merken
PLUS

50 Kilogramm Nudeln zum Sternwarten-Jubiläum

Vor 50 Jahren wurde die Radeberger Sternwarte errichtet. Das wurde am Wochenende vom Freundeskreis ausgiebig gefeiert.

Von Bernd Goldammer

Wie die Sterne stehen, wissen die Radeberger Sternengucker schon seit 50 Jahren. Aus eigenem Erleben. Denn vor einem halben Jahrhundert haben sie die Radeberger Sternwarte aufgebaut. Sogar einen Sternenweg durchs Hüttertal haben sie gemeinsam mit vielen Partnern und der hiesigen Werbefirma Buttke angelegt. Die eigentliche Geschichte der Sternenbeobachtung in Radeberg beginnt jedoch schon 1824. Damals gab es das erste kleine Observatorium auf dem Felixturm.

Anzeige
Ihre Berufserfahrungen sichtbar machen
Ihre Berufserfahrungen sichtbar machen

Der neue „ValiKom Transfer“ - Alle Verfahren der IHK Dresden und Handwerkskammer Dresden wurden bisher erfolgreich beendet!

Die besten Zeiten für die Astronomie kamen aber erst zu Beginn der fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Davon erfuhren die Gäste der Jubiläumsfeier von Andreas Jenke, dem Vorsitzenden des Freundeskreises Sternwarte. „Erich Bär, der Nestor der Radeberger Amateur-Astronomie, gründete 1951 den ersten Astronomie-Zirkel im Radeberger Land. Der wurde 1953 als offizielle Fachgruppe Astronomie unter der Schirmherrschaft des Kulturbundes der DDR eingeführt. Erich Bär errichtete damals ein kleines Kuppelgebäude vor dem Felixturm und stattete es mit privaten Instrumenten aus“, sagte Andreas Jenke.

Die Anfänge waren schwer, doch die Kinder der Nachkriegszeit waren neugierig auf die Welt und das, was sie umgibt. Georg Bär konnte jene Begeisterung entfachen, die sich von Generation zu Generation erhalten hat. Während Jenke spricht, bekommen die Gäste noch einmal ein Gefühl für die Begeisterung, die Georg Bär bewegte. „Es sollten allerdings noch ein paar Jahre vergehen, bis die Idee vom Sternwarten- Neubau an der Stolpener Straße umgesetzt wurde“, beschreibt Andreas Jenke den Anfang der Vereinsgeschichte. Die Beachtung der Sternenfreunde um Erich Bär erhöhte sich schlagartig, als der sowjetische Astronaut Juri Gagarin im April 1961 die Erde erstmals umkreist hatte. Die Einweihung der Sternwarte im Juni 1964 dürfte schon deshalb ein Großereignis im damaligen Radeberg gewesen sein.

Die ersten Jahre waren geprägt von regem amateur-astronomischen Leben und aktiver öffentlicher Ausstrahlung. Seitdem erlebte die Volkssternwarte einen wechselvollen Weg. Die Zukunft hat manches Mal in den Sternen gestanden, aber die Begeisterung der Macher hat sie immer auf Kurs gehalten. So ist das geblieben. In der Vereinslandschaft der Stadt sind die Sternenfreunde auch heute gut vernetzt. Ihr Beitrag für das Image der Stadt ist weithin anerkannt. Was macht das deutlicher, als der 300 Euro-Scheck des Kohlrabi-Inselvereines, der vom Vorsitzenden des Vereines Tino Lafeld überbracht wurde. Dieses Geld wird dabei helfen, Stühle für den Vortragsraum anzuschaffen. Denn gelegentlich reichen hier die Plätze nicht mehr. Auch andere Sponsoren haben der Sternwarte geholfen. Die B. Braun Avitum Saxonia GmbH zum Beispiel.

Auch der Name des Radeberger Oberbürgermeisters Gerhard Lemm (SPD) wurde oft genannt. Er hat viel für die Festigung des Freundeskreises Sternwarte getan. Wer die zahlreichen „Tage der offenen Sternwarte“ in den zurückliegenden Jahren miterlebt hat und bei den vielen Schüler-Veranstaltungen in der Sternwarte dabei war, hat auch einen Blick dafür, welches Kleinod sich Radeberg bis heute lebendig erhalten hat und welchen enormen Beitrag die Sternenfreunde für das Bildungs- und Kulturleben der Stadt leisten. Eine prächtige Wechselbeziehung.