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35 neue Schafe für die Naturschutzstation

Der tierische Zuwachs aus Sachsen-Anhalt soll die von Wölfen dezimierte Herde vergrößern. Auch Nachwuchs kündigt sich schon an.

Bitte recht freundlich: die Neuankömmlinge an Heidschnucken in der Naturschutzstation Förstgen. Derzeit stehen sie noch unter Quarantäne.
Bitte recht freundlich: die Neuankömmlinge an Heidschnucken in der Naturschutzstation Förstgen. Derzeit stehen sie noch unter Quarantäne. © André Schulze

Scheu, aber neugierig sind die 35 Schafe, die am Mittwochnachmittag Einzug in eine ehemalige Panzergarage bei Dauban gehalten haben. Schäferin Meike Biskop erklärt: „Wir stellen die Neuzugänge für ein paar Tage in Quarantäne, um Krankheiten auszuschließen, die sich auf unsere Schafe übertragen können.“ Schließlich haben die 34 zum Teil trächtigen Muttertiere und der eine Bock eine lange Anreise hinter sich. Sie kommen aus Eilsleben in Sachsen-Anhalt und sollen die im Oktober durch mehrere Wölfe dezimierte Schafherde der Naturschutzstation Förstgen wieder auffüllen.

Schäfer Felix Wagner von der Naturschutzstation war es, der auf diese zum Verkauf stehende Herde stieß. Ein in Eilsleben ansässiger Schäfer wollte seine Herde aus Altersgründen abgeben. Der Naturschutzstation kann das nur recht sein, und so kam man ins Geschäft und organisierte den Transport in die Oberlausitz.

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Ihr künftiges Betätigungsfeld haben die weißen hornlosen Heidschnucken auf den Wiesenflächen des Biosphärenreservates. Dort sollen sie als „Rasenmäher“ für eine natürliche Biotoppflege sorgen. Zusammen mit den weiteren Schafen unterschiedlicher Rassen.

Mit der Neuanschaffung verfügt die Naturschutzstation Östliche Oberlausitz über fast 500 Schafe, Lämmer und Ziegen, berichtet Leiterin Annett Hertweck. „Das sind trotzdem deutlich weniger als früher, wo wir 800 Schafe hatten. Schuld daran sei nicht nur der Wolf, sondern auch die Flächenverluste an die Deutsche Bahn, die diese Flächen jetzt technisch mähen lasse“, sagt Annett Hertweck. Bisher erfolgte die Pflege auf natürlicher Basis durch die Naturschutzstation und ihre Schafe.

Annett Hertweck freut sich nicht nur über die 35 neuen Schafe in ihrem Bestand, sondern auch darüber, dass der Wolfsriss vom 9. Oktober als solcher anerkannt ist und die Naturschutzstation für die Verluste vom Land Sachsen entschädigt wird. „Auf das Geld warten wir noch, aber die Bescheide darüber liegen uns bereits vor“, betont die Leiterin der Naturschutzstation. Von diesem Geld soll auch die Herde aus Sachsen Anhalt bezahlt werden.

In der Nacht zum 9. Oktober hatten mehrere Wölfe rund 40 Schafe und Ziegen auf einer eingezäunten Koppel getötet sowie rund 140 Tiere in die Flucht geschlagen. Knapp 50 davon blieben auf der Strecke und sind seitdem unauffindbar.

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