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4,9 Millionen Euro für neue Leitungen

Der Wasserverband will 2013 kräftig investieren. Weicher wird das Döbelner Wasser dabei aber nicht.

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Von Peggy Zill

Mit einem Härtegrad von bis zu 34,7 °dH (Gesamthärte) kommt in der Region Döbeln aus den Leitungen extrem hartes Wasser. Zum Vergleich: In Brösen ist dieser Wert nicht einmal halb so hoch. Das geht aus den veröffentlichten Trinkwasserwerten des Wasserverbands Döbeln-Oschatz hervor. „Die Wasserhärte ist geogen bedingt“, sagt der Geschäftsführer Hans-Jürgen Gemkow und betont, dass dies kein Qualitätsmangel, sondern vielmehr nur ein optischer ist. Eine Enthärtung des Wassers wäre zu teuer. Damit die Eisenwerte im Rahmen bleiben, wird in den Wasserwerken gefiltert. Auch die Uranwerte sind in ein paar Versorgungszonen höher, allerdings nicht über dem Grenzwert. „Die Gründe für die Werte haben wir nicht herausgefunden“, sagt Gemkow. Eine Gefahr für den Bürger bestehe jedoch nicht. „Sonst hätten wir es abstellen müssen“, so der Geschäftsführer. Alles in allem sei Trinkwasser eines der Lebensmittel, das so streng kontrolliert wird, dass man es ohne Sorgen genießen kann, meint Gemkow.

Preis noch ein Jahr stabil

Damit das auch so bleibt, investiert der Wasserverband im kommenden Jahr knapp 14,9 Millionen Euro in das Wassernetz. Eine Million Euro davon fließen in Maßnahmen, die 2012 nicht fertiggestellt werden konnten, weil zum Beispiel Fördermittel später gekommen sind oder Straßen doch später gebaut werden. Dazu gehört zum Beispiel die Sanierung des Hochbehälters Zschaitz. „Da wollten wir eigentlich schon weiter sein, aber es war ingenieurtechnisch doch komplizierter“, erklärt Gemkow. 190 000 Euro werden für die Sanierung ausgegeben. Sollte die B 175 in Hartha endlich gebaut werden, plant der Wasserverband für seine Arbeiten 164 000 Euro ein.

Mit mehr als 1,6 Millionen Euro sind die Maßnahmen zur Sicherung der Versorgung und Trinkwasserqualität der größte Posten im Investitionsplan. Für rund 700 000 Euro sollen zum Beispiel alte Hausanschlüsse erneuert werden. Zwischen 4 000 und 5 000 Euro kostet ein einzelner.

Im kommenden Jahr bleibt es beim Wasserpreis von 1,51 Euro pro Kubikmeter. Dann muss neu kalkuliert werden. Die Oewa soll für den Wasserverband ein strategisches Konzept der Wasserversorgung erstellen, auf dessen Grundlage entschieden wird, wo eventuell Einsparungen möglich sind. Denn aufgrund des Bevölkerungsrückgangs wird auch weniger Wasser verbraucht. Damit sind eventuell nicht mehr alle Behälter und Pumpstationen nötig. „Das Wasser müsste dann woanders herkommen, der Druck trotzdem stehen“, so Gemkow. Aber so könnte überprüft werden, ob sich zum Beispiel die Sanierung einer Anlage überhaupt noch lohnt. „Das wiederum hat Auswirkungen auf die Investitionen“, so Gemkow. Er rechnet damit, dass im Oktober feststehen wird, wie die Preiserhöhung für Trinkwasser konkret aussieht und wie lange der Preis dann gehalten wird. Seit 2009 ist er im Verbandsgebiet stabil geblieben.