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Leidenschaft Windbergbahn

Seit 40 Jahren kümmert sich ein Verein um die historische Bahn. Die Geburtstagsfeier fällt wegen Corona aus. Im September soll es eine Überraschung geben.

Jürgen Schubert, bis 1992 Vorstand des Vereins, und Holger Demnitz (li.), derzeitiger Chef des Windbergbahn-Vereins.
Jürgen Schubert, bis 1992 Vorstand des Vereins, und Holger Demnitz (li.), derzeitiger Chef des Windbergbahn-Vereins. © Karl-Ludwig Oberthür

Anfang Juli ratterte sie wieder: die  Windbergbahn. Und zwar über ihr altes Gleis vom Bahnhof Dresden-Gittersee bis hinein in den Freitaler Kesselgrund und wieder zurück. Am 12. Juli war es bereits zum zweiten Mal in diesem Sommer so weit. Gäste waren auch jedesmal zahlreich dabei, denn der historische Aussichtswaggon - zwischen zwei Diesellokomotiven gespannt - ist sehr beliebt. 

Am 20. Juli 1980 hatte Jürgen Schubert den Verein gegründet: "Richtig hieß das damals AG, für Arbeitsgemeinschaft", erzählt er Sächsische.de. "Ich hatte mit dem Deutschen Modelleisenbahnerverband Kontakt aufgenommen und gesagt, wir wollen eine AG gründen", erzählt der ehemalige Vorstand des Windbergbahn-Vereins. Fünf Mitglieder seien zu DDR-Zeiten nötig gewesen, doch die waren leicht gefunden: "Durch meine Tätigkeit im Bergbau und Heimatmuseum 'Haus der Heimat' in Freital-Burgk hatte ich viele Kontakte und bahnbegeistert war ich allemal", sagt Schubert. 

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1992 gab er seinen Chefposten im Verein dann an Holger Demnitz ab, der sich bis heute um den Erhalt der Windbergbahn kümmert und verrät: "Am 5. und 6. September wollen wir wieder Sonderfahrten anbieten. Je nachdem wie die Hygieneschutzverordnungen dann aussehen, werden wir auch ein paar Überraschungen anlässlich unseres 40-jährigen Bestehens mit einbauen." Das Bahnhofsfest zum eigentlichen Geburtstag im Juli war wegen Corona ausgefallen.

Die Windbergbahn mit Aussichtswaggon.
Die Windbergbahn mit Aussichtswaggon. © Karl-Ludwig Oberthür

Derzeit laufe zudem die Planung, von Dresden-Gittersee nach Freital umzuziehen, sagt Demnitz. Dies sei aber noch nicht spruchreif und würde frühestens im nächsten Jahr umgesetzt werden.

Gebaut 1856 ursprünglich für den Transport von Steinkohle, ist die Windbergbahn eine der ältesten Regelspurbahnen in der Region.  Derzeit rollt sie aber nur vom Bahnhof Gittersee gut zwei Kilometer weit bis zum Kesselgrund bei Freital.

Die weitere Strecke Richtung Weißeritztal, ist ab dem Kesselgrund abwärts in einem schlechten Zustand. 1998 war der Bereich wegen Oberbaumängeln von der deutschen Bahn gesperrt worden. Derzeit sind die Vereinsmitglieder damit beschäftigt, die verwitterten Schwellen zu wechseln. Das wird noch bis zum Herbst dauern. Ziel sei es, die Gleisanlagen zunächst bis zur Bannewitzer Straße zu erneuern. Anschließend wollen die Vereinsmitglieder den Abschnitt bis zur Leisnitz reparieren. Ab September könnte die Windbergbahn dann 700 Meter weiter fahren, sagt Holger Demnitz.

Die Windbergbahn im regulären Fahrbetrieb.
Die Windbergbahn im regulären Fahrbetrieb. © Karl-Ludwig Oberthür

1991 kaufte der Verein von der Deutschen Reichsbahn die ehemalige schwarze Ausbildungslokomotive von der Rangiertrainingsanlage Dresden-Klotzsche. Es ist die mit Öl gefeuerte Kleinlokomotive 4500, Baujahr 1934. Erst 2008 erhielt sie ihre zweite Hauptuntersuchung und wird seit dem im Bauzug- und Rangierdienst eingesetzt.

Gründungsfeier 1980 ( vordere Reihe von links.) D. Lucius, Gründer und 1. Vorsitzender der AG. J. Schubert, A. Walther, Sekretärin der Geschäftsstelle des DMV der DDR, Dresden, Leiter der Geschäftsstelle des DMV, Dresden, Liebscher (hintere Reihe von link
Gründungsfeier 1980 ( vordere Reihe von links.) D. Lucius, Gründer und 1. Vorsitzender der AG. J. Schubert, A. Walther, Sekretärin der Geschäftsstelle des DMV der DDR, Dresden, Leiter der Geschäftsstelle des DMV, Dresden, Liebscher (hintere Reihe von link © Windbergbahn-Verein Jürgen Schubert

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