keiner weiß, was nächstes Jahr ist. Doch noch immer überwiegt Optimismus. 

Familie Käbisch und ihr H+K Baustoffhandel ist eine Kamenzer Erfolgsgeschichte. Mit der Unterzeichnung des Gesellschaftervertrages am 12. Juli 1990 durch einen Baustoffhändler aus Schwabach sowie Elke und Dieter Käbisch wurde vor 30 Jahren der Grundstein für eine erfolgreiche Firmengeschichte gelegt. Nur fünf Jahre später wurde daraus ein reines Familienunternehmen. 

Viel Wasser ist seitdem die Schwarze Elster hinab geflossen. Der Firmengründer starb im November 2016 nach schwerer Krankheit. Auch sein Vermächtnis wird fortgesetzt. Vielen ist er unvergessen. Dieter Käbisch fungierte als CDU-Fraktionschef im Kreistag, war über die Mittelstandsvereinigung MIT unmittelbar am Aufbau der Kamenzer Gewerbemesse beteiligt und hat darüber hinaus in zahlreichen Gremien gewirkt.

Bereits über 50 Azubi ausgebildet

Seit acht Jahren führt Sohn Oliver die Firma. Bereits  seit 1996 arbeitet er in der Branche.  Was auf dem ehemaligen Firmengelände im heutigen Scheunenviertel an der Königsbrücker Straße begann, wird seit 24 Jahren im Gewerbegebiet am Ochsenberg  fortgesetzt. 2.000 Quadratmeter Verkaufs- und Ausstellungsfläche, 3.000 Quadratmeter überdachtes Lager sowie Freiflächen bieten seitdem Raum für vielfältige Baustoffe. 

Gerade wurde der Markt saniert und neu gestaltet. "Etwa 70 Prozent unserer Kundschaft sind Firmen. Der Rest kommt als Privateinkäufer in unseren Fachmarkt", so Oliver Käbisch. Im Juli 2000 wurde eine neu erbaute Niederlassung im Gewerbegebiet „Nardt“ in Hoyerswerda eröffnet. Bis heute hat sich das Unternehmen auch an dieser Stelle bewährt - mittlerweile 20 Jahre.

"Wir blicken mit derzeit 34 Mitarbeitern auf erfolgreiche Jahre zurück. Seit Bestehen wurde 50 jungen Menschen eine erfolgreiche Ausbildung  beziehungsweise  Umschulung ermöglicht", so der Firmenchef. Aktuell lernen drei Azubis den Beruf des Groß- und Außenhandelskaufmanns beziehungsweise des Lageristen im Unternehmen. Es werde schwieriger, guten Nachwuchs zu bekommen. "Aber bislang hatten wir auch noch keine große Not damit", sagt Oliver Käbisch. 

Überhaupt sei die Baubranche im Wandel. Viele Handwerks- und Baufirmen fehle ebenso die nächste Generation. Kaum ein junger Mensch möchte noch in der Baubranche lernen. "Wenn aber die Firmen sich verkleinern oder gar aufgeben, dann fehlt uns automatisch Umsatz. Wir schauen wachsam auf diese Entwicklung. Zumal der Bauboom ja nicht abreißt. Die Unternehmen kommen mit Aufträgen kaum hinterher", so Oliver Käbisch.

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