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35 Corona-Verstöße im Raum Riesa

Die Polizei hat am Wochenende reichlich zu tun. Viele Leute sind einsichtig - aber nicht alle.

Andreas Wnuck ist Chef des Polizeireviers Riesa. Seine rund 100 Beamten sind für den Altkreis Riesa inklusive Lommatzsch zuständig.
Andreas Wnuck ist Chef des Polizeireviers Riesa. Seine rund 100 Beamten sind für den Altkreis Riesa inklusive Lommatzsch zuständig. © Eric Weser

Riesa. Frühlingshafte Temperaturen, Grillwetter: Die Leute wollen raus. Die SZ sprach mit Riesas Revierleiter Andreas Wnuck darüber, wie das in Zeiten der Corona-Ausgangssperrre klappt.

Herr Wnuck, wie hat sich denn das Thema Corona in der Polizeistatistik des Wochenendes niedergeschlagen?

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Wir hatten im Revierbereich Riesa schon ganz schön zu tun: 30 Ordnungswidrigkeiten und fünf Straftaten sind in dem Zusammenhang aktenkundig geworden.

Was denn für Straftaten?

Nicht gerade Raub und Totschlag: Die Straftaten sind Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz. Typischerweise das Bilden von Ansammlungen, obwohl Ausgangssperre gilt. Da haben wir etwa unbelehrbare Jugendliche, die zu siebt oder acht Bier trinken oder ein Feuer machen.

Wo kommt so etwas vor?

Typischerweise in Gärten oder dort, wo sich Riesaer Jugendliche ohnehin häufiger treffen, an der Stendaler Straße etwa. Am Elbufer gab es auch Ansammlungen, aber nicht so stark, wie befürchtet. Da sind wir gespannt, wie es am Osterwochenende wird.

Warum?

Ostern machen dort jedes Jahr Leute Feuer und treffen sich. Das ist natürlich jetzt nicht zulässig.

Das Riesaer Elbufer ist bei schönem Wetter als Treffpunkt beliebt. Bei der derzeit geltenden Ausgangssperre sollte man das allerdings unterlassen.
Das Riesaer Elbufer ist bei schönem Wetter als Treffpunkt beliebt. Bei der derzeit geltenden Ausgangssperre sollte man das allerdings unterlassen. © Eric Weser

Und was waren die 30 Ordnungswidrigkeiten?

Dazu zählt vor allem das Verlassen der häuslichen Umgebung ohne triftigen Grund - oder mit mehr als einer haushaltsfremden Person.

Wie weit die "häusliche Umgebung" in Sachsen reicht, ist allerdings nirgendwo exakt in Kilometern definiert, oder?

Ja. Aber wenn zum Beispiel fünf Döbelner zum Riesaer Mc Donalds kommen, ist das definitiv zu weit. Zumal die in Döbeln selbst einen Mc Donalds haben. Oder wenn ein Radfahrer auf Nachfrage sagt, er wolle "zum Kumpel Bier trinken", ist das auch keine häusliche Umgebung.

Das klingt nun aber auch nicht nach einem dramatischen Verstoß ...

Es handelt sich dabei aber oftmals um Wiederholungsfälle. Mancher ist eben unbelehrbar, weil es sich bei der Ausbreitung des Coronavirus um eine Gefahr handelt, die nicht visuell wahrnehmbar ist. Manchen gelingt es einfach nicht, diese Gefahr richtig zu bewerten.

Wie ahnden Riesaer Polizisten solche Verstöße? Mit Ermahnungen? Oder wird es teuer?

Wir mussten mehrfach ein Verwarngeld von 50 Euro anwenden, quasi als Denkzettel. In aller Regel sind die Bürger dann einsichtig. Ansonsten kommt es zu einem Bußgeldverfahren, dann kann es auch teurer werden.

Das Wetter lud am Wochenende im Elbland zum Grillen ein. Wie sind da die Regeln?

Grillen mit der im Haushalt lebenden Familie ist kein Problem. Aber Freunde einladen, geht nicht. Mancher sagt: "Es ist doch kein Problem, sind doch keine älteren Leute dabei." Aber wer so redet, vergisst, dass es um die weitere Übertragung des Virus in der Infektionskette geht. Und genau das sollen dir Regeln verhindern.

Wie sah es eigentlich auf dem Elberadweg rund um Riesa aus?

Da gab es keinen Grund zur Beanstandung. Das Radeln ist möglich, wenn der Sicherheitsabstand gegeben ist. Und das hat offenbar vorbildlich geklappt.

Vor wenigen Tagen hatten Beamte festgestellt, dass in einer Riesaer Gaststätte hinter verschlossener Tür heimlich sechs Leute zusammen saßen. Ist so ein Verstoß nochmals vorgekommen?

Nein. Wir mussten lediglich den Betreiber eines Verkaufsstands mehrfach ermahnen. Ansonsten kann man feststellen, dass sich die allermeisten Leute auf die neuen Regeln eingestellt haben. Kleinere Unsicherheiten, was die Regeln angeht, gibt es natürlich noch bei manchem Bürger, aber ansonsten bin ich sehr zufrieden.

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.

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