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35 Familien haben auf Zeit gespielt und vielleicht gewonnen

Wer an einen öffentlichen Kanal angeschlossen ist, muss einen Anschlussbeitrag zahlen. In Cunnersdorf gibt es Ausnahmen.

Von Ines Mallek-Klein

Bürgermeister Heiko Eggert sorgt sich um den Gemeindefrieden. Im neuen Dorfblatt appelliert er vor allem an die Cunnersdorfer, das neue Jahr für einen Neuanfang zu nutzen – auch in Sachen Abwasser. Seit dem 4. Januar führt offiziell die Oewa die Abwassergeschäfte in der Gemeinde. Dass mit dem Betreiberwechsel nicht sofort auch die Abwasserpreise fallen, ärgert einige Cunnersdorfer. „Wir sollten der Oewa aber erst einmal die Chance geben, sich einzuarbeiten“, sagt Bürgermeister Eggert. Das Unternehmen will spätestens Mitte des Jahres erste Kalkulationen vorlegen.

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Doch nicht nur der Abwasserpreis sorgt für Unmut. Auch der Wirrwarr um die Anschlussbeiträge verärgert viele Bürger. Obwohl die zentralen Kläranlagen in Cunnersdorf und Kleinhennersdorf schon seit den 1990er-Jahren in Betrieb sind, wurden erst jetzt die letzten Bescheide für die Anschlussbeiträge verschickt (SZ berichtete). 20 Haushalte haben Post erhalten, bestätigt Bürgermeister Heiko Eggert. Zwölf Hausbesitzer sind in Widerspruch gegangen, wobei mindestens vier Betroffene bereits einen Anwalt eingeschaltet haben. Auf Verjährung der Beiträge können sie nicht hoffen. Der Sächsische Landtag hat Ende 2013 die Fristen neu gesetzt. Gerechnet wird demnach, unabhängig vom Datum der Baumaßnahme, erst ab dem Jahr 2000 mit einer Verjährung von zwei Jahrzehnten.

Der Unmut der jetzt Angeschriebenen ist aber berechtigt, sagt auch Bürgermeister Eggert. Sie fühlen sich schlicht benachteiligt gegenüber den 35 Grundstücksbesitzern, die schon vor mehr als zehn Jahren ihre Rechnung bekommen haben. Sie sind in Widerspruch gegangen, der jedoch nie bearbeitet wurde – und damit verjährt ist. Bezahlt haben sie aber nie. Für Wolfgang Triesel, der das Abwasserthema lange in einer eigens vom Gemeinderat einberufenen Arbeitsgruppe begleitet, ist das nicht nachvollziehbar. Er zeigt seinen eigenen Bescheid, und dort steht, wie üblich, der Satz, dass ein Widerspruch keine aufschiebende Wirkung für die Zahlung hat. „Um Gerechtigkeit herzustellen, müssen nun alle Cunnersdorfer zahlen“, fordert er. Ob es dazu kommen wird, wird man sehen. Bürgermeister Eggert hat derzeit ein ganz anderes Problem. Der Experte, der den Betreiberwechsel bei den Kläranlagen überwachen sollte, kann aus Zeitgründen nicht alle Unterlagen sichten. Er drängt auf eine Vorauswahl. Offen ist, wer die vornehmen soll.

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