merken
PLUS

Bautzen

34 Betten für Corona-Patienten reserviert

Die Krankenhäuser in Bautzen, Bischofswerda und Kamenz wappnen sich für die Aufnahme von Infizierten. Und sie haben eine große Bitte.

Nicht zwingend notwendige Operationen an den Krankenhäusern werden ausgesetzt.
Nicht zwingend notwendige Operationen an den Krankenhäusern werden ausgesetzt. © dpa/Friso Gensch

Bautzen. Die Krankenhäuser in der Region befinden sich im Corona-Modus, auch wenn derzeit nur drei Personen stationär aufgenommen wurden. So ist die Lage bei den Oberlausitz-Kliniken in Bautzen und Bischofswerda sowie im Malteser-Krankenhaus in Kamenz:

Wie viele Corona-Patienten sind derzeit stationär in Behandlung?

Anzeige
Mit uns geht deine Ausbildung hoch hinaus

Für das Ausbildungsjahr 2020/21 suchen wir Hochbaufacharbeiter/in in der Fachrichtung Beton- und Stahlbaubauer.

Im Bautzener Krankenhaus liegen drei Patienten, davon eine bestätigte Corona-Erkrankung und zwei Verdachtsfälle. Das berichtet Reiner Rogowski, Geschäftsführer der Oberlausitz-Kliniken. Eine weitere Person sei inzwischen gesund wieder nach Hause entlassen worden. Im Malteser-Krankenhaus in Kamenz liegen gegenwärtig keine Corona-Patienten. Alle Verdachtsfälle waren bisher negativ, sagte Krankenhaus-Sprecherin Stephanie Hänsch auf Anfrage der SZ.

Wie viele Betten sind für Corona-Patienten reserviert?

In Bautzen wurde vorsorglich eine Station mit 34 Betten für Corona-Fälle gesperrt. Davon sind derzeit drei Betten belegt. Diese Station kann bei Bedarf vom anderen Krankenhausbetrieb isoliert werden, versichert Geschäftsführer Rogowski. Ebenso könnten bei Bedarf sofort weitere Stationen für Corona-Patienten vorbereitet werden. Dies sei möglich, da alle jetzt nicht nötigen Behandlungen abgesagt wurden. Das Klinikum will im Fall der Fälle sofort freie Kapazität für Corona-Patienten bereithalten.

Im Kamenzer Krankenhaus würde die Bettenzahl täglich dem Bedarf angepasst, sobald Corona-Patienten stationär aufgenommen werden. „Wir sind als Krankenhaus ausreichend vorbereitet, um im Ernstfall Menschen, die das Coronavirus in sich tragen und erkrankt sind, isoliert zu behandeln“, versichert Sprecherin Hänsch. „Es gibt Isolierbereiche, die je nach Pandemiestufe aktiviert werden. Der Pandemiestab des Krankenhauses trifft sich täglich, um die Situation neu zu bewerten.“

Wie viel Personal steht für Corona-Behandlungen bereit?

Das lässt sich nicht genau beziffern. Bei Bedarf steht das erforderliche Personal sofort zur Verfügung, versichern sowohl Reiner Rogowski als auch Stephanie Hänsch. Aber es ist, salopp gesagt, nicht so, dass eine bestimmte Zahl Ärzte und Krankenschwestern tatenlos in Bereitschaft sitzen, falls sie vielleicht bald für Corona gebraucht werden.

Die Krankenhäuser in Bautzen und Bischofswerda arbeiten bereits jetzt an ihrer Kapazitätsgrenze, sagt Rogowski. Zusätzlich erschwert wird die Situation durch Ausfälle wegen Krankheit und Quarantäne. Außerdem gibt es Schwierigkeiten bei der Einreise ausländischer Mitarbeiter.

Welche weiteren Vorkehrungen wurden getroffen?

Die Oberlausitz-Kliniken haben für ihre Krankenhäuser in Bautzen und Bischofswerda alle planbaren und nicht akuten oder dringlichen stationären Aufnahmen, Untersuchungen und Operationen abgesagt. Alle betroffenen Patienten werden oder wurden bereits benachrichtigt. Zusätzlich gelten Einschränkungen beim Besuch im Krankenhaus, teilt Reiner Rogowski mit: „Besuche werden nur noch gestattet für Eltern in der Kinderklinik, Vätern in der Geburtshilfe sowie engste Angehörigen bei schwerstkranken Patienten.“

Die gleiche Regel gilt seit Montagnachmittag auch für das Malteser-Krankenhaus in Kamenz. Also auch dort: Besuchsverbot mit wenigen Ausnahmen.

Gibt es ausreichend Schutzanzüge, Mundschutz und Beatmungsmöglichkeiten?

Ja, sagen Reiner Rogowski und Stephanie Hänsch. Und es ist aktuell auch kein Engpass absehbar. Sollte dieser Fall doch eintreten, verlassen sich die Krankenhäuser auf die Zusage der Bundesregierung, das Problem zu lösen.

In den zwei Intensivstationen der Oberlausitz-Kliniken stehen auch sogenannte Beatmungsbetten. Deren Bedienung erfordere spezielles Wissen, erklärt Rogowski. Deshalb werden weitere Mitarbeiter dafür qualifiziert. Auch die Intensivstation des Malteser-Krankenhaus in Kamenz verfügt über Beatmungsmöglichkeiten. „Derzeit wird zusammen mit dem Krisenstab des Landkreises die Erhöhung der Anzahl an Beatmungsbetten geprüft“, sagt Stephanie Hänsch.

Wurde auch Krankenhaus-Personal positiv getestet oder befindet sich in Quarantäne?

Bisher gibt es beim Personal in Bautzen, Bischofswerda und Kamenz keine bestätigten Corona-Fälle und auch keinen Verdacht. Allerdings wurden Mitarbeiter, die in den vergangenen Wochen in Risikogebieten im Urlaub waren, vorsorglich nicht zum Dienst abgerufen.

Kommen mehr Personen mit Corona-Verdacht in die Notfalambulanzen?

Es gibt sowohl persönliche Vorsprachen als auch telefonische Anfragen. Alle Krankenhäuser bitten dringend darum, beim Verdacht auf eine Corona-Infektion zuerst den Hausarzt oder kassenärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefon 116117) anzurufen.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier. 

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier. 

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.