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Schnelles Internet frühstens 2021

Der Landkreis will die letzten weißen Flecken beseitigen. Dafür ist bis Jahresende eine Markterkundung geplant.

Im Frühjahr 2021 könnte der Breitbandausbau im Landkreis Mittelsachsen beginnen.
Im Frühjahr 2021 könnte der Breitbandausbau im Landkreis Mittelsachsen beginnen. © dpa-Zentralbild

Mittelsachsen. Wenn alles glatt läuft, könnte der Breitbandausbau im Landkreis Mittelsachsen im Frühjahr 2021 beginnen. Davor gibt’s aber noch einige geheime Gespräche.

Der Landkreis hat im Jahr 2018 für Städte und Gemeinden, die bislang wegen Unwirtschaftlichkeit selbst kein Ausbauprojekt für schnelles Internet auf den Weg bringen konnten, die Organisation und Umsetzung der umfangreichen Vorhaben übernommen. Inzwischen wurden sechs Cluster gebildet, in denen jeweils mehrere Kommunen zusammengefasst sind.

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Firmen haben an fünf Clustern Interesse

Roßwein, Leisnig, Döbeln, Waldheim, Zschaitz-Ottewig und Kriebstein gehören zum Cluster B (Nord). Hartha, Großweitzschen und Ostrau verfolgen eigene Projekte. Seien dazu aber noch ergänzende Vorhaben notwendig, lägen von der Stadt und den Gemeinden bereits Einwilligungen vor, dass diese auch vom Landkreis koordiniert und umgesetzt werden, erklärt Breitbandkoordinator Mattias Borm.

In den vergangenen Wochen habe es einen öffentlichen Teilnehmerwettbewerb gegeben, bei dem die Firmen den Nachweis ihrer Eignung für den Breitbandausbau erbringen mussten. „Für fünf Cluster haben sich vier bis sieben Interessierte gemeldet“, so Borm. Namen nennt er nicht, aber der erste Beigeordnete des Landrats Lothar Beier erklärt: „Es waren alle großen Player der Region dabei.

Aufwendiges Bieterverfahren

Nun folge das Bieterverfahren, für das je Cluster vier bis fünf Firmen ausgewählt werden. Sie müssen ein sogenanntes indikatives Angebot abgeben, zu dem unter anderem ein Netzausbauplan, eine Zeitstrategie und die Subunternehmen gehören. „Wir gehen davon aus, dass die Bieterverhandlungen im vierten Quartal beginnen“, sagt Borm. Es bestehe die Hoffnung, dass dabei mehrere Cluster zu einem Super-Cluster zusammengefasst werden können.

Bis zu vier Jahre Ausbauzeit

Im Frühjahr 2021 könne wahrscheinlich mit dem Ausbau für das schnelle Internet begonnen werden. Welches Cluster zuerst an der Reihe ist, können weder Borm noch Beier beantworten. Zumindest erklärt der Breitbandkoordinator: „Die Ausbauprojekte können innerhalb von vier Jahren fertiggestellt werden.“ Währenddessen sei sicher auch eine schrittweise Freischaltung der Netze möglich.

Mit ein bis zwei Jahren Bauzeit sei bei den Schulen und Krankenhäusern eine schnellere Glasfaseranbindung möglich. Sie werden in einem gesonderten Projekt geführt.

Letzte weiße Flecken sollen weg

Um auch die letzten „weißen Flecken“ zu beseitigen sei im zweiten Halbjahr 2020 eine sogenannte Markterkundung geplant. Dabei würden nicht die Bürger befragt, sondern die Telekommunikationsunternehmen, die in Mittelsachsen ein Netz betreiben. Sie müssen ihre Versorgungs- und Ausbaustrategien der nächsten Jahre darlegen. „Sie sind verpflichtet zu antworten, haben aber auch das Recht, dass ihre betriebsinternen Daten nicht eins zu eins veröffentlicht werden“, erklärt Beier.

Förderanträge bis Ende des Jahres stellen

Auf Grundlage der Markterkundung können die Städte und Gemeinden entscheiden, ob die noch fehlenden Anschlüsse ebenfalls über das Breitband-Projekt des Landkreises abgearbeitet werden sollen oder ob sie das eigenständig übernehmen. Mögliche Förderanträge sollten bis Ende des Jahres nach dem derzeitigen Breitbandförderprogramm gestellt werden können. Der Landkreis werde sich vorrangig dem Thema Gewerbegebiete des Landkreises widmen und gebietsübergreifende Projekte dazu umsetzen.

Jetzt gibt’s auch graue Flecken

Das Thema sei ein schwieriges, komplexes und dynamisches, meint die CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann. Anfangs sei über 2 Megabit (Mb) gesprochen worden, dann über, 30, 50 und 100. „Jetzt sind wir bei 5 G, also 300 Mb“, sagt sie. An manchen Haushalten gingen die heutigen Ausbauziele vorbei, weil bei ihnen die ursprünglich geforderten 30 Mb anliegen. Diese Bereiche würden zu grauen Flecken.

Deshalb habe der Landkreis ein neues Förderprogramm im Blick, das für nächstes Jahr angedacht sei. Jetzt hieße es, taktisch abzuwarten und zum richtigen Zeitpunkt zu entscheiden, ob Mittelsachsen noch eine „Weiße-Flecken-Förderung“ beantragt oder doch schon eine „Graue-Flecken-Förderung“. Derzeit rechnet der Landkreis mit 350 Millionen Euro, die der Breitbandausbau in Mittelsachsen kosten wird.

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