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Großenhain

36 Grad und die SZ friert!

Das Großenhainer Land erwartet mit Hoch „Ulla“ am Mittwoch den bisher heißesten Tag des Jahres. Mitarbeiter der SZ suchten kühle Plätze.

Diana im Kampf mit der Sonne: Das Großenhainer Wahrzeichen am Hauptmarkt muss sich dieser Tage wie in südlichen Gefilden vorkommen.
Diana im Kampf mit der Sonne: Das Großenhainer Wahrzeichen am Hauptmarkt muss sich dieser Tage wie in südlichen Gefilden vorkommen. © Anne Hübschmann

Erfrischung im Kältenebel

Catharina Karlshaus
Catharina Karlshaus © Anne Hübschmann

Ganz ehrlich: Ein Patentrezept für mehrstündige Arbeitstage fühlt sich anders an! Trotz meiner kuschligen Lieblingshandschuhe, dem wärmenden Schal nebst Mütze und dicker Lammfellstiefel kriechen die frostigen minus 18 Grad innerhalb von Minuten in jede Faser des sonnenverwöhnten Körpers.

 Der Atem malt weiße Wölkchen in die Luft und lässt das Telefonat mit einem eigentlich längst erwarteten Gesprächspartner zur Geduldsprobe werden. Zugegeben, mehr für den Herrn am anderen Ende der Leitung, denn für mich. Lippen und Mund wollen angesichts der Temperaturen nicht so schnell die Sätze formen, wie der Kopf sie eigentlich denkt. 

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Kein Wunder auch! Dort, wo ich gerade bin, ist sozusagen knackig kalter Winter! In der Tiefkühlzelle von Edeka Scheller, in welcher statt SZ-Redakteurinnen gemeinhin Feinfrostprodukte wie Gemüse, Geflügel oder Eis beherbergt werden. Ein hochklimatisierter Raum, der fachmännisch von der Kälte Technik GmbH Eisleben betreut wird. 

Und der Name scheint tatsächlich rundum zutreffendes Programm zu sein. Der Kugelschreiber kämpft inzwischen mit dem herkömmlichen Notizbuch. Aber drin ist einmal drin. Das ständige auf und zu der massiven Tür, die in eine andere Welt führt, ist der Feind des Kältesystems. Also noch ein Weilchen ausharren, vom nächsten Dezember in kuschligen Handschuhen träumen – und dann nichts wie raus in den heißen Sommer!

Runterkühlen in der Tanke

Manfred Müller
Manfred Müller © Anne Hübschmann

Während draußen das Thermometer tropische Hitze anzeigt, herrschen im Shop der Großraschützer Tanke angenehme 23 Grad. „Weniger geht nicht“, sagt Tankstellen-Chef Gert Hentzschel, „sonst erkältet sich unser Personal.“ 

In der Imbiss-Ecke kann man nicht nur bequem sitzen, sondern auch mal ein paar Anrufe tätigen und sich Notizen für den aktuellen Zeitungsartikel machen. Bei Bedarf ist ein kühler Energy-Drink in Reichweite. 

Das Tankstellengeschäft läuft an heißen Junitagen wie diesem prima. Die Auto-Klimaanlagen sind rund um die Uhr in Betrieb, was den Spritbedarf steigen lässt. Und kaum jemand verlässt den Shop ohne einen Getränkevorrat. „Damit machen wir jetzt täglich so viel Umsatz wie in einem ganzen Wintermonat.“

 Mit Ferienbeginn geht das Geschäft allerdings wieder zurück. Großenhain ist nun mal keine Urlaubsregion, und das merke man auch an der Tankstellenkasse.

Ich sitze im hauseigenen Keller

Kathrin Krüger-Mlaouhia
Kathrin Krüger-Mlaouhia © Anne Hübschmann

"Im tiefen Keller sitz ich hier bei einem Fass von Reben.“ Kennen Sie dieses Volkslied von Günter Wewel? Nun gut, einen tiefen Bass singe ich nicht. Aber der Mann muss das Lied an einem heißen Sommertag komponiert haben. Denn hier im Keller lässt es sich tatsächlich sehr gut sitzen – und arbeiten, während anderen draußen der Schweiß von der Stirn läuft.

 Was Kühles zu trinken findet sich auch noch. Nur Alkohol ist nicht anzuraten, damit am Ende im Computer nicht Buchstabensalat zu finden ist. Die Temperatur im Hauskeller liegt bei zehn Grad, da kann einem auf die Dauer sogar kühl am Kopf werden.

Also setze ich mir flugs eine Wintermütze auf und arbeite weiter. Homeoffice nennt sich das heute modern. Texte schreiben kann man schließlich überall. Nur bei der Datenübertragung an die Redaktion bekomme ich Probleme. WLAN – im Keller durch die dicken Mauern – Fehlanzeige.

Dicke Wände trotzen Hitze

Jörg Richter
Jörg Richter © Anne Hübschmann

Dicke Wände lassen im Winter die Wärme nicht raus und im Sommer die Hitze nicht rein. Das habe ich schon in meiner Maurerlehre gelernt. Die Wände in unserer Redaktion sind zwar recht ordentlich, aber wenn nachmittags die Sonne ins Fenster scheint, wird es bei den derzeitigen Temperaturen unerträglich. Da helfen auch keine Jalousien.

Doch es gibt einen Ort ganz in der Nähe, der angenehm kühl ist. Auch wegen seiner alten, dicken Mauern. Es ist die Löwen-Apotheke am Hauptmarkt. In der ältesten Apotheke Großenhains atme ich auf und blicke in die entspannten Gesichter der Mitarbeiter. Bei sehr angenehmen 22 Grad Celsius Raumtemperatur nehmen sie jeden Arzneischein freundlich entgegen. 

Von einem Mitarbeiter erfahre ich, dass es in Apotheken maximal 25 Grad Celsius warm sein darf. „Sonst würden ja Zäpfchen wegschmelzen“, sagt er. In der Löwen-Apotheke geht man auf Nummer sicher und hat eine Klimaanlage eingebaut. Beneidenswert!

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