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30 000 Hühner legen täglich 27 000 Eier

In Berthelsdorf steht der wohl modernste Bio-Hühnerstall der Republik. Ein ähnliches Modell ist in Langburkersdorf geplant.

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Von Katarina Lange

Was in Langburkersdorf geplant ist, ist in Berthelsdorf längst Realität. Nur wenige Kilometer von dem neuen Baugrundstück entfernt steht bereits eine Bio-Legehennenfarm. Auch hier leben 30 000 Tiere. Sie werden auf dem rund 15 Hektar großen Areal nach ökologischen Kriterien gehalten. Um das Prädikat „Bio“ auf die Hühnereier drucken zu dürfen, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehört genügend Auslauf. In Berthelsdorf hat jede Henne unter freiem Himmel viereinhalb Quadratmeter für sich. Im Stall kommen auf einen Quadratmeter sechs Hühner. Die Tiere bewegen sich hier auf riesigen Gerüsten aus Metall und Plastik. Es gibt verschiedene Etagen, zum Scharren und Picken und für die Nester. Die Hühner können sich frei bewegen. Käfige gibt es keine. Vor den Ställen befinden sich Wintergärten mit einem überdachten Laufhof. Auf der Wiese wächst Ökogras. Mehrere Schutzhütten sollen die Tiere vor Raubvögeln schützen. Ihre Schnäbel dürfen nicht gestutzt werden. Die Tiere bekommen rein ökologisches Futter. Pro Tag werden etwa 1,5 Tonnen verbraucht. Sechsmal am Tag wird es bereitgestellt. Ein Computer steuert die Fütterung. Er öffnet auch die Türen ins Freigelände. Der Hühnerdung, der in dem Großstall anfällt, wird als Dünger auf den Feldern verteilt, auf denen das Getreide für die Legehennen wächst. Volldynamisch heißt der Fachbegriff für diese Methode.

Über ein Fließband werden die gelegten Eier in eine Packhalle transportiert. Hier stehen Mitarbeiter und sortieren sie. Auf 30 000 Tiere kommen etwa 27 000 Eier täglich. Doppelte Eier, deformierte oder angeknackste Eier werden noch vor Ort aussortiert. Alle anderen werden in Eierpappen gelegt. Die Eier aus Berthelsdorf landen später zum Beispiel bei Rewe im Supermarktregal. Das Unternehmen verkauft sie unter eigener Marke in Hessen, Bayern, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Aber nicht in Sachsen.

Die Legehennen selbst bleiben meist nicht länger als ein Jahr in der Farm. Nach etwa zwölf Monaten werden sie regelmäßig ausgetauscht. Die alten Hühner werden geschlachtet. Bevor die neue Belegschaft angeliefert wird, werden die Ställe noch gründlich gesäubert.