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4 700 neue Jobs in der Oberlausitz erwartet

Deswegen sinkt die Zahl der Erwerbslosen im Kreis weiter. Die meisten Stellen bietet die Zeitarbeit.

© dpa

Von Irmela Hennig

Landkreis. Es ist wieder mal die niedrigste Quote, seit die Daten über Arbeitslosigkeit in der Oberlausitz erfasst werden. Diesen Fakt kann Bautzens Arbeitsagenturchef Thomas Berndt inzwischen fast regelmäßig verkünden. „Und nur Positives berichten“, wie der Vorsitzende am Mittwoch sagte. Er zog Bilanz für die Situation auf dem Arbeitsmarkt im Mai.

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19 300 Männer und Frauen waren ohne Job. Das ist ein Rückgang von 784 im Vergleich zum April und einer um 1 551 gegenüber dem Mai 2017. Die Quote lag bei 6,8 Prozent. Geflüchtete Menschen spielen in dieser Statistik kaum noch eine Rolle. Einige haben Arbeit gefunden. Aber viele sind auch weggezogen, erklärte Thomas Berndt. 509 waren im Mai noch arbeitslos gemeldet, ein Rückgang um 22. Knapp 300 der Betroffenen kommen aus Syrien.

Ein Hauptgrund für die positive Entwicklung ist für den Behördenchef ganz klar: Es entstehen immer neue Stellen; Unternehmen suchen Mitarbeiter. Ein Beispiel sei der Airbus-Zulieferer Acosa, der in Kodersdorf bei Görlitz im Mai offiziell die Produktion gestartet hat. Dort seien 100 Jobs entstanden. Die Zahl werde sich verdoppeln. Und – für Thomas Berndt besonders wichtig – dort haben auch Oberlausitzer eine Arbeit gefunden, die vorher arbeitslos waren oder Geld vom Jobcenter erhielten, weil ihr bisheriger Lohn nicht zum Leben reichte. „Bei Acosa gibt es eine gute Mischung, was den Mitarbeiterbedarf angeht“, so Berndt. Das Unternehmen suche Spezialisten, schaffe aber auch Angebote für Helfer. Weil es keine rollende Woche gebe, sondern von Montag bis Freitag gearbeitet werde, seien die Stellen auch für Männer und Frauen mit Familie attraktiv.

Gesundheitsbranche sucht Leute

Und in Sachen neue Jobs erwartet der Agenturleiter weiter eine positive Entwicklung. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) rechnet für die Oberlausitz bis zum Jahresende mit insgesamt 4 700 neuen Stellen. Die Zahl der Männer und Frauen, die dann sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, werde auf über 200 000 steigen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Prognose des IAB stimmt, ist übrigens hoch. Die Trefferquote des mit der Arbeitsagentur verbundenen Instituts liegt bei 96 bis 98 Prozent.

Aktuell kann die Bautzener Agentur 4 518 sozialversicherungspflichtige Jobs an Interessierte vermitteln. Die meisten liegen mit 1 020 Jobs in der Zeitarbeit. Es folgt das verarbeitende Gewerbe mit 894, danach das Gesundheits- und Sozialwesen mit 450 Stellen. Auf dem Bau gibt es knapp 400 Stellen.

Trotz Acosa ist die Lage für Erwerbslose in Görlitz nicht einfach, gibt Thomas Berndt zu. Nach wie vor ist das die Region mit der höchsten Arbeitslosenquote in der Oberlausitz. Sie beträgt 11,6 Prozent. Das liege unter anderem daran, dass Görlitz, anders als Bautzen und Kamenz, nicht vom Speckgürtel Dresden profitiere und dass Arbeitslose aus dem Umland in die Stadt ziehen. Insgesamt sei der Trend aber für alle Geschäftsstellen der Agentur postiv.

In Zittau waren im Mai 2 230 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 129 weniger als im April. Die Quote lag bei 7,8 Prozent. In Löbau waren 1 936 Männer und Frauen von Erwerbslosigkeit betroffen, 106 weniger als im Vormonat. Die Quote betrug hier 6,6 Prozent. In Görlitz waren im Mai 3 930 Menschen ohne Job, 68 weniger als im April.